Tiefgarage MG-Rheydt
Mittels Hochdruckwasserstrahlen entfernte man chloridbelastete Fundamente und angegriffenen Beton. (Abb.: StoCretec)

Betoninstandsetzung 2015-01-14T00:00:00Z Sicher parken am Marktplatz

Die zweigeschossige Tiefgarage in Rheydt wies erhebliche Schäden auf: Die Decke war undicht, Schäden an den Wandsockeln und den Stützen erforderten eine umfassende Instandsetzung. Die Anlage wurde nun im Rahmen der Umgestaltung des innerstädtischen Marktplatzes umfassend saniert.

Die unter großen Teilen des Platzes befindliche zweigeschossige Tiefgarage wurde im Jahr 1971 erbaut und sollte in der Vergangenheit zusätzlich als Bunkeranlage für den Zivilschutz dienen. Die Stahlbetonkonstruktion ist in monolithischer Bauweise erstellt. Mit einer  Dicke von 50 Zentimetern wurde die Decke über dem ersten Untergeschoss in der Betongüte B300 sowie mit Betonstahl BSt IIIb hergestellt. Über dem zweiten Untergeschoss erfolgte die Deckenausführung mit einer Dicke von 35 Zentimetern. Die Stahlbetonwände variieren zwischen 30 und 40 Zentimetern.

Bewehrung war teilweise stark geschädigt

Erste Materialuntersuchung ergaben erhöhte Chloridwerte in der Bewehrungen der beiden Decken sowie im Sockelbereich der Wand- und Stützenbewehrung. Ursache war der jahrelange Eintrag von Tausalzlösungen in den Beton. Außerdem waren die Raumfugen der Decken undicht und der angrenzende Stahlbeton in großem Maße geschädigt, was zur Folge hatte, dass die Bewehrung in Teilen bis zum vollständigen Querschnittsverlust korrodiert war. An vielen Stellen wurde die erforderliche Betondeckung eklatant unterschritten. Die Karbonatisierung war teilweise bis zur Bewehrung vorgedrungen.

In der Zwischenebene wurde zunächst der belastete Beton mittels Hochdruckwasserstrahlen bis in Tiefen von sechs  Zentimetern entfernt und die freigelegte Bewehrung gereinigt. Hiernach erfolgte die Reprofilierung der Fläche mit einem Instandsetzungsbeton der Druckfestigkeitsklasse C35/45 mit leichtem Gefälle von der Stützenreihe in die Fahrbahnmitte. In den Bereichen der Fahrspuren trug man mittels Fräsen circa 10 bis 15 Millimeter des alten Hartstoffestrichs ab. Nach Instandsetzung lokaler Schadstellen konnte mit einem mineralischen Verlaufmörtel die alte Bauhöhe wieder hergestellt werden.

Auf der Decke der Zwischenebene setze man zum Schutz der Betonkonstruktion ein rissüberbrückendes Oberflächenschutzsystem mit einer hauptsächlich wirksamen Oberflächenschutzschicht (hwO) aus einer EP/PUR-Kombination ein und führte es über eine an den aufgehenden Bauteilen entlang laufende Hohlkehle aus PCC-Mörtel.

Tiefgarage MG-Rheydt 3
Im Zuge der Sanierung erhielt das Parkhaus ein neues Farbkonzept. (Abb.: StoCretec)

Vor Chloriden schützen

Nun galt es, die mit Chloriden belasteten Fundamente und den angegriffenen Beton im zweiten Untergeschoss der Tiefgarage mit Hochdruckwasserstrahlen bis in Tiefen von 5 Zentimetern zu entfernen und die freigelegte Bewehrung zu reinigen. Im nächsten Schritt reprofilierte man die freigelegten Flächen mit Spritzbeton nach DIN 18551, C30/37 in mehreren Lagen. Zur Reduzierung des Eindringens beton- und stahlangreifender Stoffe wurde auf der gesamten Bodenfläche ein Oberflächenschutzsystem OS 8 aufgebracht, welches ebenfalls über eine an den aufgehenden Bauteilen entlang laufende Hohlkehle aus PCC-Mörtel geführt wurde.

Die mit Chloriden belasteten Wandfüße bearbeitete man bis in einer Höhe von 50 Zentimetern. Je nach Wanddicke war zunächst der angegriffene Beton bis in Tiefen von 4 bis 8 Zentimetern zu entfernen. Anschließend erfolgte die Reprofilierung der freigelegten Flächen mit Spritzbeton nach DIN 18551, C30/37 in mehreren Lagen. Um ein erneutes Eindringen beton- und stahlaggressiver Stoffe zu verhindern, wurde an den reprofilierten Flächen ein Oberflächenschutzsystem OS 4 appliziert.

Neues Verbindungsbauwerk errichtet

Die alte Zufahrt in die Rathaus-Tiefgarage musste aufgrund der Neuplanung der Marktfläche zurückgebaut werden. Um die öffentliche Tiefgarage und die Rathaus-Tiefgarage zu verbinden, errichtete man im zweiten Untergeschoss ein neues Verbindungsbauwerk.

Im Zuge der Sanierung  erhielt die Rheydter Tiefgarage ein neues Farbkonzept und eine Neuanordnung der Stellplätze.

zuletzt editiert am 09. April 2021
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