Die dritte Ausgabe der zweitägigen Veranstaltung modularesBauen fand am 5. + 6. September in Aachen statt. Mit insgesamt 23 Ausstellern und 220 Teilnehmern aus 9 verschiedenen Ländern war die Veranstaltung ein voller Erfolg.
Die modularesBauen bot den Ausstellern eine Plattform, um ihre modularen Baukonzepte und -produkte zu präsentieren. Die Vielfalt der Ausstellung reichte von Unternehmen, die modulare Häuser und Gebäude herstellen, bis hin zu Anbietern von modularen Bauelementen und -systemen. Die Besucher hatten die Möglichkeit, sich über die neuesten Entwicklungen und Trends im Bereich des modularen Bauens zu informieren und direkt mit den Ausstellern in Kontakt zu treten.
Neben der Ausstellung gab es ein umfangreiches Vortragsprogramm, das von Experten aus der Branche gestaltet wurde. Die Vorträge behandelten Themen wie die Vorteile des modularen Bauens, Nachhaltigkeit, Effizienz und Zukunftsperspektiven. Die Teilnehmer konnten ihr Wissen erweitern und sich inspirieren lassen.
Von der Energie zur Bauwende
Den Anfang machte Prof. Markus Kuhnhenne von der RWTH Aachen im Vortragsblock „Von der Energie- zur Bauwende“ - er stellte seine Ideen für zukunftsgerechtes Bauen vor. Dr. Marthe-Louise Fehse nahm die Teilnehmer mit auf eine Reise für Bauprodukte: „Vom Abfall zum Bauprodukt“ lautete ihr 20-minütiger Beitrag.
Mit „Neues aus dem Raumzellenbau“ informierte der Vortragsblock nach der Mittagspause über die Erarbeitung einer Richtlinie im Stahl-Raumzellenbau, über Fassadenbegrünung bis hin zu Wertschöpfungstiefen im Modulbau.
Der letzte Teil des ersten Tages widmete sich den rechtlichen Aspekten beim modularen Bauen und nahm sich Themen an wie RAL-Gütesicherung der modularen Bauweise und bot (rechtliche) Hilfestellung für die Modulbaubranche.
Architektur und Baukultur
Der zweite Veranstaltungstag startete mit einem Vortrag von Roland Sitzberger, der mit Erkenntnissen von Porsche punkten konnte. Die Frage, was Porsche mit modularem Bauen zu tun hat, erläuterte Sitzberger gleich zu Anfang. Zwar erlebe das modulare Bauen derzeit einen Hype, aber nicht nur der Bau beschäftige sich mit dem Thema Modulfertigung, sondern gleich acht Industrien - und die Automobilbranche sei eine davon. Und mit Bildern über Fahrzeugfertigungsstraßen nahm er die Teilnehmer mit auf eine rasante Fahrt durch die Detailvarianten des modularen (Auto-)Bauens.
Derart beschleunigt ging es weiter zum Themenblock „Hüllen für das modulare Bauen“. Dort berichtete Axel Sander von seinen Erfahrungen aus der Praxis. Gerade bei der Sanierung in Modulbauweise, sei die Herstellung einer dichten Gebäudehülle eine echte Herausforderung. Auch die Themen Nachhaltigkeit und Re-use von Baustoffen gleichzeitig umzusetzen, sei derzeit noch nicht so einfach. Im Sinne des nachhaltigen Bauens solle beim Rückbau von Gebäuden und Gebäudeteilen ein möglichst hohes Maß an Recyclingfähigkeit sichergestellt werden, indem bereits in der Planungsphase, insbesondere bei der Materialauswahl, verschiedenste Faktoren beachtet würden. Dazu müssten die eingesetzten Materialien und Materialverbindungen leicht trennbar sein. Auch auf Schadstofffreiheit solle geachtet werden.
Infrastruktur für das modulare Bauen
Die beiden Themenblöcke „Technische Gebäudeausrüstung I und II“ behandelten zum Schluss der Veranstaltung unter anderem Praxisbeispiele und Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen industriell vorgefertigter TGA.
Referent Thomas Schaaf von Sauter Deutschland erklärte, gerade im Geschossbau oder in der Sanierung sei ein möglichst schneller Baufortschritt entscheidend – darüber hinaus sei bei der Energieversorgung eine möglichst große Flexibilität und Betriebssicherheit gefragt. Er stellte im Rahmen seines Vortrags smarte Cloud-Aktoren als Basis für energieeffiziente Raumklimakonzepte vor. Aktoren seien die unsichtbaren Helfer im Smart Home. Versteckt in vorhandenen Unterputzdosen installiert und mit herkömmlichen elektrischen Verbrauchern verknüpft empfingen sie per Funk die Steuerungsbefehle der Hausbewohner.
Lev Kirnats von Dimexcon ergänzte in seinem Vortrag, das TGA-Module zudem klare Vorteile bei der Installation vor Ort böten. Die Module ließen sich einfach und schnell auf die Baustelle transportieren und montieren. Die Montage vor Ort inklusive des Einbringens des Moduls betrüge unter 30 Minuten. In herkömmlicher Bauweise würde das etwa zwölf Stunden dauern.
Um dies alles garantieren zu können, sei allerdings eine ausreichende Vorlaufzeit für die genaue Planung wichtig. Zuerst müsse der Wiederholungsfaktor geprüft werden, denn nur so sei eine Serien-Modulfertigung möglich. Neben der Montagefreundlichkeit auf der Baustelle, seien auch die Abmessungen des Moduls von großer Bedeutung. Die sollten so gewählt werden, dass es noch händelbar und für den Transport geeignet sei. Mit einem zusätzlichen Transportgestell ließen sich die bestückten Module schützen.
modularesBauen als interessante Informations-Plattform
Besonders erfreulich war die internationale Beteiligung an der Veranstaltung. Teilnehmer aus 9 Ländern trugen zu einem vielfältigen und globalen Austausch bei. Dies zeigt, dass das Interesse am modularen Bauen weltweit wächst und dass diese Bauweise zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Die Veranstaltung modularesBauen hat sich als wichtige Plattform etabliert, um Experten, Unternehmen und Interessierte aus der Bauindustrie zusammenzubringen. Sie bietet eine gute Gelegenheit, neue Kontakte zu knüpfen, Geschäftsmöglichkeiten zu erkunden und sich über die neuesten Entwicklungen in der Branche zu informieren. Aufgrund des großen Erfolgs und der positiven Resonanz wird die nächste Ausgabe der modularesBauen in zwei Jahren erneut in Aachen stattfinden, und zwar vom 16.-17. September 2025.
