Aus einem sechs Meter tief gelegenen, feuchten Gewölbe sollte ein trockener und hygienischer Funktionsraum werden, ohne dass eine Innenabdichtung zum Einsatz kommt. Mit einem Sperrputz gelang die Abdichtung gegen das von außen drückende Wasser.
Früher lagerte in dem 150 Jahre alten Keller das Bier der österreichischen Brauerei Egg. Zur Kühlung füllte Eis den Hohlraum des zweischaligen Mauerwerks. Seit das Bier in einer modernen Kühlhalle gelagert wird, drang bei Regen Wasser in den ehemals zur Kühlung genutzten Zwischenraum ein, das im Anschluss in den Keller lief. Durch die permanent niedrige Temperatur und Feuchtigkeit hatten sich Moos und Algen an den Wänden gebildet. Nachdem der Keller viele Jahre lang leer gestanden hatte, beschlossen die Geschäftsführer Luis Weidinger und Hubert Berkmann das Gewölbe in Zukunft als Reinigungsraum zu nutzen.
Zunächst erwog man den Keller von innen abzudichten, entschied sich allerdings aus Kostengründen dagegen. Zudem kamen aus hygienischen Gründen keine Reinigungsverfahren infrage. Der hinzugezogene Sachverständige empfahl schließlich die Verwendung eines Sperrputzes.
So trug die Firma Rhomberg Elmar Bau in einer Woche fast zehn Tonnen des Werktrockenmörtels auf die insgesamt 300 Quadratmeter Wandfläche auf. Um den Großteil des Wasserdrucks abzuleiten, wurde zuerst ein entsprechendes Entlastungssystem mit Geberit Rohren eingebaut. Nach der Grundierung der Wandfläche brachten die Mitarbeiter des Betriebs von innen maschinell den Sperrputz in einer 1,5 Zentimeter dicken Putzstärke auf. Da das Produkt auch auf nassen und versalzenen Untergründen haftet, waren keine weiteren Vorarbeiten, wie etwa Salzanalysen nötig.
Nach zwei Wochen konnte der neue Reinigungsraum übergeben werden, nachdem noch ein Anstrich mit wasserabweisender Farbe erfolgt war. Seither bietet er Raum für Industrieanlagen, die die Braubehälter reinigen.
Bautafel
