Überprüfung WDVS Drei-Liter-Haus_1
Das Mehrfamilienhaus (rechts) in Ludwigshafen wurde einer eingehenden Studie unterzogen, um die Funktionsfähigkeit des WDVS zu prüfen. (Caparol Farben Lacke Bautenschutz)

Außendämmung 2014-07-16T00:00:00Z WDVS nach 13 Jahren überprüft

Das Dr. Robert-Murjahn-Institut (RMI) aus Ober-Ramstadt hat Ende Oktober 2013 die Fassade eines Drei-Liter-Hauses in Ludwigshafen untersucht. Es wurde geprüft, ob das Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS) nach 13 Jahren noch allen technisch-funktionalen Anforderungen genügt.

Die Fassade wurde entsprechend der definierten Vorgehensweise an ausgewählten Stellen geöffnet. Dabei wurde untersucht, ob zum Beispiel Risse, Verfärbungen, Ablösungen der Putzschicht, Wärmeleitfähigkeit der Dämmplatten sowie Feuchtigkeit und andere sichtbare Veränderungen aufgetreten sind. Das Ergebnis: Es gab keine nennenswerten Beanstandungen. Die dauerhafte Funktionalität wurde uneingeschränkt bestätigt.

Das untersuchte Neunfamilien-Wohnhaus wurde in den 1930er-Jahren erbaut und 2001 mit einem WDVS energetisch saniert. Erstmals kamen Dämmstoffplatten der Wärmeleitgruppe 035 zum Einsatz, die mit 20 Zentimeter Dicke den wesentlichen Beitrag für die energetische Sanierung zum „Drei-Liter-Haus“ sicherten. Das System („Capatect“ von Caparol) bestand zudem aus mineralischen Klebe- und Armierungsmörteln sowie einer Grundierung zwischen Unter- und Oberputz als Haftvermittler. Als Endbeschichtung wurde ein eingefärbter organisch-gebundener Oberputz appliziert.

Das wurde im Einzelnen untersucht

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Vorbildliche Detaillösung: Die vorgestellten Balkone vermeiden Wärmebrücken. (Caparol Farben Lacke Bautenschutz)

Bei den Kernbohrungen an mehreren Öffnungsstellen des Drei-Liter-Hauses konnte keine Feuchtigkeit innerhalb des WDVS festgestellt werden. Die Putz- und Dämmstoffproben wurden anschließend luftdicht verpackt, um einem Austreten von Feuchtigkeit entgegen zu wirken. Zudem entnahmen die Prüftechniker auf einer Gerüstebene komplette EPS-Platten, um deren aktuelle Wärmeleitfähigkeit gleichfalls im Labor zu messen. Das Resultat lag mit 32,06 mW/(m ∙ K) weit unter den Anforderungen, die gemäß DIN V 4108-4 heute an die Klasse 034 gestellt werden. Der Bemessungsgrenzwert ist mit 32,8 mW/(m ∙ K) definiert.

Die ermittelten Haftzugfestigkeitswerte zwischen Klebemörtel und Dämmplatte lagen durchschnittlich 70 Prozent, zwischen Platte und Armierungsmasse sogar mehr als 100 Prozent über der Anforderung. Der Mindestwert für die Haftzugfestigkeit zwischen Untergrund und Kleber, Kleber und Wärmedämmstoff sowie Unterputz und Dämmstoff beträgt nach der „Leitlinie für Europäisch Technische Zulassungen für außenseitige Wärmedämm-Verbundsysteme mit Putzschichten“ 0,08 N/mm².

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Mit Kernbohrungen wurden Proben aus dem WDVS entnommen, aber auch ganze Platten wurden ausgebaut und im Labor untersucht. (Caparol Farben Lacke Bautenschutz)

Der gemessene Feuchtegehalt der entnommenen Klebe- und Armierungsmörtel befand sich innerhalb des Bereichs der „normalen“ Ausgleichsfeuchte für Armierungsmassen bei WDVS.

www.caparol.de

zuletzt editiert am 09. April 2021
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