Die Dämmstoffwahl spielt für den Erfolg einer Dämmmaßnahme eine wesentliche Rolle. Um für das jeweilige Gebäude und das zu dämmende Bauteil den aus technischen und wirtschaftlichen Gründen geeignetsten Dämmstoff zu finden, muss man die Produkteigenschaften der infrage kommenden Materialien kennen und gegeneinander abwägen. An drei Beispielen, der Dämmung von Waschbeton-Fassaden, obersten Geschossdecken und Kellerdecken, wird gezeigt, wie für deren spezifische Anforderungen das geeignetste Produkt ermittelt werden kann.
Dämmstoffe unterscheiden sich deutlich in ihren spezifischen Produkteigenschaften. Diese muss man kennen, um in jedem Einzelfall eine fundierte Entscheidung treffen zu können, welcher Dämmstoff mit welcher Dicke die beste Wahl ist. Grundlagen jeder Entscheidung sind:
- Baurecht und Bauphysik,
- bestmöglicher Wärmeschutz (= bestmögliche Energieeinsparung = bestmögliche Heizkosteneinsparung = bestmöglicher Klimaschutz),
- geringstmögliche Kosten (= wirtschaftlichste Lösung),
- die schlankeste Konstruktion, falls bauseits erforderlich.
Wärmeleitfähigkeit ist die zentrale Eigenschaft
Die zentrale Eigenschaft wärmedämmender Materialien ist deren Wärmeleitfähigkeit. Dieser Parameter gibt an, wie viel Wärme bei einer Temperaturdifferenz von einem Kelvin durch eine einen Meter dicke Materialschicht geht. Je geringer der Wert ist, desto besser ist die Dämmleistung.
Die Wärmeleitfähigkeit wird experimentell ermittelt und dem gemessenem Wert ein Sicherheitszuschlag aufgeschlagen, der das typische Verhalten des Materials im eingebauten Zustand berücksichtigt. Die errechneten Bemessungswerte zeigen deutliche Differenzen zwischen den unterschiedlichen Dämmmaterialien auf. Die Spannweite bei geläufigen Dämmstoffen liegt zwischen 0,007 W/(m ∙ K) für Vakuumpaneele und 0,093 W/(m ∙ K) für Holzwolle-Leichtbauplatten. Die Wärmeleitfähigkeit entscheidet über die benötigte Dämmstoffdicke, die erforderlich ist, um einen bestimmten Dämmwert zu erreichen. Bei Platzmangel gilt es, auf Hochleistungsdämmstoffe wie Vakuumpaneele oder Produkte auf Aerogel/Nanogel-Basis zurückzugreifen.
Dies er Beitrag ist Teil eines Artikels au s B+B BAUEN IM BESTAND , Ausgabe 02.2013
Autor: Dr. Ulrich Koberski
