Früher Kaufhaus, heute Hotel in zentraler Lage. Die neue Fassade hat aus dem ehemals schmucklosen Kasten einen Hingucker gemacht. (Quelle: Knauf/Fabian Linden)

Fassadensanierung

07. April 2022 | Teilen auf:

Vom Kaufhaus zum Wohlfühlhotel

Optisches Highlight beim Umbau und der Revitalisierung eines ehemaligen Kaufhauses in Oberhausen zu einem Arthotel war die Neugestaltung der Fassade. Wegen seines niedrigen Gewichts, seiner geringen Wandstärke und die schnelle sowie trockene Montage entschieden sich Planer und Bauherr für ein Außenwandsystem von Knauf.

Am 12. März 2020 – eine Woche vor dem Corona-Shutdown – ist das Arthotel ANA Soul und das dazugehörige ANA Living in der Nähe des Oberhausener Hauptbahnhofs eröffnet worden. Das vorher rein funktionale und wenig attraktive Gebäude mit angeschlossenem Parkhaus fällt jetzt durch seine moderne, rhythmisch gegliederte Fassade auf. Das ANA Soul bietet zusätzlich zur gemütlichen Lobby als Empfangs- und Aufenthaltsort 135 modern gestaltete Zimmer; das ANA Living neben großzügigem Entree und Atrium 65 komfortable und wohnliche Einheiten für Langzeit-Gäste.

Alte Bausubstanz ließ keine große Last zu

Die Revitalisierung des Bestandsgebäudes und die optische Gestaltung einer neuen Fassade stellten die Planer vor einige Herausforderungen. So konnte der vorhandene Baukörper statisch keine massiven Lasten aus Mauerwerk aufnehmen. Daher fiel die Wahl auf das Knauf Außenwandsystem „WM411C.de“ als eingestellte Doppelständerkonstruktion. „Die alten Stahlbetonhohldielendecken ließen keine große Last zu“, erläutert Architekt Friedrich-W. Groefke die Grundproblematik. Die Lösung fand er auf der Website von Knauf. „Als weiterer Vorzug neben dem geringen Gewicht erwies sich die schnelle, trockene Montage.“ Die Bauarbeiten an der Fassade wurden im Februar 2019 aufgenommen. Insgesamt kamen bei diesem Objekt rund 2.800 Quadratmeter Knauf Außenwand mit „Aquapanel“-Technologie zum Einsatz.

Ständerebenen thermisch voneinander getrennt

Der Bestand konnte keine großen Lasten aufnehmen. Die Entscheidung für eine leistungsfähige Leichtbauvariante lag damit auf der Hand. (Quelle: Knauf/Fabian Linden)

Die Knauf Außenwand ist eine Wandkonstruktion in Leichtbauweise auf Basis der zementgebundenen Trägerplatte „Aquapanel Cement Board Outdoor“. Die in Oberhausen verwendete eingestellte Doppelständerkonstruktion „WM 411C.de“ trägt die Wind- und Eigenlast in die Primärkonstruktion ab, nicht jedoch Lasten aus darüber liegenden Geschossdecken oder dem Dach. Die hierfür benötigte Tragkonstruktion ist in Stahlbetonskelettbauweise ausgeführt.

Die äußere Ständerebene der Knauf Außenwand besteht zum statischen Lastabtrag aus der „Aquapanel Cement Board Outdoor“, dem „KAW-Fassadenprofil 150“, den „KAW Stahlwinkeln 70x135/100“ an Kopf- und Fußpunkt und der inneren Beplankung aus 12,5 Millimeter Knauf Diamant. Die fluchtgerechte Montage der Außenwand erfolgt bereits durch die Positionierung der Fassadenprofile. Beide Ständerebenen der Wandkonstruktion sind durch eine ungestörte Zwischendämmung mit der Insulation Dämmrolle „Classic 035“ thermisch voneinander getrennt. Die innere Ständerebene – bestehend aus korrosionsgeschützten CW- und UW-Profilen – übernimmt die Funktion der raumseitigen Luftdichtheit. Integriert zwischen die beiden Platten ist dazu eine Dampfbremsbahn. Insgesamt ergibt dieser Konstruktionsaufbau für die Fassade eine Wandstärke von 315 Millimetern.

Gewichtseinsparung und bauphysikalische Vorteile

An den Kopf- und Fußpunkten sorgen „KAW Stahlwinkel“ für die Verbindung. an den Massivbaukörper. (Quelle: Knauf/Fabian Linden)

„Die Besonderheit waren die Baufluchten des älteren Baukörpers, die ein variables Wandsystem aus einem Baustoff verlangten, der die Substanz wenig belastet“, erklärt Fachplaner Olaf Gempfer, Inhaber von GEA Engineering mit Sitz in Enger/Nordrhein-Westfalen. „Wir haben aus dem System rausgekitzelt, was ging.“ So mussten die Metallständer bei diesem Projekt geklinkt werden. Es wurde aus dem vollen Profil ein Teilstück herausgeschnitten, die Außenkante sehr weit eingerückt. Gempfer ist überzeugt von den Vorzügen des Systems: „Die doppelschalige Knauf Außenwand kann aufgrund der mittleren ungestörten Dämmebene besser Wärme absorbieren und speichern.“ Neben den Wärmeschutzqualitäten überzeuge das System mit sehr guten Schallschutzwerten und Brandschutzeigenschaften.

Als weiteren Vorzug sieht Olaf Gempfer die geringe Flächendichte. „So sind bei Objekten größere Benutzerlasten möglich.“ Der Fachplaner erklärt: „Wir haben mit diesem Projekt in Oberhausen begonnen, uns näher mit Leichtbau zu beschäftigen und dabei festgestellt: Leichtbau oder auch Holzständerbau sind künftig unsere Lösung.“ Er ist zufrieden mit dem Ergebnis seiner Planung, auch im Hinblick auf die Optik der neu gestalteten Fassade. Dazu habe die Integration gerahmter Einfachglas-Brüstungsscheiben beigetragen, die jeweils zwei übereinander liegende, vertikale Fensterschächte über ein Doppelgeschoss optisch zusammenbinden. „Durch die vertikalen Fensterbänder als rhythmische Gliederung entsteht eine Verbindung zwischen den Etagen. Das Gebäude bekommt damit Struktur und wirkt nicht mehr wie eine ,Schuhschachtel‘.“

Knauf Außenwand ist ideal bei Umnutzungen

Außen wird die Knauf Außenwand mit der robusten Zementbauplatte „Aquapanel Cement Board Outdoor“ geschlossen. (Quelle: Knauf/Fabian Linden)

Durch ihre geringere Wandstärke ermöglicht die Knauf Außenwand in Bezug zu vergleichbaren Massivbaukonstruktionen mehr nutzbaren Innenraum. Darüber hinaus ist die Gebäudehülle relativ schnell geschlossen, Fenster und Türelemente können vorab auf Maß gefertigt werden. Somit kann schneller mit den Folgegewerken im Innenausbau begonnen werden. Vor allem bei der Umnutzung von Bestandsgebäuden, Aufstockungen und Erweiterungen sei der der Einsatz der Knauf Außenwand deshalb sinnvoll, sagt Jörg Süllwald, Marktmanager „Aquapanel“. Weitere Informationen >>>

Bautafel

Objekt: Arthotel ANA Oberhausen, Paul-Reusch-Straße 38, 46045 Oberhausen

Bauherr & Entwickler: Gorgeous Smiling Hotels (GSH)

Architektur: Friedrich-W. Groefke, Berlin

Fachplaner: Olaf Gempfer, GEA Engineering, Enger

Fachberatung Knauf: Jörg Süllwald, Marktmanager AQUAPANEL®

Bauzeit: 2019/2020

Eröffnung: März 2020

zuletzt editiert am 07.04.2022