Das Bürogebäude der Braunschweiger Baugenossenschaft (BBG) wurde innerhalb des Forschungsprojekts "PROsab Energieeffiziente und komfortgerechte Sanierung von Bürogebäuden" konzeptionell saniert. Nachfolgend wird die Umsetzung geschildert.
Innerhalb des Forschungsprojekts "PROsab Energieeffiziente und komfortgerechte Sanierung von Bürogebäuden" wurden insgesamt 13 Bürogebäude konzeptionell saniert. Eines davon ist das Bürogebäude der Braunschweiger Baugenossenschaft (BBG). Im B+B SPEZIAL 2011 "Büro- und Verwaltungsgebäude" wurden die Sanierungsvorschläge für dieses Gebäude ausführlich dargestellt und gezeigt, wie der aus dem Projekt entwickelte Leitfaden funktioniert. Eine Reihe der Vorschläge wurde nachfolgend umgesetzt: Im Vordergrund der Sanierungsmaßnahmen stand die energetische Modernisierung des Gebäudes. Im ersten Schritt wurden die alten Holzfenster durch neue Kunststofffenster mit 3-fach Verglasung einschließlich Solarglas ersetzt. Anschließend wurde auf der alten Fassadentragschale eine vorgehängte Fassade aus "Alucobond" mit einer 20-Zentimeter-Dämmung WLK 035 angebracht.
Das Besondere der Fassade ist die unterschiedliche Pigmentierung auf der Oberfläche, die je nach Sonnenlichteinfall und Blickwinkel des Betrachters die Fassade in wechselnden Farben von Pink und Rosa über Grün bis hin zu Silber erscheinen lässt. In die Fassade wurde auf der Südseite außerdem eine Fotovoltaik-Anlage integriert. Sie ist eine der größten Fassadenanlagen in Braunschweig und produziert per anno knapp 10.000 KW, die komplett in das Stromnetz eingespeist werden.
Fahrstuhlschacht bis zur Dachfläche verlängert
Auf dem Dach befand sich ein Penthouse aus einer asbesthaltigen Leichtbaukonstruktion, das als Bürofläche genutzt wurde. Es war so marode, dass eine Sanierung unwirtschaftlich geworden wäre. Aus diesem Grunde wurde das 5. Obergeschoss, das gerade freigeworden war, als Ersatzbürofläche für den Mieter des Penthouses genutzt und entsprechend dessen Anforderungen umgebaut.
Beim Abriss des Penthouses wurde die vorhandene Stahlkonstruktion des "Flugdachs" beibehalten und nur die Penthousewände demontiert. Durch eine Verlängerung des Aufzugschachtes kann die neu gewonnene Dachfläche jetzt angefahren werden und bietet als Aussichtsterrasse einen wunderbaren Blick über Braunschweig bis hin zum Harz. Die Dachfläche wurde mit 30 Zentimeter Dämmstoff WLK 035 gedämmt.
Brandschatz den aktuellen Anforderungen angepasst
Erwähnenswert ist auch die komplette Aufrüstung des Brandschutzes innerhalb des Gebäudes. Der "alte" Brandschutz entsprach noch dem Stand der 1960er-Jahre, war nicht mehr angemessen und genoss auch keinen Bestandsschutz. So wurden alle Treppenhäuser mit Überdruckanlagen ausgerüstet, die im Falle eine Brands dafür sorgen, dass das Treppenhaus nicht verrauchen kann. Weiterhin wurden sämtliche Brandschutztüren und die Brandmeldeanlage im Hause erneuert. Die Zahl der Brandmelder hat sich dabei verdoppelt, das Fluchtwegesystem ist nunmehr mit Piktogrammen entsprechend dem neuesten Stand ausgerüstet. Die Gesamtinvestition beläuft sich auf knapp 4 Millionen Euro. Davon entfallen alleine ein Viertel auf die Fassade einschließlich der Fotovoltaik-Anlage.
Michael Gorschlüter, Braunschweiger Baugenossenschaft eG
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