Die wasserabweisende Ausrüstung von Fassadenoberflächen durch Behandlung mit entsprechenden Imprägnierungen ist bei der Bauwerkserhaltung kein neues Thema. Erfahrungen aus der Praxis belegen leider, dass in der Branche immer noch Unklarheiten bestehen. Dieser Beitrag schafft Transparenz.
Seit vielen Jahrzehnten werden Imprägniermittel auf unterschiedlicher Wirkstoffbasis dazu verwendet, mineralische Baustoffe möglichst ohne ihre optische Erscheinung zu verändern wasserabweisend auszurüsten. Die verwendeten Verfahren waren Kern zahlreicher wissenschaftlicher Untersuchungen und Diskussionen. Eigentlich sollten keine Unklarheiten bezüglich des Wann?, Wo? und Wie? mehr bestehen. Dem ist nicht so. Die Praxis zeigt, dass in vielen Fällen die Diskussionen um Indikationen und Gegenindikationen einer hydrophobierenden Imprägnierung sowie ggf. die Art und Weise ihrer Ausführung immer wieder aufs Neue, quasi von Null ausgehend geführt werden müssen.
Feuchtigkeit ist Schadensursache Nr. 1
Ein großer Teil, um nicht zu sagen nahezu alle Mechanismen, die zu Bauschäden führen, stehen in einem direkten oder indirekten Zusammenhang mit Feuchtigkeit. Viele dieser Schadensprozesse können daher durch Reduktion der Feuchteaufnahme der Baustoffe verlangsamt oder sogar unterbunden werden.
Einige Beispiele:
- Mit dem Eindringen von Feuchtigkeit in einen Baustoff steigt zumeist auch dessen Schadstoffaufnahme. In gelöster Form werden z. B. Salze in den Baustoff hinein transportiert und können dort ihr Schadenspotenzial entfalten; Schadstoffe aus der Luft werden vom Regen aufgenommen und von diesem nach dem Auftreffen auf die Fassade ebenfalls in den Baustoff hinein transportiert; Feinstaubablagerungen auf der Fassadenoberfläche werden bei Beregnung teilweise abgewaschen, teilweise aber auch mit dem kapillar in die Fassade eindringenden Wasser mitgenommen.
- Mit veränderten Feuchtegehalten verändern sich bauphysikalische Eigenschaften. Besonders betroffen ist hiervon die Wärmeleitfähigkeit. Da Wasser eine gute Wärmeleitfähigkeit hat, bedeutet die Reduzierung des Feuchtgehaltes eines Baustoffes immer eine Verbesserung seiner wärmedämmenden Eigenschaften. Somit kann die wasserabweisende Ausrüstung einer beispielsweise einschaligen Ziegelfassade zu einer Erhöhung der innenseitigen Oberflächentemperatur führen, die die Gefahr einer Schimmelpilzbildung reduziert.
- Manche Baustoffe reagieren auf Feuchtigkeitsschwankungen mit Ausdehnungs- bzw. Schrumpfungsprozessen, dem sogenannten hygrischen Quellen und Schwinden. Typisches Beispiel hierfür sind tonmineralhaltige Natursteine. Teile der Tonmineralien, die sogenannten Schichtsilikate, lagern zwischen ihren Schichten Wassermoleküle an bzw. geben sie bei trockenen Witterungsbedingungen wieder ab, was zu dem besagten Quellen und Schwinden der entsprechenden Steine führt. Diese Eigenschaft findet sich nicht nur bei tonmineralhaltigen Natursteinen, sondern kann auch bei historischen, schwach gebrannten Ziegeln auftreten.
- Kaum Beachtung findet die Eigenschaft vieler Baustoffe, auf erhöhte Feuchtegehalte mit einem Verlust an Festigkeit zu reagieren.
Möchten Sie erfahren wie der Beitrag weiter geht? Dann können Sie als Abonnent in unserem Fachbeiträge-Archiv den Beitrag herunterladen.
Hier finden Sie unser Fachzeitschriften-Archiv
Hier können Sie B+B BAUEN IM BESTAND oder BauenimBestand24.de abonnieren
Hier finden Sie alle Infos zum B+B BAUEN IM BESTAND-Abo B+B BAUEN IM BESTAND-Abo oder BauenimBestand24.de-Abo
