Cover Klimaneutraler Gebäudebestand
Die Studie des Umweltbundesamts zeigt Wege zu einem klimaneutralen Gebäudebestand auf. (Abb.: Umweltbundesamt)

Gebäude + Energie 2016-04-25T00:00:00Z Studie: Klimaneutral werden mit Sanierungen

Bis 2050 soll der Gebäudebestand Deutschlands nahezu klimaneutral werden. Eine aktuelle Studie des Umweltbundesamts zeigt (UBA), wie das gehen kann.

Das Amt empfiehlt im Zusammenhang mit der Studie, schnell mit einer umfassenden Sanierung des Gebäudebestands in Deutschland zu beginnen. Sowohl eine umfassende Gebäudesanierung als auch eine verstärkte Versorgung der Gebäude durch erneuerbare Energien identifiziert die Studie als zentrale Maßnahmen. In Kombination können sie den Primärenergieverbrauch des Gebäudebestands um 80 Prozent senken im Vergleich zum heutigen Zustand. Die Jahresgesamtkosten sind für beide Varianten in etwa gleich, wie das UBA anhand von Modellberechnungen ermittelte.

Konkret untersuchte das UBA drei Zielbilder, die den Gebäudebestand 2050 beschreiben. Sie unterscheiden sich jeweils im Sanierungsgrad sowie darin, wie viel Endenergie die Gebäude nach der Sanierung noch verbrauchen und wie hoch der Anteil an erneuerbarer Energie dann sein muss, um als nahezu klimaneutral zu gelten. Maria Krautzberger: „Wir empfehlen, Gebäude möglichst umfassend zu sanieren. Denn je effizienter die Gebäude sind, desto mehr erneuerbare Energien werden für andere Anwendungen frei.“ Allein der Unterschied im Stromverbrauch der einzelnen Zielbilder entspricht der Stromerzeugung aller Windkraftanlagen 2014 in Deutschland.

In Bezug auf die CO2-Emissionen der Gebäude sind die drei Szenarien in etwa deckungsgleich: Die Emissionen sinken bei allen zwischen 81 und 83 Prozent. Auch in den Jahresgesamtkosten unterscheiden sie sich nur gering. So fallen höhere Kosten entweder für Investitionen in die Gebäudesanierung oder für den Bezug erneuerbarer Energien an.

Die Studie „Klimaneutraler Gebäudebestand 2050“ wurde vom Öko-Institut im Auftrag des Umweltbundesamtes erstellt. Sie beschäftigt sich mit dem Gebäudebestand auf zwei Ebenen: Mit Einzelgebäuden und mit dem Bestand als Ganzes. Die Studie beschreibt den aktuellen Stand und die absehbare Entwicklung der Techniken, die für die Gebäudesanierung zur Verfügung stehen: Wärmedämmstoffe, Lüftung, Heiztechniken und so weiter. Eine Vielzahl einzelner Gebäude vom unsanierten Haus bis zum Passivhaus wurde auf ihren Energieverbrauch und die entstehenden Kosten hin untersucht. Geprüft wurde auch, wie gut ein nahezu klimaneutraler Gebäudebestand zum zukünftigen Energiesystem passt.

Dass schon heute Sanierungen möglich sind, die zur Klimaneutralität von Gebäuden führen, zeigt die Berliner Wohnungsgenossenschaft Märkische Scholle gerade mit einem Demonstrationsprojekt im Umweltinnovationsprogramm: Vier Mehrfamilienhäuser sollen Ende 2016 nach der Sanierung keine CO2-Emissionen mehr für das Heizen und Belüften verursachen, und die Mieterinnen und Mieter können von gleichbleibenden Warmmieten profitieren.

Die Publikation steht auf der Seite des Umweltbundesamts zum Download bereit.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Projekt der Märkischen Scholle .

zuletzt editiert am 09. April 2021
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