Die Ergebnisse der Sirius Campus Marktuntersuchung „Monitor zur Energiewende“ zeigen, dass der wichtigste Bremsfaktor bei Investitionsentscheidungen im Bereich der energetischen Sanierung Unsicherheit ist. Die Untersuchung belegt auch, dass gute Beratung dabei helfen kann, diese Hürde zu überwinden.
Rund ein Zehntel (9%) der 12,3 Mio. Haus-Wohneigentümer haben sich in den letzten fünf Jahren zu einer energetischen Sanierung informiert, aber dann ihren Entscheidungsprozess abgebrochen. Bei einem durchschnittlichen liquiden Vermögen unter Haus-Wohneigentümern von rund 50 Tausend Euro sind zu hohe Gesamtkosten nur bei einem Drittel (35 %) ein gewichtiger Hinderungsgrund. Für fast ein Viertel (23%) der Haus-Wohneigentümer liegen sogar keine Finanzierungsprobleme vor – sodass Mittelmangel nicht der Grund für den Abbruch des Entscheidungsprozesses sein kann.
Für ihre Marktuntersuchung „Monitor zur Energiewende“ führte die Sirius Campus GmbH im September 2025 2.236 Online-Interviews mit Wohneigentümern, privaten Vermietern und Mietern einer repräsentativen Haushaltsstichprobe. Die Ergebnisse belegen, dass vor allem ein Gefühl von Unsicherheit vorherrscht. Nur ein Viertel (25 %) der Haus-Wohneigentümer haben vor einer Investition zur Qualität der handwerklichen Ausführungen einen sicheres, beziehungsweise gutes Gefühl. Noch weniger sind es bei der Zuverlässigkeit der Kostenaufstellung (15 %), der Beratung zum Projekt (14 %) und der Nutzung staatlicher Förderungen (14 %). Immerhin die Hälfte glaubt vor einer Investition daran, dass monatlich geringere Energiekosten (51 %) möglich sein werden. Von der Wertsteigerung der Immobilie ist ein Drittel (30 %) und von einem Klimaschutzbeitrag nur ein Viertel (23 %) vorher überzeugt. „Energetische Sanierungen und neue Techniken erleben viele Wohneigentümer als sehr komplexe Entscheidungssituation. Und tatsächlich liegen meist wenige Erfahrungen vor“, interpretiert Dr. Oliver Gaedeke, Geschäftsführer von Sirius Campus. „Fehlende Vorstellungen und konkrete Vorbilder sind deswegen die größten mentalen Hürden im Entscheidungsprozess.“
Begeisterung nach einer energetischen Sanierung ist groß
Dem steht gegenüber, dass fast alle (94 %) der Haus-Wohneigentümer nach einer energetischen Sanierung zufrieden, zwei Drittel (66%) sogar begeistert sind (Beurteilung mit sehr gut oder ausgezeichnet). Über die Hälfte (58%) der Hausbesitzer mit Sanierungserfahrungen hat bereits die jeweilige Maßnahme weiterempfohlen. Dabei beobachten Weiterempfehler bei rund zwei Fünfteln (42 %) ihrer Gesprächspartner (Empfehlungsnehmer) eine Absicht und bei einem Drittel (32 %) eine tatsächliche Umsetzung einer vergleichbaren Investition. Die Begeisterung entsteht vor allem durch positive Erlebnisse der Sanierer bei der Qualität der handwerklichen Ausführungen (56 %), Einbau der gewünschten Materialien und Geräte (50 %) sowie Verlässlichkeit der Kostenaufstellung (46 %). Ferner werden Sanierer auch bei der Vorteilserwartung niedrigere monatlicher Energiekosten (65 %) und einem geringem Wartungsaufwand (28 %) positiv überrascht. „Die hohe Diskrepanz zwischen den wenig positiven Erwartungen vor und den sehr positiven Erfahrungen nach energetischen Sanierungen macht deutlich, wie groß die Unsicherheiten im Entscheidungsprozess sind. Die hohe Qualität im Handwerk und bei Komplettanbieter begeistert dann umso mehr“, betont Gaedeke.
Anschauliche und einfache Beratung sind entscheidend
Rund ein Viertel (28 %) aller Immobilienbesitzer hat sich 2025 zu einer energetischen Sanierung beraten lassen. Darunter verzeichnen EnBW, Enpal und regionale Stadtwerke in Summe mit jeweils rund einem Zehntel der Nutzer die höchste Beratungsreichweite. Neben regionalen Handwerkern werden auch E.ON, Haus und Heim, Thermondo, VARM und Vattenfall als beratende Anbieter mit Reichenweiten zwischen 5 und 9 Prozent genannt. Hinsichtlich der Beratungs- und Angebotsqualität erhalten jedoch eher kleinere Anbieter überdurchschnittliche Noten, z. B. DreamMaker, EKD, Haus und Heim, HomeServe, octopus energy, Quatt, Homeenergy, Otovo, Schlieger oder Vamo (alphabetische Reihenfolge). Unter den Anbietern mit hoher Reichweite stechen EnBW und E.ON mit einer überdurchschnittlich Beratungs- und Angebotsqualität hervor. „Gute Beratungen mit positiver Wirkung auf eine Investitionsentscheidung für energetische Sanierungen zeichnen sich vor allem durch Anschaulichkeit und Einfachheit aus“, so Gaedeke. Komplexe technische Erläuterungen, die eigentlich für mehr Transparenz sorgen sollen, wirken sich nach Einschätzung von Sirius Campus bei der Mehrheit der Immobilienbesitzer eher negativ aus. Weitere untersuchte Anbieter sind: 1Komma5Grad, BK Soltech, entega, hansetherm, heimWatt, Homeenergy, ökoloco und Vamo. Weitere Informationen >>>
