Hier wird der Schimmelpilzschaden im Fußboden der Laborräume saniert. (Quelle: Steringer GmbH)
Hier wird der Schimmelpilzschaden im Fußboden der Laborräume saniert. (Quelle: Steringer GmbH)

Schimmelpilze

10. March 2022 | Teilen auf:

Schimmelpilzkonferenz: Operation am lebenden Objekt

Auf der 11. Berliner Schimmelpilzkonferenz am 24. März 2022 berichtet Mike Steringer über die Schimmelpilzsanierung des Laborbereichs einer neuen Klinik – während des laufenden Betriebs der darüberliegenden Intensivstationen.

Direkte Mikroskopie bei der Materialbewertung, UBA-Nutzungsklassen oder Schimmelschäden als Folge von Havarien und Flutkatastrophen – die 11. Berliner Schimmelpilzkonferenz hat einige interessante und hochaktuelle Themen zu bieten. Das gesamte Programm finden Sie hier. Für Schimmelpilzsanierer besonders spannend dürfte der oben erwähnte Vortrag von Mike Steringer sein. Die Ausgangslage war wie folgt: In einem der Laborräume eines neuen Perinatalzentrums kam es kurz nach der Inbetriebnahme zu einem Wasserschaden in einem Raum der Laborräume. Kurze Zeit später meldeten die Mitarbeiter verdächtige kleinflächige Verfärbungen hinter Schränken –typische Anzeichen eines Schimmelpilzbefalls.

In einem Vorgutachten wurde in exemplarischen Materialproben des Dämmmaterials aus dem Fußbodenaufbau und der Gipskarton-Montagewände eine Besiedelung mit Mikroorganismen nachgewiesen. Das neue Labor wurde sofort komplett geräumt. Aufgabenstellung war nun, die Schadenerkundung und die Sanierungsarbeiten so zu planen und durchzuführen, dass zu jeder Zeit eine Gefährdung des Krankenhausbetriebes, insbesondere der direkt darüber liegenden intensivmedizinischen Abteilung, ausgeschlossen werden konnte. Belästigungen durch die Sanierung sollten so weit als möglich vermieden werden – die Zielvorgabe neben der Aufrechterhaltung der Flucht- und Rettungswege: Alle Patienten und Mitarbeiter sollten von der Sanierung nichts hören, nichts sehen und nichts riechen.

Um dies zu gewährleisten, entwickelte Steringer mit seinem Team ein umfangreiches, vergleichsweise aufwendiges Sanierungskonzept: Über eine dreistufige Schleuse mit separater Unterdruckhalterung wurde der Zugang geregelt, daneben gab es eine separate Schleuse mit integriertem Notausgang zum Treppenhaus. Kontaminiertes Material wurde zunächst in eingehausten Entsorgungscontainer mit separater Unterdruckhaltung zwischengelagert, die Abluft musste mit Abstand zum Gebäude herausgeführt und genau wie die Zuluft gefiltert werden. Darüber hinaus installierte die Steringer GmbH eine automatische Soll-/Ist-Unterdrucknachregulierung, richtete ein Notfalltelefon ein und vieles andere mehr.

Wie die anschließende Sanierung verlief und warum eine fachkundige Sanierungsbegleitung, wie in diesem Fall durch die BG BAU, wichtig ist erfahren Sie auf der 11. Berliner Schimmelpilzkonferenz, bei der Sie sowohl vor Ort als auch ausschließlich online dabei sein können. Anmelden können Sie sich hier.

zuletzt editiert am 10.03.2022