Wie hier in Berlin, beschäftigt sich Dipl.-Ing. Andrea Bonner auch in München mit der Frage, was zu tun ist, wenn Schimmelpilzsanierer auf Asbest stoßen.

Schimmelpilze

01. September 2022 | Teilen auf:

4. Münchner Schimmelpilzkonferenz: Jetzt noch anmelden!

Nur noch zweieinhalb Wochen dann ist die Schimmelpilzkonferenz bereits zum vierten Mal in München zu Gast. Am 20. September erwartet die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor Ort, im Holiday Inn München, oder aus dem Büro beziehungsweise dem Homeoffice heraus per Livestream ein interessantes und spannendes Programm – noch sind Anmeldungen möglich!

Bei den Schimmelpilzkonferenzen ist der Blick auf andere Schadstoffe Standard, besonders dann, wenn der Schimmelpilzsanierer nahezu zwangsläufig mit ihnen in Berührung kommt. Das gilt zum Beispiel für Asbest – denn nicht selten findet sich der krebserregende Baustoff in Räumen, die von Schimmelpilzen befreit werden müssen.

Asbest – die Gefahr hinter dem Schimmelpilz

Wie dann zu verfahren ist, schildert auf der 4. Münchener Schimmelpilzkonferenz Dipl.-Ing. Andrea Bonner, die unter anderem seit vielen Jahren bei der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) im Bereich der Prävention tätig ist. Asbest sei in vor 1993 verwendeten bauchemischen Produkten zwar oft nur in geringer Konzentration vorhanden, insbesondere bei der flächigen Bearbeitung von Putzen, Spachtelmassen und Fliesenklebern müsse aber dennoch mit hohen Konzentrationen von Asbestfasern in der Atemluft gerechnet werden, so Bonner. Betroffen seien alle Gebäude in Deutschland, die bis 31. Oktober 1993 errichtet, umgebaut und modernisiert wurden.

Asbest ist für Schimmelpilzsanierer also so etwas wie die Gefahr hinter dem Schimmelpilz. Schimmelpilzsanierer begegnen dem Gefahrstoff oft schon bei der Probenahme bei Putzen und Spachtelmassen, Fliesenklebern, Floor-Flex-Platten, PVC-Belägen und vielem mehr. Und Arbeiten an asbesthaltigen Produkten sind verboten. Wie sollte sich der verantwortungsbewusste Sanierer also verhalten? Zusammenpacken und gehen? Nein, sagt Bonner: Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten sind grundsätzlich erlaubt – es sei denn es muss abgeschliffen, abgebürstet, druckgereinigt oder gebohrt werden. Ansonsten könne immer dann auch dem Schimmelpilz zu Leibe gerückt werden, wenn sich für die vorgefundene Asbest-Problematik in der DGUV-Information 201-012 ein „Verfahren mit geringer Exposition gegenüber Asbest bei Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten“ findet.

Der Blick über den Tellerrand

Auch in der Schimmelpilzkonferenz-Rubrik „Blick über den Tellerrand“ geht es traditionell um andere Schadstoffe: Dipl.-Ing. Ekkehard Flohr kümmert sich um holzzerstörende Pilze und deren Bekämpfung. Zunächst erläutert er, wie Pilze sich entwickeln: Sind die vier Faktoren – infiziertes Material, Nährsubstrat, günstige Temperatur (20 bis 30° Celsius), Substratfeuchte – gegeben, entwickelt sich gesetzmäßig ein Pilz. Und der Holzabbau beginnt.

Ist es dazu erst einmal gekommen, führt kein Weg mehr vorbei an einer sorgfältigen Diagnose als Grundlage zur erfolgreichen Pilzbekämpfung. Dabei muss nicht nur der Pilz bestimmt, sondern auch das gesamte Umfeld des Befalls berücksichtigt werden. In der DIN 68800, Teil 4 (Ausgabe Dezember 2020) und dem WTA-Merkblatt 1-2 (Ausgabe: 01.2021/D) werden Hinweise gegeben, wie in einzelnen Fällen vorzugehen ist. Anschließend geht Ekkehard Flohr detailliert auf Beispiele zur handwerklichen Bearbeitung von Mauerwerk und Holz bei einem Pilzbefall ein.

Einen ausführlichen Bericht über die inhaltlich identische 11. Berliner Schimmelpilzkonferenz im März finden Sie hier. Weitere Informationen, das gesamte Programm sowie die Möglichkeit, sich anzumelden, finden Sie auf der Website unserer Schimmelpilzkonferenzen.

zuletzt editiert am 01.09.2022