Eugen Bischoff erklärt im Interview die Besonderheiten der Uponor BIM-Plattform. (Quelle: Uponor)

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14. September 2022 | Teilen auf:

„Wir wollen unseren Kunden möglichst viele Optionen bieten“

Building Information Modeling (BIM) ist die wichtigste Methode zur Digitalisierung in der Baubranche. Um Planer bei komplexen BIM-Projekten zu unterstützen, hat Uponor eine umfassende BIM-Plattform mit Werkzeugen und Services auf den Weg gebracht. Ein Gespräch mit Eugen Bischoff, BIM-Experte bei Uponor.

Was erwarten Planer im Allgemeinen von einer BIM-Plattform?

Eugen Bischoff: BIM ist ein hochkomplexer Ansatz, der viele verschiedene Dimensionen und Aspekte des Bauens sowie viele Experten aus allen wichtigen Gewerken in ein umfassendes virtuelles Modell einbezieht. Was Planer und alle anderen Projektbeteiligten brauchen, ist eine zuverlässige und leistungsfähige Software, die eine gewerkeübergreifende Zusammenarbeit ermöglicht. Wichtig sind zudem, dass die verwendeten Produkte als BIM-fähige Daten vorliegen, und dass Planer diese Daten in ihre Software integrieren können.

Wie wird die Uponor BIM-Plattform diesen Erwartungen gerecht?

Bischoff: Wir hatten bei der Entwicklung der neuen Plattform genau diese Anforderungen im Blick. Das Ergebnis ist ein umfassendes, datengetriebenes System für Bau- und Infrastrukturprojekte, das auf Zuverlässigkeit, Individualisierung sowie Automatisierung setzt. Die Plattform ist eine All-in-One-Lösung mit zwei Hauptkomponenten: der Bibliothek und den Werkzeugen. In der Bibliothek ist das gesamte Uponor Produktportfolio in verschiedenen CAD- und BIM-Formaten wie Revit, IFC und DWG verfügbar, sodass Planer es in verschiedenen Softwarelösungen verwenden können.

Sie sprechen von Individualisierung und Automatisierung. Wo kommen diese in der Plattform zum Tragen?

Uponor BIM-Plattform bietet nach Angaben des Unternehmens ein umfassendes, datengetriebenes System für Bau- und Infrastrukturprojekte, das auf Zuverlässigkeit, Individualisierung sowie Automatisierung setzt. (Quelle: Uponor)

Bischoff: Wir haben uns immer zum Ziel gesetzt, Planern das Leben zu erleichtern, wenn es darum geht, große Bau- oder Infrastrukturprojekte in Angriff zu nehmen. Der Einsatz zweier Plug-ins zum Beispiel automatisiert den Planungsprozess in Revit, der meistgenutzten BIM-Software, erheblich. Mit dem ersten Plug-in können Anwender die gesamte Produktbibliothek in Revit integrieren und sofort mit dem Modellieren beginnen. Sie müssen nicht erst aus einem Katalog geeignete Rohre und Formstücke auswählen, da die Plattform dies übernimmt. Mit dem zweiten Plug-in lassen sich komplette Fußbodenheizungen, basierend auf der Europäischen Norm EN1264, direkt in Revit realisieren.

Warum sind Anpassung und Automatisierung im Zusammenhang mit BIM so wichtig?

Bischoff: Wir können Planer effektiver unterstützen, wenn wir eine umfassende Plattform anbieten, die alle Herausforderungen angeht und nicht nur – wie früher – einen kleinen Teil davon. Und das gelingt am besten mit automatisierten Prozessen, wie zum Beispiel der datengetriebenen Aktualisierung der Produktinformationen. Indem wir die Plattform immer besser auf die Kundenwünsche zugeschnitten haben, konnten wir den Planungsprozess weiter beschleunigen. Letztendlich ist es unser Ziel, unseren Kunden bei der Erstellung von BIM-Modellen möglichst viele Optionen zu bieten.

Wie werden sich die BIM-Methode und die Uponor BIM-Plattform in Zukunft entwickeln? Was sind die wichtigsten Trends?

Bischoff: Die größten Herausforderungen sind die Standardisierung und die Vereinheitlichung der Daten. Derzeit ist der BIM-Markt sehr zersplittert. Selbst wenn Planer die gleichen Aufgaben ausführen, sprechen sie oft nicht die gleiche „BIM-Sprache“. Dies führt zu Missverständnissen, Projektleistungen, die nicht den Vertragsanforderungen entsprechen, oder zu kostspieligen Problemen auf der Baustelle. Es gibt mehrere internationale Normen, die darauf abzielen, diese Probleme zu lösen, zum Beispiel die ISO 19650 für die Konsolidierung von BIM-Prozessen und die ISO 23386:2020 sowie ISO 23387:2020 für die Vereinheitlichung von Projektdaten. Unserer Meinung nach sind alle drei Normen wichtige Meilensteine, aber sie allein werden nicht alle Marktbedürfnisse abdecken. Die Standardisierung ist ein Ansatz, den wir neben vielen lokalen Initiativen, die auf spezifische Marktbedürfnisse eingehen, weiterverfolgen wollen.

zuletzt editiert am 06.09.2022