Wacker hat in seinem Werk in Burghausen eine neue Testanlage zur Zertifizierung moderner Vollwärmeschutzsysteme errichtet. In zwei Klimakammern mit Bewitterungs- und Testwänden nach Richtlinien der European Organisation for Technical Approvals (EOTA) können Fassadendämmungen unter verschiedensten klimatischen Bedingungen geprüft werden. Dadurch sollen Hersteller von Wärmedämm-Systemen ihre Produkte in Zukunft schneller zertifizieren können.
Hintergrund der Erweiterung ist der expandierende Markt für Isoliersysteme und die damit verbundene steigende Nachfrage der Kunden nach Möglichkeiten, ihre polymer-modifizierten Fassadensysteme zu testen. Für die neuen Prüfanlagen, die zu den anwendungstechnischen Laboren von Wackers Polymersparte gehören, wurde ein eigenes Gebäude errichtet: Das „EOTA Prüfzentrum“ umfasst auf einer Fläche von ca. 300 m 2 zwei Klimakammern mit jeweils sechs Beton-Testwänden, von denen je zwei gleichzeitig Bewitterungstests durchgeführt werden können.
An den speziell konstruierten Wänden werden Wärmedämm-Verbundsysteme unter härtesten klimatischen Bedingungen getestet. Alterungs- und Witterungsprozesse lassen sich so stark beschleunigt herbeiführen, um anschließend die Beständigkeit und Effizienz der Materialien zu überprüfen. In den Klimakammern können von tropisch feucht über Regen bis Dauerfrost verschiedenste Wetterbedingungen simuliert werden. Zudem lassen sich Tests nach den EOTA-Leitlinien durchführen: Dabei wird die Wand in einer vierwöchigen Testphase 80 hygrothermischen Zyklen und fünf Frostzyklen bei Temperaturen von minus 20 Grad Celsius bis plus 70 Grad Celsius, unterschiedlicher Luftfeuchte sowie Spritzwasserberieselung ausgesetzt und anschließend gemäß der Prüfrichtlinie ETAG 004 überprüft.
Nach Angabe des Konzerns lag die Wartezeit für eine Prüfwand bislang bei etwa eineinhalb Jahren. Durch den Ausbau wird diese nun deutlich verkürzt.
