Für die Instandsetzung des Schwebdaer Hofs ist das thüringische Treffurt mit dem ersten Platz beim Deutschen Fachwerkpreis 2025 in der Kategorie „Öffentliche Hand“ ausgezeichnet worden.
Die Verleihung des von der Arbeitsgemeinschaft Deutsche Fachwerkstädte e.V. ausgelobten Preises fand am 15. Mai in Duderstadt statt. Bei ihrem Sanierungsvorhaben wurde Treffurt von der ProjektStadt in Weimar unterstützt. Die für Thüringen zuständige Stadtentwicklungsmarke der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt (NHW) agierte als Sanierungsträger der Stadt, hat die Fördermittel akquiriert beziehungsweise verwaltet und die Bewerbung für den Preis ausgearbeitet.

„Die Sanierung eines Fachwerkgebäudes ist eine hochsensible und komplexe Aufgabe“, sagte Martin Günther, Leiter der ProjektStadt in Thüringen. „Wir freuen uns, dass wir die Stadt mit unserem Know-how partnerschaftlich unterstützen und unseren Teil dazu beitragen konnten, dass dieses beeindruckende Gebäude in neuem Glanz erstrahlt. Das geht nur, wenn alle Beteiligten vertrauensvoll und partnerschaftlich zusammenarbeiten.“ Für die Instandsetzung des Schwebdaer Hofes und die Nutzung als Inklusionshotel erhielt die Stadt Treffurt bereits 2021 den Thüringischen Denkmalschutzpreis. Auch damals war die ProjektStadt bei der Bewerbung für den Preis beteiligt.
Barrierearmes Fahrradhotel für Menschen mit und ohne Behinderung
Das Gebäude war 1601 als Adelshof errichtet worden und wurde in den vergangenen Jahrzehnten als Basis einer Möbelfabrik, als Textilgeschäft und zum Wohnen genutzt. Dann folgte die denkmalgerechte Sanierung und der Umbau zu einem barrierearmen Fahrradhotel durch die Stadt im thüringischen Wartburgkreis in Zusammenarbeit mit dem Betreiber Johannesstift Ershausen. In dem Inklusionsbetrieb arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung zusammen.
Neben der barrierearmen Gestaltung wurde das Gebäude weitestgehend energetisch ertüchtigt, der originale Deckenstuck erhalten und ergänzt, die Fassadenfassung nach historischem Befund ausgeführt, im Restaurantbereich die Fachwerkkonstruktion offengelegt und die Gästezimmer individuell von einer Innenarchitektin und einem Künstler gestaltet. So wurde jedes Zimmer mit einem Tiersymbol markiert, damit sich beeinträchtigte Mitarbeiter orientieren können.

Der behutsame Ausbau erfülle höchste Ansprüche, hieß es in der Laudatio. Gleichzeitig gebe es eine perfekte Symbiose zwischen sozial anspruchsvoller Nutzung, Denkmalerhalt, Stadtgestaltung und Tourismus. Die Jury lobte die hohe Qualität aller eingereichten Arbeiten. „Die Ergebnisse zeigen, dass Fachwerkgebäude gut sanierbar sind, dass sie alle Anforderungen für ein gesundes, stabiles Klima erfüllen können, dass sie außerordentliche Beiträge zu unserer Kultur geliefert haben und liefern und dass in ihnen ein hoher Wohnwert schlummert.“
Fachwerkpreis: Innovative Ideen und Konzepte gefragt
Die Arbeitsgemeinschaft Deutsche Fachwerkstädte mit Sitz in Fulda feiert in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. Der Deutsche Fachwerkpreis wird alle fünf Jahre verliehen und richtet sich an Fachwerkhausbesitzer für die herausragende Sanierung ihrer Fachwerkgebäude und an Fachwerkstädte und Kommunen mit innovativen Ideen und Konzepten zur Zukunft ihres Fachwerkbestandes. Alle Maßnahmen dienen der Revitalisierung von Einzelgebäuden in Fachwerkstädten und sollen sie auf diesem Weg zukunftsfähig machen. Weitere Informationen >>>