2013_09_11_klimagriff
Der Klimagriff hilft dabei, richtig zu lüften und so Energie einzusparen und Schimmelpilzbildung zu vermeiden. (Abb.: Dr. Wolfgang Lorenz)

Gebäude + Energie 2013-09-11T00:00:00Z Richtig zu lüften, ist nicht einfach

Dass sich Energie nicht nur durch energetische Sanierungen, sondern auch durch zielgerechtes und effektives Lüften einsparen lässt, darin waren sich die Teilnehmer einer Expertenrunde im Fraunhofer-inHaus-Institut in Duisburg einig.

An der Expertenrunde, zu der die Klimagriff GmbH aus Solingen eingeladen hatte, beteiligten sich unter anderem Prof. Dr. Viktor Grinewitschus, der sich an der Hochschule Ruhr-West und der EBZ Business School in Bochum intensiv mit Fragen der Energiewirtschaft befasst, Dr. Wolfgang Lorenz, Leiter des Düsseldorfer Instituts für Innenraumdiagnostik, der als Experte für Schadstoffe, Feuchtigkeitsschäden und Schimmelschäden das Thema Raumhygiene beleuchtete, sowie Georg Meyer, Erfinder des „Klimagriffs“ und Geschäftsführer der Klimagriff GmbH.

Professor Grinewitschus verdeutlichte, dass die Themen Energiemanagement und Raumhygiene um drei wesentliche Faktoren oszillieren: Bauphysik, Anlagentechnik und individuelles Nutzerverhalten. Er berichtete von eigenen Untersuchungen, bei denen in mehr als 80 Haushalten Raumklimamessungen durchgeführt wurden. Dabei habe sich herausgestellt, dass das individuelle Nutzerverhalten höchst unterschiedlich sei und die jeweilige manuelle Raumlüftung für den Energieverbrauch eine entscheidende Rolle spiele. Es sei ausgesprochen komplex, richtig zu lüften. In vielen Fällen werde zu selten, dann aber auch zu lange gelüftet. „Wir konnten beobachten, dass über die Anforderungen hinaus gelüftet wurde, was zu einem zu hohen Energieverbrauch führte“, erklärte Grinewitschus.

Nutzer führt keine bauphysikalischen Berechnungen durch

Georg Meyer, Geschäftsführer der Klimagriff GmbH, unterstrich in diesem Zusammenhang, dass bauphysikalische Berechnungen für eine optimale Lüftung sehr komplex und für den Anwender kaum umsetzbar seien. „Anwender müssten sich hierfür mit den Zusammenhängen auskennen und entsprechend handeln. Laptop und entsprechende Tabellen können die Berechnung vereinfachen, aber wer macht das schon?“ Zudem, ergänzte Meyer, sei das Thema Lüftung auch von Legendenbildung beherrscht: „Im November beispielsweise, bei Nieselregen, vier Grad Außentemperatur und 75 Prozent relativer Feuchtigkeit (Innen 20 °C und 50 % relative Feuchtigkeit), glauben viele, dass es draußen zu feucht sei, um zum lüften.“ Das Gegenteil sei aber der Fall: „Wenn der Anwender hier richtig lüften würde, könnte er effektiv zirka vier Gramm Wasser pro Quadratmeter Raumluft herauslüften, was bei einem großen Wohnzimmer einem guten Glas Wasser entspricht.“

Nutzer ist mit effektivem Lüften überfordert

Dr. Wolfgang Lorenz vom Institut für Innenraumdiagnostik erläuterte den Zusammenhang zwischen richtigem Lüften und möglichen gesundheitlichen Problemen durch Schimmelpilzbildung und Schadstoffe. Doch wer nicht gerade Experte für effizientes Energiemanagement ist, ist mit dem Thema Lüften schlicht überfordert: Darüber bestand in der Expertenrunde Konsens.

Dieser Sachverhalt war der ursprüngliche Anlass für die Entwicklung des „Klimagriffs“. Dabei handelt es sich um einen Minicomputer, der hinter jeden beliebigen Fenstergriff montiert werden kann. Das Instrument, das kürzlich von der EU mit dem "EESC European Award 2013" für Nachhaltigkeit ausgezeichnet wurde, kalibriert pro Raum hinter dem Fenstergriff Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit und zeigt dem Nutzer durch ein optisch und akustisch geführtes Ampelsystem an, was wann zu tun ist. In ihrem persönlichen Lüftungsprotokoll können Nutzer und Anwender den nötigen Aufschluss über ihr Lüftungsverhalten gewinnen und so nicht nur für gesunde Raumluft sorgen, sondern auch bis zu 15 Prozent Energie einsparen. In Kürze soll der Klimagriff in einer wissenschaftlich begleiteten Studie evaluiert werden.

www.klimagriff.de

zuletzt editiert am 09. April 2021
Newsletter