Bodensanierung Bundesverfassungsgericht Karlsruhe
Der alte Boden war instabil geworden. Bevor er ausgeglichen werden konnte, mussten die Handwerker Schäden ausbessern. (Abb. Thomsit)

Bauwerkserhaltung 2015-03-04T00:00:00Z Sicherer Auftritt für die Richter

Bei der Sanierung des Bundesverfassungsgerichts Karlsruhe sollte mehr erreicht werden als eine verbesserte Energiebilanz: Unter anderem sollten die Böden im gesamten Gebäude neue Beläge bekommen. Zunächst mussten sie jedoch von Grund auf saniert werden – ohne dabei die geplante Bauzeit zu verlängern.

Absätze hasten über die langen Flure. Dutzende Füße drängen sich vor Gerichtssälen. Der Fußboden des Bundesverfassungsgerichts Karlsruhe muss einiges aushalten. Nach Jahrzehnten des Gebrauchs war er brüchig geworden. Im Rahmen der umfassenden energetischen Sanierung des Gebäudes mussten knapp 11.000 Quadratmeter Zementestrich verfestigt und ausgeglichen werden, bevor man neue Bodenbeläge aufbringen konnte.

Der Untergrund bedurfte einer Grundsanierung. „Auf allen Böden zeigten sich alte Spachtel- und Kleberschichten. Zudem waren vielfach kleinere, aber auch größere Estrichteilstücke herausgebrochen. Vereinzelt wirkten die Räume wie kleine Kraterlandschaften.“ sagt Fachbauleiter Roman Frenzel von der Offenburger Fachfirma Waschke Fensterdekoration/Bodengestaltung. So mussten die Fachhandwerker die komplette Fläche durch Fräsen von alten Spachtelmasse- und Klebstoffschichten befreien und Risse und Fehlstellen ausbessern, bevor die Flächen verfestigt werden konnten.

Auch der Sitzungssaal, in dem die Richter Urteile verkünden, machte keine Ausnahme. An größeren Rissen schnitten die Handwerkerteams den Boden ein. Dann verankerten Sie die Risse mit Wellenverbindern und verschlossen sie mit Gießharz. Die schadhaften Bereiche wurden mit Quarzsand abgestreut, um eine griffige Oberfläche für die folgende Grundierung zu erzeugen.

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Risse im Boden wurden mit Wellenverbindern verankert und dann mit Gießharz verschlossen. (Abb. Thomsit)

Dann erst konnte die Verfestigung des maroden Untergrunds mit einer Sicherheitsgrundierung erfolgen. Sie dient in erdreichberührenden Gebäudeteilen außerdem als Sperre gegen diffundierende Feuchtigkeit aus dem Untergrund.

Zuletzt verspachtelten die Verarbeiter den Zementestrich mit einem Oberflächenausgleich, um eine möglichst glatte Oberfläche zu erstellen. Sie verhindert, dass Klebstoff in etwaige Poren sickern kann und trägt so zu einem sparsamen Verbrauch bei. Außerdem lässt sich der Klebstoff auf glatten Flächen leichter und somit schneller verteilen.

Im Anschluss wurde im Sitzungssaal, in den Fluren und in den Büros ein speziell angefertigter Oberbelag verlegt, der zu 90 % aus Schurwolle besteht. Die restliche Fläche von etwa 3.700 Quadratmeter wurde mit Linoleum ausgestattet. Im August konnte das Gebäude nach drei Jahren wieder bezogen werden.

zuletzt editiert am 09. April 2021
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