Sechs rechteckige Porenbeton-Brechsand-Gips-Leichtputzblöcke auf einem Tisch.
Ein Gips-Leichtputz hergestellt aus Porenbeton-Brechsand und Gips ist eines der beiden Produkte, die im Projekt „RCPoroGipsWandPutz“ entwickelt werden sollen. (Quelle: Leibniz-Institut für Werkstofforientierte Technologien (IWT))

Nachhaltigkeit 2024-10-30T10:15:00Z Recycelter Porenbeton ersetzt Gips

In einem Forschungsprojekt wollen die Hochschule Nordhausen (HN) und das Leibniz-Institut für Werkstofforientierte Technologien (IWT) Bauprodukte aus Porenbeton-Brechsand und Gips entwickeln. Ziel: klassische Gipsprodukte durch eine Kombination aus einer deutlich reduzierten Menge Gips und recyceltem Porenbetonbruch zu ersetzen.

Ein Porenbetonstein wird von einer Hand gehalten, um seine Struktur und Textur zu zeigen.
Ein Porenbeton-Brechsand-Gips-Leichtputz im Querschnitt (Quelle: Leibniz-Institut für Werkstofforientierte Technologien (IWT))

Der Großteil des in der Bauindustrie verwendeten Gipses stammt bisher aus Rauchgasentschwefelungsanlagen (REA-Gips), ist also ein Nebenprodukt der fossilen Energiegewinnung. Doch mit dem Ausstieg aus fossilen Brennstoffen wird diese Quelle bald versiegen. Ohne Alternativen müsste der Abbau von Naturgips massiv erhöht werden. Die HN und das IWT haben sich deshalb im Projekt „RCPoroGipsWandPutz“ zum Ziel gesetzt, nachhaltige Bauprodukte aus Porenbeton-Brechsand und Gips zu entwickeln. Diese innovative Kombination soll den Einsatz von Primärgips in der Bauwirtschaft minimieren und Porenbetonabbruch sinnvoll verwerten. Der Startschuss für Projekt fiel Ende August. 

Zwei konkrete Anwendungen werden im Fokus stehen: eine Wandausfachung, die von einem Stahlrahmen getragen wird, und ein Gips-Leichtputz. Beide Produkte basieren auf gipsgebundenen Porenbeton-Brechsanden. Angestrebt wird, den Gipsanteil auf ein Minimum zu reduzieren und gleichzeitig den Anteil des Porenbeton-Brechsands zu maximieren. Dies trägt nicht nur zur Schonung der Primärrohstoffe bei, sondern gibt dem Abbruchmaterial eine neue, wertschöpfende Verwendung. 

Geeignete Frischmörteleigenschaften gesucht  

Die technische Herausforderung liegt dabei in der Anpassung der Aufbereitung des Porenbetonbruchs an die spezifischen Anforderungen der Bauprodukte sowie der Erzielung geeigneter Frischmörteleigenschaften. Während für die Wandausfachung eine weiche Konsistenz benötigt wird, muss der Leichtputz plastisch, haftfähig und über einen ausreichend langen Zeitraum verarbeitbar sein. 

Neben der Hochschule Nordhausen und dem Leibniz-Institut für Werkstofforientierte Technologien sind auch die TodaySystems GmbH aus Viersen sowie der Unterauftragnehmer BAC Entsorgungswirtschaft GmbH aus Bad Tennstedt mit von der Partie. „RCPoroGipsWandPutz“ ist Bestandteil des WIR!-Bündnisses „Gipsrecycling als Chance für den Südharz“ . „WIR!“ steht für „Wandel durch Innovation in der Region“ und ist ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Das WIR!-Bündnis „Gipsrecycling als Chance für den Südharz“ will ein ganzheitliches Recyclingkonzept für calciumsulfathaltige Stoffströme entwickeln. Weitere Informationen >>>

zuletzt editiert am 30. Oktober 2024
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