Knauf Deckensegel
Mit „Thermatex Sonic“ Deckensegeln der Firma Knauf AMF lassen sich auch Räume mit schwer zugänglichen Deckenbereichen, zum Beispiel Treppenhäuser, akustisch regulieren. (Abb.: Knauf AMF)

Bauwerkserhaltung 2014-06-05T00:00:00Z Räume akustisch gestalten

Zur Verbesserung der Raumakustik gibt es abhängig von den räumlichen Gegebenheiten verschiedene Möglichkeiten: Deckensegel, Wandabsorber oder abgehängte Decken beeinflussen die Schallausbreitung in Innenräumen auf unterschiedliche Weise. Welche Lösungen sich für welche Zwecke eignen, lesen Sie hier.

Abgehängte Decken übernehmen mehrere Funktionen

Abgehängte Decken finden sich heute in nahezu jedem modernen Bauwerk, von Behörden über Schulen und Universitäten bis hin zu Industriegebäuden und Büroräumen – ganz egal ob Einzel- oder Großraumbüro. Dabei haben abgehängte Decken eine doppelte technische Funktion:

1. Im Deckenhohlraum zwischen eigentlicher Gebäudedecke und abgehängter Unterdecke ist Platz für sämtliche, zur Gebäudeversorgung nötigen Installationen, wie etwa Elektrokabel oder Lüftungsrohre.

2. Sie tragen aufgrund ihrer spezifischen Materialeigenschaften zur Verbesserung des Brandschutzes, der Raumhygiene oder der Akustik bei. Abgehängte Decken dienen zusätzlich als architektonisches Gestaltungselement, indem sie über ihre rein technische Funktion hinaus, ästhetische Forderungen von Bauherr und Architekt im Sinne der Raumgestaltung erfüllen können. Durch ihre spezifische Oberflächenstruktur und Konstruktionsweise – entweder als glatte, fugenlose Decke oder als elementierte Deckenkonstruktion – verleihen sie Räumen eine individuelle Optik.  

Vertikal und horizontal vor Schall schützen

Für den Schallschutz in Gebäuden haben abgehängte Decken eine entscheidende Funktion. Sie beeinflussen die Schallausbreitung in vertikaler und horizontaler Richtung.
So reduzieren sie die Schallausbreitung zwischen übereinander liegenden Räumen und regulieren den Schall innerhalb einer Etage zwischen den einzelnen Räumen.

Beim vertikalen Schallschutz spielen die Trenndecken eines Gebäudes eine besondere Rolle. Sie sind sogenannte Schallbrücken: Massiver Stahlbeton, aber auch leichte Konstruktionen, wie Holzbalkendecken oder Betonrippendecken, übertragen Trittschall nahezu ungeschützt von Etage zu Etage. Aus diesem Grund wird auf der Oberfläche tragender Decken vielfach schalldämmender, schwimmender Estrich oder ein Hohlraumboden verlegt.

Auf der Unterseite der Trenndecke trägt die abgehängte Decke zum vertikalen Schallschutz bei. „Schalltechnisch gesehen bilden sowohl der Bodenaufbau als auch die abgehängte Decke Vorsatzschalen, die die Luft- und Trittschalldämmung der tragenden Decke bei richtiger Auswahl maßgeblich erhöhen. Elementierte abgehängte Decken erreichen üblicherweise eine geringere Verbesserung der Luft- und Trittschalldämmung, als zum Beispiel elastisch abgehängte, biegeweiche Gipskartondecken mit bedämpftem Hohlraum“, sagt Markus Mück, Akustiker bei Knauf AMF. Umso größere Bedeutung haben abgehängte Decken, insbesondere in elementierter Ausfertigung, dagegen bei der Schallübertragung in horizontaler Richtung. Durch den Einsatz von Akustikplatten mit hoher Längsschalldämmung kann zum Beispiel die Übertragung des Schalls in benachbarte Räume verringert werden.

Optimale Akustik ist eine Mischung  aus Schallabsorption und -reflexion

Die optimale Akustik eines Raums ist ein Zusammenspiel von Schallabsorption und -reflexion. Absorbierende Materialien reduzieren den erzeugten Schall, reflektierende Oberflächen dagegen absorbieren den auftreffenden Schall deutlich weniger. Dies können beispielsweise Fenster oder Wände und Decken sein. Das Miteinander von Schallabsorption und -reflexion lässt sich am Beispiel eines Klassenzimmers anschaulich vergegenwärtigen: Absorbierende Materialien reduzieren ganz gezielt den Geräuschpegel der Schüler. Reflektierende Flächen sind wichtig, um den Lehrer in seinem Vortrag zu unterstützen. Aus diesem Grund bietet es sich bei Klassenzimmern an, im Schülerbereich Akustikplatten mit einer höheren Schallabsorption zu verwenden, um Störgeräusche zu minimieren, und im vorderen Tafelbereich zur besseren Verständlichkeit des Lehrers weniger schallabsorbierende Deckenplatten zu verbauen.

Deckensegel und Einzelabsorber bieten individuelle Raumakustiklösungen

Abgehängte Decken sind jedoch nicht die einzige Möglichkeit, für die richtige Raumakustik zu sorgen. Räume ohne abgehängte Decken lassen sich mit vergleichsweise geringem Aufwand durch Einzelabsorber akustisch verbessern. Die Firma Knauf AMF bietet für diesen Zweck Deckensegel und Wandabsorber an, zum Beispiel vliesbeschichtete Deckensegel in verschiedenen Ausführungen. Das sind unter anderem konvexe und konkave Deckenelemente oder auch rahmenlose und rechteckige oder runde Deckensegel. Sie verbessern die Raumakustik und können darüber hinaus – zum Beispiel mit individuellen Aufdrucken versehen – zur Gestaltung von Innenräumen eingesetzt werden.

Eine Materialalternative zu Deckenelementen, Deckensegeln und Wandabsorbern aus mineralischen Materialien bieten Akustikplatten aus Holzwolle. Erhältlich sind diese als Deckensegel, Wandabsorber oder Baffeln, also als vertikal abgehängte Akustikelemente.

zuletzt editiert am 09. April 2021