Eine neue, bundesweite Studie hat die Sanierungskosten für Gebäude und Böden von Lager-, Logistik- und Produktionsimmobilien berechnet. Hierfür wurden rund 7.000 Hallen mit einer Fläche von rund 72 Millionen Quadratmetern und die dazugehörigen Grundstücke mit einer Größe von rund 245 Millionen Quadratmetern näher betrachtet.
Dies entspricht – laut der bislang einzigen parzellenscharfen Bestandserhebung durch das hessische Beratungsunternehmen IndustrialPort von 2012 – rund zwölf Prozent des gesamten deutschen Hallenflächenbestands ab 1.000 Quadratmetern. Die Studie wurde gemeinsam von IndustrialPort und Arcadis durchgeführt.
Berücksichtigt man Alter und Nutzungstyp der Hallenimmobilien, kann für Schadstoffe in der Bausubstanz ein theoretisches Marktvolumen für den Mehraufwand durch Schadstoffsanierung im Zuge von Um- und Rückbau von 38,7 Milliarden Euro abgeleitet werden. Unterstellt, dass die Gebäude in den nächsten 30–50 Jahren einmal komplett erneuert werden, ergibt sich eine Markvolumen von circa 970 Millionen Euro pro Jahr. Dazu kommt laut der Studie ein Marktpotenzial von 4,1 Milliarden Euro für die Altlastensanierung im Boden.
Studie kalkuliert mögliche Mehrkosten bei Sanierungen
Der neue Report unterscheidet zwei Faktoren und deren getrennte Einstufung in Risikogruppen: Gebäude- und Grundstückssanierungskosten. In diesen Risikogruppen erfolgt eine Unterteilung nach drei Baujahrsklassen. Darüber hinaus erfolgt eine Einteilung nach Notwendigkeit der Maßnahmen:
1. Maßnahmen zur Gefahrenabwehr
2. Baubedingte Maßnahmen
Aufbauend auf den Risikogruppen wird zusätzlich hinsichtlich des zukünftigen Nutzungskonzepts (Flächenentwicklung, Umnutzung, Drittverwendung) differenziert.
Aus dem Verwendungszeitraum der relevanten Schadstoffe wie Asbest, polychlorierte Biphenyle (PCB), polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) oder künstliche Mineralfasern (KMF), lassen sich kritische Baujahre ableiten. Je nach Art und Umfang der Schadstoffe können Mehrkosten von null – für Objekte ohne Schadstoffrisiken – und 36 Euro pro Quadratmeter Bruttogeschossfläche (BGF) für Objekte mit flächigen Schadstoffverwendungen erwartet werden. Die Bandbreite der Mehrkosten für Bodenkontaminationen bewegt sich zwischen Grundstücken ohne umweltbedingte Mehrkosten und Objekten mit umfangreichem Sanierungsbedarf von über 1.200 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche.
Die 34-seitige Analyse mit dem Titel: „Sanierungskostenbenchmark für Hallengebäude und Grundstücke“ kann kostenpflichtig über www.industrialport.de bezogen werden.