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Beim Ausbau des neu eröffneten Militärhistorischen Museums in Dresden profitieren neue und alte Formen des Gebäudes von den Trockenbauausführungen. (Abb.: Architekt Daniel Libeskind AG)

Bauwerkserhaltung 2012-04-26T00:00:00Z Sein Können im Trockenbau zeigen

Am 24. Februar 2012 war es soweit: die Rigips Trophy ´11 wurden an die Trockenbauunternehmen verliehen. Mit ihren Projekten beweisen sie, zu welchen Leistungen der moderne Trockenbau fähig ist auch in der Sanierung.

Auf den ersten Platz in der Kategorie Trockenbau wählte die Jury die Baierl & Demmelhuber Innenausbau GmbH aus Töging mit ihrem Ausbau des neu eröffneten Militärhistorischen Museums der Bundeswehr in Dresden. Die auffällige architektonische Neugestaltung des Gebäudes nach den Plänen des Architekten Daniel Libeskind veränderte nicht nur das äußere Erscheinungsbild des neoklassizistischen Gebäudes, sondern forderte im Inneren von den Trockenbauprofis aus Töging handwerkliches Können auf höchstem Niveau. Unter anderem die Verbindung des historischen Bestandsgebäudes mit einem mehrgeschossigen, keilförmigen Neubau sorgte für spannende Herausforderungen: So konnten, bedingt durch die architektonischen Vorgaben, keinerlei standardisierte Konstruktionssysteme eingesetzt werden. Mehr als 220 Sonderkonstruktionen und zahlreiche Detaillösungen wurden entwickelt. Insbesondere die Wiederherstellung des historischen Kreuzgewölbes und dessen Anarbeitung an die keilförmige Stahlbaukonstruktion, die das Bestandsgebäude durchdringt, zeigen die Möglichkeiten des modernen Trockenbaus eindrucksvoll auf.

www.demmelhuber.de

Damit in der letzten Reihe der Dozent verstanden wird

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Die handwerklichen Fertigkeiten des Verarbeiters verbinden sich, so die Einschät-zung der Jury, in diesem Objekt vorbildlich mit dem Gestaltungswillen des Planers. (Abb.: Saint-Gobain Rigips GmbH)

In einer öffentlichen Ausschreibung waren mehrere Ausbaubetriebe dazu aufgefordert, ein Deckenmodell für den im Zuge einer Modernisierung raumakustisch aufzuwertenden Hörsaal des wirtschaftswissenschaftlichen Instituts der Berliner Humboldt-Universität abzugeben. Mit ihrem eingereichten Deckenmuster überzeugte die Möbel Damm GmbH zunächst Architekt und Bauherr, mit der gekonnten Umsetzung des raumakustischen Konzepts an Decke und Wand dann auch die Fachjury, was ihr den 1. Platz im Leistungsbereich Akustiksysteme der Rigips Trophy ´11 einbringt. Insgesamt 15 Einzeldeckenfelder von unterschiedlicher Größe und dreidimensional konkav gewölbt wurden vom Ausbauteam schuppenförmig übereinander angeordnet und dreiseitig überlappend montiert. Durch das Zusammenwirken aus glatten, schallreflektierenden sowie schallabsorbierenden Lochplatten an Decke und Wänden entstand nicht nur eine raumakustisch wirksame Gesamtkonstruktion, sondern auch eine optisch interessante Anmutung. Ein Raumgefühl, das auch durch die variabel regelbare Kombination aus indirekter und direkter Beleuchtung betont wird.

www.moebel-damm.de

Neues Brandschutzsystem ist auch ein Tragegerüst

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Das Blau-Gold-Haus stellt in den Augen der Jury ein gutes Beispiel für eine durchweg gelungene Integration hoher Brandschutzqualitäten in eine vorhandene Bausubstanz dar. . (Abb.: Saint-Gobain Rigips GmbH)

Die Spitzenposition im Leistungsbereich Brandschutzsysteme konnte sich die MAG-Projekt GmbH aus Wesseling mit dem brandschutztechnischen Ausbau des so genannten Blau-Gold-Hauses in Köln sichern. Dieser 1952 erstellte, damals spektakulärste Kölner Neubau der Nachkriegsjahre, basiert auf einer Stahlskelettkonstruktion und zeigt eine aufwändig gestaltete Vorhangfassade. Nach der Entscheidung des angrenzenden Le Méridien Dom Hotels, sein Raumangebot in die vier oberen Geschosse des Blau-Gold-Hauses zu erweitern, waren die Experten der MAG-Projekt GmbH gefragt, denn das Gebäude genügte weder statisch noch brandschutz- und schallschutztechnisch den heutigen Anforderungen und Vorschriften für Hotel- und Konferenzräume. Nach der vollständigen Entkernung des Blau-Gold-Hauses mussten zahlreiche Stahlstützen und Stahlträger brandschutztechnisch bekleidet, Brandschutzdecken sowie Raumtrennwände eingezogen werden. Das Schwingverhalten des Stahlskelettgebäudes machte dabei durchgängig gleitend ausgeführte Deckenanschlüsse zwingend erforderlich.

Das direkt gegenüber dem Kölner Dom liegende Gebäude wurde durch die mustergültige Umsetzung der vielfältigen brandschutztechnischen Maßnahmen einer neuen, werterhaltenden Nutzung zugeführt. Das Blau-Gold-Haus stellt in den Augen der Jury damit ein gutes Beispiel für eine durchweg gelungene Integration hoher Brandschutzqualitäten in eine vorhandene Bausubstanz dar. Zudem erfüllen viele Brandschutzkonstruktionen gleichzeitig die Funktion eines Tragegerüsts für nachfolgende Haustechnik-Konstruktionen.

www.mag-projekt.de

Umstrukturierungen bringen Ästhetik

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Die Maßnahmen im Rheinpark-Center zeigen der Jury in welchem Ausmaß der Trockenbau im wahrsten Sinne des Wortes raumbildender Ausbau sein kann. Abb.: Saint-Gobain Rigips GmbH)

Das bestehende Handelszentrum Rheinpark-Center Neuss wurde durch Umstrukturierungen den heutigen technischen und ästhetischen Anforderungen an eine Handelsimmobilie angepasst. Für die Trockenbauleistungen auf dem knapp 130.000 Quadratmeter großen Areal zeichnete die Jury die Sybatec GmbH aus. In Spitzenzeiten arbeiteten bis zu 80 Monteure an den teilweise äußerst komplexen Konstruktionen. So gestaltete sich beispielsweise die Bekleidung von vier Rotunden in 20 bis 28 Metern Höhe aufgrund unebener Betonflächen schwierig. Hilfskonstruktionen in Form von speziell gefertigten, verschiebbaren Konsolen lösten diese Aufgabe und nahmen die Unebenheiten des Rohbaus auf. Vorgesehene Faltelemente aus Gipskarton sowie schuppenförmig verlegte Gipsplatten prägen das Erscheinungsbild der Rotunden. Eine Bekleidung, wie sie sich auch auf den vorhandenen Dachträgern wiederfindet. Die so entstehende, ruhige Ästhetik der großen, tragenden Bauteile sollte unter anderem durch Lichtdecken in der Einkaufsmall kontrastiert werden. Zahlreiche Lampenausschnitte im Durchmesser von 1,20 bis 2 Metern wurden hierfür exakt vermessen.

www.sybatec.de

zuletzt editiert am 09. April 2021
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