Ein traditionelles Fachwerkhaus mit roten Fensterrahmen und einem roten Ziegeldach. Im Vordergrund sind violette Blumen zu sehen.
Wurde mit dem ersten Platz beim Deutschen Fachwerkpreis 2025 ausgezeichnet: der Schwebdaer Hof in Treffurt. (Quelle: ProjektStadt)

Bauwerkserhaltung 2025-06-05T08:33:22.962Z Thüringer Projekt gewinnt Fachwerkpreis

Für die Instandsetzung des Schwebdaer Hofs ist das thüringische Treffurt mit dem ersten Platz beim Deutschen Fachwerkpreis 2025 in der Kategorie „Öffentliche Hand“ ausgezeichnet worden.

Die Verleihung des von der Arbeitsgemeinschaft Deutsche Fachwerkstädte e.V. ausgelobten Preises fand am 15. Mai in Duderstadt statt. Bei ihrem Sanierungsvorhaben wurde Treffurt von der ProjektStadt in Weimar unterstützt. Die für Thüringen zuständige Stadtentwicklungsmarke der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt (NHW) agierte als Sanierungsträger der Stadt, hat die Fördermittel akquiriert beziehungsweise verwaltet und die Bewerbung für den Preis ausgearbeitet.

Eine Gruppe von sechs Personen steht vor einem Plakat, das den Deutschen Fachwerkpreis 2025 zeigt. Eine Person hält eine Urkunde in der Hand.
Freuen sich über die Auszeichnung: (v. li.) Prof. Dipl.-Ing. Manfred Gerner (Präsident Arbeitsgemeinschaft Deutsche Fachwerkstädte e. V.), Alice Dinger (Projektleiterin ProjektStadt), Michael Reinz (Bürgermeister Stadt Treffurt), Angela Leinhos (Architektin des Gebäudes), Michael König (Hotelleitung) und Ralf Stützer (Projektleitung Betreiber Hotel). (Quelle: Diana Wetzestein)

„Die Sanierung eines Fachwerkgebäudes ist eine hochsensible und komplexe Aufgabe“, sagte Martin Günther, Leiter der ProjektStadt in Thüringen. „Wir freuen uns, dass wir die Stadt mit unserem Know-how partnerschaftlich unterstützen und unseren Teil dazu beitragen konnten, dass dieses beeindruckende Gebäude in neuem Glanz erstrahlt. Das geht nur, wenn alle Beteiligten vertrauensvoll und partnerschaftlich zusammenarbeiten.“ Für die Instandsetzung des Schwebdaer Hofes und die Nutzung als Inklusionshotel erhielt die Stadt Treffurt bereits 2021 den Thüringischen Denkmalschutzpreis. Auch damals war die ProjektStadt bei der Bewerbung für den Preis beteiligt.  

Barrierearmes Fahrradhotel für Menschen mit und ohne Behinderung 

Das Gebäude war 1601 als Adelshof errichtet worden und wurde in den vergangenen Jahrzehnten als Basis einer Möbelfabrik, als Textilgeschäft und zum Wohnen genutzt. Dann folgte die denkmalgerechte Sanierung und der Umbau zu einem barrierearmen Fahrradhotel durch die Stadt im thüringischen Wartburgkreis in Zusammenarbeit mit dem Betreiber Johannesstift Ershausen. In dem Inklusionsbetrieb arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung zusammen. 

Neben der barrierearmen Gestaltung wurde das Gebäude weitestgehend energetisch ertüchtigt, der originale Deckenstuck erhalten und ergänzt, die Fassadenfassung nach historischem Befund ausgeführt, im Restaurantbereich die Fachwerkkonstruktion offengelegt und die Gästezimmer individuell von einer Innenarchitektin und einem Künstler gestaltet. So wurde jedes Zimmer mit einem Tiersymbol markiert, damit sich beeinträchtigte Mitarbeiter orientieren können.

Eine Auszeichnung für den Deutschen Fachwerkpreis 2025, die den 1. Preis in der Kategorie "Öffentliche Hand" zeigt.
Die Jury lobte den gelungenen Mix zwischen sozial anspruchsvoller Nutzung, Denkmalerhalt, Stadtgestaltung und Tourismus. (Quelle: ProjektStadt)

Der behutsame Ausbau erfülle höchste Ansprüche, hieß es in der Laudatio. Gleichzeitig gebe es eine perfekte Symbiose zwischen sozial anspruchsvoller Nutzung, Denkmalerhalt, Stadtgestaltung und Tourismus. Die Jury lobte die hohe Qualität aller eingereichten Arbeiten. „Die Ergebnisse zeigen, dass Fachwerkgebäude gut sanierbar sind, dass sie alle Anforderungen für ein gesundes, stabiles Klima erfüllen können, dass sie außerordentliche Beiträge zu unserer Kultur geliefert haben und liefern und dass in ihnen ein hoher Wohnwert schlummert.“ 

Fachwerkpreis: Innovative Ideen und Konzepte gefragt 

Die Arbeitsgemeinschaft Deutsche Fachwerkstädte mit Sitz in Fulda feiert in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. Der Deutsche Fachwerkpreis wird alle fünf Jahre verliehen und richtet sich an Fachwerkhausbesitzer für die herausragende Sanierung ihrer Fachwerkgebäude und an Fachwerkstädte und Kommunen mit innovativen Ideen und Konzepten zur Zukunft ihres Fachwerkbestandes. Alle Maßnahmen dienen der Revitalisierung von Einzelgebäuden in Fachwerkstädten und sollen sie auf diesem Weg zukunftsfähig machen. Weitere Informationen >>>

zuletzt editiert am 05. Juni 2025
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