Ob in älteren Gebäuden asbesthaltige Materialien verbaut worden sind, kann in Labortests ermittelt werden. (Quelle: Ivario)
Ob in älteren Gebäuden asbesthaltige Materialien verbaut worden sind, kann in Labortests ermittelt werden. (Quelle: Ivario)

Schadstoffe

30. March 2022 | Teilen auf:

Sicher umgehen mit Asbest

Mit einer neuen Informationsplattform will die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) alle Akteure dabei unterstützen, Arbeiten mit Asbest in und an älteren Gebäuden sowie dessen Entsorgung sicher zu planen und durchzuführen.

Bis Anfang der 1990er Jahre wurde Asbest in einer Vielzahl von Bauprodukten verwendet. Das Nationale Asbestprofil für Deutschland führt für das Jahr 2017 mehr als 1600 Todesfälle infolge asbestbedingter Berufskrankheiten auf. Damit ist der Schadstoff auch mehr als 25 Jahren nach seinem Verbot die häufigste Ursache für Todesfälle in Folge einer Berufskrankheit. Dabei betrifft Asbest in Gebäuden nicht nur die bekannten Asbestdächer oder Fassadenanwendungen. In den letzten Jahren ist auch die Anwendung von Asbest in Putzen, Spachtelmassen und Fliesenklebern in den Fokus gerückt. Diese verdeckten Asbestfaserquellen werden bei Arbeiten in und an älteren Gebäuden nicht immer erkannt.

Vor diesem Hintergrund führte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) zusammen mit dem Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) und dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMU) zwischen 2017 und 2020 den Nationalen Asbestdialog mit allen betroffenen Stakeholdern durch. In diesem Dialog wurden Maßnahmen zum Schutz der Menschen, insbesondere jenen die möglicherweise mit Asbest umgehen oder gegenüber Asbest exponiert sind, diskutiert. Im Rahmen dieses Dialoges wurde das Nationale Asbest Profil für Deutschland (BAuA, 2020) aktualisiert und eine „Leitlinie für die Asbesterkundung zur Vorbereitung von Arbeiten in und an älteren Gebäuden“ zusammen mit dem Umweltbundesamt und dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung entwickelt.

Um diese und weitere Ergebnisse des Asbestdialogs zu verbreiten hat die BAuA in Zusammenarbeit mit dem BMAS die Informationsplattform Asbest konzipiert und auf den Webseiten der BAuA veröffentlicht. Diese Plattform liefert für Betroffene, wie beispielsweise Bauherren, Gebäudebesitzer, Arbeitgeber und Laien, einfach verständliche Handlungshilfen bei Arbeiten an und in älteren Gebäuden. Die Handlungshilfen sind nach den Themen „Planung und Vorbereitung“, „Sichere Durchführung“ und „Entsorgung“ gegliedert und geben auch Hinweise auf eine Dokumentation der Tätigkeiten. Weitere Informationen >>>

zuletzt editiert am 30.03.2022