Abdichtungsloesungen, Bild 2 Sika
Eine Lösung bei undichten Kellern kann der Einbau einer Innenwanne mit einer Frischbeton-verbundabdichtungsfolie sein. (Abb.: Sika Deutschland GmbH)

Bauwerksabdichtung 2016-08-01T00:00:00Z Undichte Tiefgeschosse mit Innenwannen abdichten

Fehlende oder schadhafte Abdichtungen an erdberührten Außenwänden können zu umfangreichen Schäden und Nutzungseinschränkungen von Kellergeschossen führen. Eine Reihe von Möglichkeiten und Produktsystemen steht zur Verfügung, um Kellergeschosse angepasst auf die örtlichen Gegebenheiten nachträglich abzudichten. Relativ neu sind die alternativen Sanierungskonzepte einer Innenwanne, zum einen als Abklebesystem, zum anderen als Frischbetonverbundkonstruktion. Auch die Kombination beider Systeme ist möglich, zum Beispiel die Frischbetonverbundkonstruktion am Boden und die Abklebung an den erdberührten Wänden.

Die Gründe für undichte Kellergeschosse sind vielfältig: Neben Planungs- und Ausführungsfehlern führen auch Veränderungen der natürlichen Bedingungen häufiger zu Undichtigkeiten von Tiefgeschossen. Ein Beispiel hierfür ist der Braunkohletagebau in Deutschland, bei dem der Grundwasserstand in großen Gebieten über viele Jahrzehnte hinweg erheblich verändert wurde. Aber was passiert nach dem Braunkohletagebau, wenn das Grundwasser wieder steigt? Aber auch wasserbauliche Maßnahmen, tiefgreifende Bauprojekte oder Industriebetriebe mit umfangreichen Wasserentnahmen können die Bedingungen empfindlich verändern und angrenzende Bauwerke vor abdichtungstechnische Probleme stellen.

In vielen Fällen lässt die angrenzende Bebauung eine nachträgliche äußere Abdichtung nicht mehr mit wirtschaftlich vertretbaren Mitteln zu. Alternative Lösungen sollten den dauerhaften Erfolg der Sanierungsmaßnahme sicherstellen und keine oder nur geringe Nutzungseinschränkung des Tiefgeschosses mit sich bringen.

Abdichtungslösungen, Bild 3, Sika
Alternativ steht eine innenseitige Flächenabklebung zur Verfügung. (Abb.: Sika Deutschland GmbH)

Innenseitige Flächenabklebung benötigt nur geringe Aufbauhöhe

Innenseitige Abdichtungsmaßnahmen scheiterten bisher häufig daran, dass viele Abdichtungssysteme der rückwärtigen (negativen) Wasserbelastung nicht dauerhaft standhalten konnten. Zudem sind viele Systeme nicht ausreichend flexibel, um beispielsweise Risse und Fugen dauerhaft zu überbrücken.

Für diese Anforderungen hat Sika Deutschland das Abklebesystem „Tricoflex“ entwickelt. Es ist auf mineralischen Untergründen auch bei rückwärtiger Durchfeuchtung und negativem Wasserdruck anwendbar. Das System besteht aus einem flexiblen Dichtungselement auf Basis thermoplastischer Elastomere (TPE) sowie einem Systemkleber auf Epoxidharz-Basis. Beide Systemteile sind aufeinander abgestimmt und ermöglichen eine kraftschlüssige Verklebung. Die Dichtungsbahn wird hierbei durchgehend verschweißt und mit dem Epoxidharzkleber auf den Untergrund kraftschlüssig aufgeklebt. Das System kommt aus der Fugenabdichtung und das eingebettete Dichtungselement verfügt über eine hohe Dehnfähigkeit.

Dem Untergrund und der Untergrundvorbereitung kommt bei der Verarbeitung besondere Bedeutung zu, damit die Kräfte aus der negativen Wasserbelastung schadlos aufgenommen werden können. Die Innenabdichtung wird über das Niveau des höchsten Grundwasserstandes geführt. Je nach Ausführung werden die Außen- aber auch die Innenwände mit Hilfe einer Horizontalsperre vor aufsteigender Feuchtigkeit geschützt. Die Aufbauhöhe des Abklebesystems beträgt circa fünf Millimeter.

Innenwanne mit Frischbetonverbundabdichtung

Eine weitere alternative Sanierungsmaßnahme ist die Frischbetonverbundabdichtung. Basis ist die Ausbildung einer Innenwanne aus WU-Beton. Reine WU-Konstruktionen führen aufgrund ihrer empfohlenen Mindestquerschnitte in der Regel zu erheblichen Nutzungseinschränkungen. Durch den Einsatz einer Frischbetonverbundabdichtung, wie zum Beispiel der „SikaProof A“ von Sika Deutschland, können die Mindestquerschnitte der WU-Konstruktion auf das statisch erforderliche Maß reduziert werden. Unter Verwendung einer Anschlussbewehrung als Rückverankerung kann die Aufbauhöhe unter Umständen bis auf zehn Zentimeter heruntergesetzt werden. Somit können Raumverluste reduziert werden.

Das System besteht aus einer Kunststoffdichtungsbahn auf Basis von flexiblen Polyolefinen (FPO), auf die ein polyolefiner Dichtstoff aufgebracht ist. Dieser ist innenseitig mit einem Polypropylenvlies kaschiert. Die Bahn wird vor der Betonage auf die bestehende Kellerwand- und Bodenfläche aufgebracht. Bei der Betonage füllt sich das Vlies der Dichtungsbahn vollständig mit Zementleim und verkrallt sich dauerhaft mit dem Beton. Die Kombination aus Betonverbund und gitternetzförmigen Dichtstoffraster stellt einen wirksamen Hinterlaufschutz sicher. Im Falle einer Beschädigung der Dichtungsbahn wird das anstehende Wasser gestoppt und kann die Bahn nicht hinterwandern. Die hochflexible Dichtungsbahn überbrückt außerdem Risse.

Auch bei dieser Variante einer Innenwanne müssen die Bestandswände durch eine Horizontalsperre gegenüber aufsteigender Feuchtigkeit geschützt werden.

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zuletzt editiert am 09. April 2021