Zum 25. Mal fanden vom 30. Oktober bis 1. November 2014 die Hanseatischen Sanierungstage statt. Grund genug für die Veranstalter, sich in Heringsdorf nicht nur aktuellen Fragestellungen zu widmen, sondern auch an die eigene Geschichte und die Dauerbrenner unter den behandelten Themen zu erinnern.
Dr. Peter Friese, Gründungsvater und Ehrenmitglied des veranstaltenden Bundesverbandes Feuchte & Altbausanierung (BuFAS), hatte die Aufgabe übernommen, in die Historie der Hanseatischen Sanierungstage zurückzublicken. In der Zeit der Wende mit der rapiden Zunahme von Altbausanierungen gab es unter Ingenieuren und Baupraktikern das Bedürfnis, sich vor allem über die Techniken auszutauschen, mit denen sich feuchte- und salzbelastete Mauerwerke sanieren lassen. Die damals noch relativ jungen Sanierputze wurden vermehrt gegen Salzbelastungen eingesetzt und chemische Horizontalsperren gegen aufsteigende Feuchtigkeit.
Zu solchen Themen den Austausch zwischen Praktikern, Wissenschaftlern und Produktherstellern zu fördern, war von Anfang das Ziel der Hanseatischen Sanierungstage. Deshalb gab es ab der ersten Veranstaltung auch eine begleitende Ausstellung. Dabei hätten sie darauf geachtet, vor unseriösen Produkten zu warnen und nur seriöse Hersteller zuzulassen, betonte Friese. Auch die Zeitschrift B+B, damals noch unter dem Namen bautenschutz + bausanierung unter Chefredakteur Franz Lubinski, begleitete die Fachtagung von Anfang an.

Erster Geschäftsführer, der die Vereinsgründung wesentlich vorangebracht hat, war Jörg Beck. Die Stimmung sei bei der Premiere in Kühlungsborn sehr gut gewesen, erzählte Friese, weshalb viele Teilnehmer in den Folgejahren wieder gekommen wären. So stiegen die Zahl der Vereinsmitglieder und die der Teilnehmer stetig. Nach Kühlungsborn und Warnemünde (2001–2005) hat die in diesem Jahr wieder ausgebuchte Tagung seit einigen Jahren im Seebad Heringsdorf auf Usedom ihren bewährten Tagungsort gefunden.
Friese erinnerte auch an einige der Personen, die wesentlich an der Entwicklung der Hanseatischen Sanierungstage beteiligt waren. Etwa sein Nachfolger als Vorsitzender des BuFAS, Helmuth Venzmer, der nicht zuletzt durch die Vielzahl seiner Kontakte zum Gelingen des Programms beigetragen hat. Und Detlef Krause, der seit rund zehn Jahren als Geschäftsführer die Tagung organisiert und mit dem der Holzschutz ein stärkeres Gewicht erhalten hat. Seit fünf Jahren steht Axel C. Rahn dem BuFAS vor. Er verstehe es, gut zwischen unterschiedlichen Meinungen und Positionen zu vermitteln, erklärte Friese. Sie alle und viele mehr hätten dazu beigetragen, dass heutige hohe Niveau der Hanseatischen Sanierungstage zu erreichen.

Auch die ersten Fachvorträge verbanden die historische mit der aktuellen Perspektive und befassten sich etwa mit den Dauerthemen Bauwerksabdichtungen, Horizontalsperren, Sanierputzen und Beschichtungen auf Natursteinoberflächen. Aber auch Themen, die bei der Gründung noch keine Rolle spielten, sondern erst mit neuen Anforderungen, zum Beispiel an den Wärmeschutz, aufgetaucht sind, wurden behandelt. So waren „Holzbalken und Innendämmungen“ eine ganze Sektion gewidmet. Darüber und weitere ausgewählte Themen der Hanseatischen Sanierungstage erfahren Sie mehr in der kommenden Ausgabe der B+B BAUEN IM BESTAND, die am 2. Dezember erscheint.
Michael Henke