Schlacke wird abgekippt – in einem Forschungsprojekt hat das FEhS zusammen mit der Forschungsvereinigung Kalk-Sand gezeigt, dass metallurgische Schlacken Naturstein wie Basalt in Kalksandsteinen ersetzen kann. (Quelle: FEhS)

Bauwerkserhaltung

15. September 2022 | Teilen auf:

Schallgedämmt dank Schlacke

Ein Forschungsprojekt der Forschungsvereinigung Kalk-Sand und des FEhS – Institut für Baustoff-Forschung zeigt eine neue umweltverträgliche Verwendung für verschiedene metallurgische Schlacken auf: Sie können in Kalksandsteinen die Schalldämmung und Druckfestigkeit erhöhen sowie den kosten- und CO2-intensiven Einsatz von Kalk reduzieren.

Der Einsatz industrieller Nebenprodukte zur Substitution von Primärrohstoffen und zur Förderung einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft wird immer bedeutender. In dem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) über die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF) geförderten Forschungsvorhaben wurde untersucht, ob die bisher bei der Herstellung von Kalksandsteinen eingesetzten Natursteine durch verschiedene Stahlwerksschlacken sowie Kupferschlacken, Ferronickelschlacke und Rutilsand substituiert werden können und welchen Folgen dies für die Eigenschaften des Kalksandsteins hat. Das Ergebnis: Metallurgische Schlacken können in Kalksandsteinen die Schalldämmung und Druckfestigkeit erhöhen sowie den kosten- und CO2-intensiven Einsatz von Kalk reduzieren.

Das FEhS-Institut war vor allem für die Charakterisierung des Materials sowie die Beurteilung der Umweltverträglichkeit der Steine verantwortlich, während die Forschungsvereinigung Kalk-Sand im Wesentlichen die Herstellung der Steine im Technikum und bei Werksversuchen betreute sowie typische Steinkenndaten ermittelte. Weitere Untersuchungen sind geplant. „Sowohl aus technischer wie aus ökologischer Sicht sind die Ergebnisse vielversprechend und wir nehmen ein großes Interesse von Seiten der Kalksandsteinindustrie wahr“, erklärt Dr.-Ing. Andreas Ehrenberg, Abteilungsleiter Baustoffe im FEhS-Institut, der das AiF-Projekt zusammen mit Dr. Wolfgang Eden von der Forschungsvereinigung Kalk-Sand leitete. Thomas Reiche, Geschäftsführer des FEhS-Instituts, betont den Nachhaltigkeitsaspekt des Projekts: „Zusammen mit unseren Partnern möchten wir dazu beitragen, dass der Einsatz industrieller Nebenprodukte verstärkt den Abbau von Naturgestein vermeidet und damit Natur und Umwelt schont.“ Weitere Informationen >>>

zuletzt editiert am 15.09.2022