Ein Verbandstreffen, viele Neuigkeiten: Auf der Jahrestagung des Fachverban-ds Wärmedämm-Verbundsysteme (FV WDVS) wurden nicht nur zwei Drittel der Vorstandsämter neu besetzt, auch steht im Juli ein Wechsel in der Geschäftsführung an. Technische Themen rücken zukünftig noch stärker in den Fokus der Verbandsarbeit.
Die stimmberechtigten Mitglieder unter den rund 120 Teilnehmern der Jahrestagung in Düsseldorf wählten am 8. Mai 2015 den bisherigen Vorstand Technik Rüdiger Lugert (Keimfarben) als Nachfolger von Lothar Bombös zum neuen Vorstandsvorsitzenden des FV WDVS. Sein Amt als Stellvertretender Vorstandsvorsitzender behalten hat Ingo Fuchs (Remmers), zuständig für das Ressort Innendämmung. Neuer Stellvertretender Vorsitzender wurde Dr. Andreas Weier (Sto), die weiteren neuen Mitglieder im Vorstand sind Matthias Brox (Alsecco), zuständig für das Ressort Technik, Joachim Fürbringer (Heck Wall Systems) als Vorstand Finanzen und Heiko Werf (Baumit) als Vorstand Öffentlichkeitsarbeit.
Mit großem Dank für die geleistete Arbeit wurden die ausscheidenden Vorstände Lothar Bombös (Sto), Carsten Beier (quick-mix), Guido Cruysen (Caparol) und Alfred Hörner (Saint Gobain Weber) verabschiedet.
Rüdiger Lugert kündigte anschließend auch einen Wechsel in der Verbands-Geschäftsführung an: Ab dem 1. Juli 2015 wird Ralf Pasker, bisher Leiter Technik, neuer Geschäftsführer des FV WDVS. Er übernimmt die Position von Dr. Wolfgang Setzler, der den Verband insgesamt 19 Jahre geleitet und ihn entscheidend geprägt hat. Zu
Zu seiner Verabschiedung dankten ihm die Delegierten für seine erfolgreiche Arbeit. Lothar Bombös und Dr. Wolfgang Setzler wurde zudem die Ehrenmitgliedschaft im FV WDVS verliehen.
In seiner Antrittsrede als neuer Vorstandsvorsitzender setzte Rüdiger Lugert die inhaltlichen Schwerpunkte bei der Technik, Qualität und Wirtschaftlichkeit, eng verbunden mit dem Systemgedanken. „Technisches Marketing“ werde immer wichtiger für den Verband.
Als Beispiele für dessen Realisierung nannte Lugert den neuen „Leitfaden Innendämmsysteme 2.0“ und die „Technische Systeminfo 6 Brandschutz“, die aufgrund neuester Erkenntnisse und politischer Beschlüsse gerade wiederum aktualisiert und zum Jahresende neu erscheinen wird.
Zudem überarbeitet der Verband seine Internetseite www.heizkosten-einsparen.de .
Ralf Pasker, noch amtierender Leiter Technik, gab einen Komplettüberblick über die aktuellen Arbeitsschwerpunkte in den verschiedenen Gremien und erläuterte den Teilnehmern die neue Struktur unterhalb des Steuerungskreises Technik. Hier werden künftig für alle Mitglieder zugängliche Fachgruppen zu den Themen Brandschutz, Dämmstoffe, Baurecht, Innendämmung und Zubehör eingerichtet, um die Aufgaben besser koordinieren und möglichst viele Mitglieder an der Entscheidungsfindung im Verband beteiligen zu können.
Im Vortragsprogramm der Tagung skizzierte Rüdiger Schumann, Kommunikationschef der Innovation City Management Bottrop anhand der erfolgreichen Projektarbeit in der Ruhrgebietsstadt die „Energiewende von unten“. Sie strebt neben dem klimagerechten Stadtumbau z eine Reduzierung der CO 2 Emissionen um 50 Prozent an und hat dazu bereitseine Sanierungsquote von 8,5 Prozent erreicht (Bundesdurchschnitt: 1,5 Prozent). In der Fortsetzung soll es ein Projekt zum ökologischen Standumbau des Eltingviertels in Essen geben.
Ergebnisse zum Recycling-Forschungsprojekt präsentierte Dr. Wolfgang Setzler in Vertretung des erkrankten Dr. Klaus Breuer (Fraunhofer Institut für Bauphysik, IBP). Dessen Kollege Dr.-Ing. Hartwig Künzel berichtete erstmals über die neuesten Ergebnisse der IBP-Studie zur Langzeitbewährung von WDVS.
Durch die der Studie zugrunde liegenden Betrachtung in Abständen (1975, 1983, 1989, 1995, 2004, 2014) verfügt das IBP über 40 Jahre ermittelte Testwerte, die in vielen Details die Langlebigkeit von WDVS belegen: Der Wartungsaufwand bei den analysierten WDVS-Fassaden sei gering, die Dauerhaftigkeit der Systeme sehr gut. Das jüngste der Prüfobjekte (München) funktioniert seit 29, das älteste (Nürnberg) bereits seit 45 Jahren. „Alterungsverhalten und Wartungsaufwand sind bei Fassaden mit WDVS nicht anders zu bewerten als bei konventionell verputzten Außenwänden“, sagt Dr. Künzel.
Der Wissenschaftler wies ausdrücklich auf die entscheidende Bedeutung von systemkompatiblem Material hin, dass bei der Überarbeitung bestehender Fassaden (beispielsweise Anstriche oder Aufdopplung) unbedingt einzusetzen sei. Der Verband plant laut Ralf Pasker, den Grundgedanken der IBP Studie zur Beobachtung und Darstellung des Langzeitverhaltens auf unterschiedliche Systemaufbauten auszudehnen und auch hier entsprechend belastbare Daten zu sammeln. Über die Systemvielfalt bei WDVS allgemein veröffentlicht der FV noch in diesem Jahr eine neue Fassung der „Technischen Systeminfo 3“.
Den Abschluss dieser ereignisreichen Jahrestagung bildete eine Compliance-Schulung von Prof. Dr. Kai-Thorsten Zwecker (SGP Rechtsanwälte, Ulm).
