Das Fraunhofer Institut für Bauphysik (IBP) untersucht im Auftrag des Industrieverbandes Werkmörtel (IWM) die Umweltauswirkungen von Außenputzen. IBP und IWM hatten nun die führenden Experten aus Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden zu einem Statusmeeting nach Holzkirchen eingeladen. Für konkrete Ergebnisse war es aber noch zu früh.
Das Forschungsprojekt soll die Frage klären, welche Stoffe in welchem Umfang bei Regen aus dem Putz gelöst und in die Umwelt transportiert werden. Um Antworten auf diese Frage zu finden, wurden auf dem Freilandversuchsgelände in Holzkirchen Hunderte von verkleinerten Putzflächen dem Wetter ausgesetzt und sogar mehrere Versuchshäuser gebaut. Das an den Flächen herablaufende Regenwasser wird aufgefangen und analysiert. Derart groß angelegte Versuche gab es bisher in Europa nicht. „Unser Ansatz ist es, zunächst das Verhalten der Putze in der Realität zu untersuchen, erst dann können wir die richtigen Schlüsse aus den Laborversuchen ziehen“, erläuterte Dr. Klaus Breuer, stellvertretender Institutsleiter des IBP, das Vorgehen.
Geklärt werden soll unter anderem, ob Erfahrungen mit anderen Baustoffen, zum Beispiel Beton, auf verputzte Fassaden übertragen werden können und ob sich die Auswasch- und Transportvorgänge in einem Rechenmodell abbilden lassen. Ziel ist letztlich, Bewertungskriterien zu entwickeln, um beurteilen zu können, bis zu welcher Grenze die von einem Putz verursachten Umweltauswirkungen noch als „geringfügig“ eingestuft werden können und ab wann das nicht mehr der Fall ist.
Hintergrund ist, dass in Zukunft europäische Normen konkrete Anforderungen an die Umwelteigenschaften von Produkten stellen werden. „Wir können in den Normen erst etwas festlegen, wenn wir wissen, worauf es ankommt und wie man was prüfen muss. Der ‚worst case‘ wären Festlegungen, die von bewährten Produkten nicht mehr erfüllt werden können, obwohl dazu gar kein Grund besteht“, erläuterte Dr. Hans-Joachim Riechers, Hauptgeschäftsführer des IWM. Deshalb habe man das Forschungsprojekt auch schon bei vielen Gelegenheiten in Europa vorgestellt.
Das Status-Meeting zeigte jedoch, dass bis zum Vorliegen konkreter Ergebnisse noch mehr Zeit benötigt wird.
Weitere Informationen unter www.iwm.de
