Für die Entwicklung eines Lehm-Dünnbettmörtels für zirkuläres Mauerwerk ist die ClayTec GmbH & Co. KG im Rahmen des Bundespreises „Umwelt & Bauen“ ausgezeichnet worden. Das Unternehmen erhielt die Ehrung in der Sonderkategorie „Bauprodukte, bautechnische und digitale Innovationen“.
Mit dem 2024 auf den Markt gebrachten Lehm-Dünnbettmörtel kann Mauerwerk zerstörungsfrei zurückgebaut werden. Während konventionelle Mörtel auf Zementbasis Steine dauerhaft miteinander verkleben, lässt sich die Verbindung hier nach Ende der Gebäudenutzungszeit wieder lösen und der Mörtel rückstandslos entfernen. So bleiben die energieintensiv hergestellten Steine vollständig erhalten und können sortenrein zurückgebaut und erneut eingesetzt werden.
Des Weiteren erlaube der Lehm-Dünnbettmörtel das effiziente Mauern mit ungebrannten und wiederverwertbaren Lehmplanblöcken im Dünnbettverfahren, so ClayTec. Dadurch könnten etwa 30 Prozent der Arbeitszeit im Vergleich zum bislang üblichen Lehmsteinmauerwerk im Dickbettverfahren eingespart werden.
Mehr Sichtbarkeit für zirkuläres Bauen
„Angesichts von allein 10 Millionen Tonnen Ziegel und Ziegelgemisch, die jedes Jahr an Abfall anfallen und unter erheblichem Ressourcenaufwand hergestellt wurden, ist klar, dass wir so nicht weiterbauen können“, sagt Maximilian Breidenbach, Leitung Produktion und Geschäftsentwicklung bei ClayTec und verantwortlich für die Entwicklung des Lehm-Dünnbettmörtels. „Mit dem Lehm-Dünnbettmörtel schaffen wir die Voraussetzungen dafür, leistungsstarke Plansteine im Materialkreislauf zu halten. Wir freuen uns sehr, dass die Jury des Bundespreis Umwelt & Bauen diese Innovation würdigt und mit ihrer Auszeichnung dem Thema zirkuläres Bauen mehr Sichtbarkeit schenkt.“ Die Auszeichnung wurde am 6. Mai 2026 in Berlin vom Bundesumweltministerium und dem Umweltbundesamt verliehen.
Mit dem Produkt lassen sich nichttragende Trennwände aus Plansteinen jeglicher Art (zum Beispiel Kalksandstein, Ziegel oder Porenbeton) errichten. Seit 2025 gibt es eine Allgemeine Bauartgenehmigung des DIBt für tragendes Lehmsteinmauerwerk bis einschließlich Gebäudeklasse 5 (Z-17.6-1306) aus Lehmziegeln des Ziegel- und Lehmsteinherstellers GIMA und dem Lehm-Dünnbettmörtel. Seit 2026 besteht eine Allgemeine Bauartgenehmigung des DIBt für tragendes Ziegelmauerwerk mit dem Mörtel bis einschließlich Gebäudeklasse 4 (Z-17.11-1327).
Verarbeitung wie bei konventionellem Dünnbettmörtel
Der Lehm-Dünnbettmörtel besteht aus Baulehm, anderen mineralischen Primärrohstoffen und Pflanzenfasern. Im Herstellungsprozess benötigt der Lehm-Dünnbettmörtel einen Bruchteil der Herstellungsenergie von zementhaltigen Mörteln. Das Produkt lässt sich verarbeiten wie jeder konventionelle Dünnbettmörtel: Die Trockenmasse wird mit Wasser angerührt und dann mit üblichen Dünnbett-Mörtelschlitten, -Mörtelrollen oder Auftragswalzen in einer Stärke von 2 Millimetern aufgetragen. Die Fugen härten allein durch Trocknung aus.
Der Bundespreis „Umwelt & Bauen“ wird vom Bundesumweltministerium sowie dem Umweltbundesamt vergeben und zählt zu den wichtigsten staatlichen Auszeichnungen für nachhaltiges Planen und Bauen in Deutschland. Ziel ist es, wegweisende Lösungen sichtbar zu machen, die Klimaschutz, Ressourcenschonung und Baukultur im Bestand zusammenführen. Der Sonderpreis würdigt insbesondere Bauprodukte und Innovationen, die den ökologischen Fußabdruck der Bauwirtschaft signifikant reduzieren. Weitere Informationen zum Bundespreis „Umwelt & Bauen“ >>>
