Nachhaltigkeit in Produktion und Recycling gewinnt auch bei Wärmedämm-Verbundsystemen (WDVS) zunehmend an Bedeutung. Ein niederländisches Projekt sieht einen geschlossenen Lebenszyklus vor, der die Abtrennung von Flammschutzmitteln einschließt.
Vorgestellt wurde das Konzept „Polystyrene Loop“, das in den Niederlanden 2018 mit einer Pilotanlage starten soll, auf der Mitgliederversammlung des europäischen WDVS-Verbands EAE in Rotterdam. Der Ansatz reicht vom Rohmaterial über die Herstellung und Verarbeitung bis zum Rückbau beziehungsweise der Wiederverwertung von WDVS mit unterschiedlichen Dämmstoffen. Ziel ist ein geschlossener Stoffkreislauf.
Die Anlage wird EPS mit altem und neuem Flammschutzmittel aufarbeiten können und dabei die Flammschutzmittel nach dem CreaSolv-Verfahren sauber abtrennen. Das Projekt wird unter anderem von der EAE, dem Fachverband WDVS und dem europäischen EPS-Verband Eumeps unterstützt.
Nachdem die Verwendung von HBCD als Flammschutzmittel für EPS verboten wurde, steht Polymer-FR als Ersatz in ausreichender Menge zur Verfügung. Allerdings besteht noch immer eine Ausnahmegenehmigung zur Verwendung von HBCD für ein Konsortium, das 2013 noch Lieferengpässe befürchtete. Deutsche Hersteller von WDVS sind mittlerweile aus dem Konsortium ausgetreten, sodass der Markt nach Aussagen von Herstellervertretern seit zwei Jahren nur noch mit HBCD-freiem EPS versorgt wird.
