Michael Prokein (l.) und Jannick Armenat von Ruhrstoffbauwerke an der vorindustriellen Anlage zur Härtung von Baustoffen und CO2-Speicherung.
Michael Prokein (l.) und Jannick Armenat von Ruhrstoffbauwerke an der vorindustriellen Anlage zur Härtung von Baustoffen und CO2-Speicherung. (Quelle: Fraunhofer UMSICHT)

Nachhaltigkeit 2024-08-01T06:45:00Z Projekt ZEROES gestartet

Ziel von „ZEROES“ ist es, CO2-Emissionen bei der Produktion von mineralischen Baustoffen zu reduzieren. Die Projektpartner Betonwerk Büscher, Ruhrbaustoffwerke und Fraunhofer UMSICHT setzen dabei auf den Einsatz von Karbonisaten als Bindemittel oder Füllstoff in Beton und Kalksandsteinen. Anfang Juli trafen sie sich zum offiziellen Kick-off bei Fraunhofer UMSICHT in Oberhausen.

Ein Hauptgrund für die hohen CO2-Emissionen der Baubranche ist die energetisch aufwendige Herstellung mineralischer Bindemittel. Weltweit werden jährlich etwa 40 Milliarden Tonnen Sand und Kies verbraucht, um mineralische Baumaterialien wie zum Beispiel fließfähigen Beton – unverzichtbar für Fundamente und Decken im Wohnungsbau – zu erzeugen. Das am häufigsten hierbei eingesetzte Bindemittel ist Zement, bei dessen Herstellung rund acht Prozent des gesamten weltweiten CO2-Ausstoßes entstehen. 

In „ZEROES“ verfolgen die Projektpartner das Ziel, Karbonisate als Bindemittel oder Füllstoff in Beton und Kalksandsteinen zu nutzen und so Zement zu ersetzen. Karbonisate sind kohlenstoffreiche Materialien, die durch die thermochemische Umsetzung von Biomasse erzeugt werden. Wenn sie in Baustoffen eingebunden und gespeichert sind, wird kein CO2 freigesetzt. Emissionen der energieintensiven Herstellung können auf diese Weise kompensiert werden. Eine zentrale Bedingung im Projekt ist zudem, dass alle benötigten mineralischen Materialien aus recyceltem Bauschutt zu gewinnen sind. 

Direkte Einbindung von CO2 in Kalksandstein 

Um die CO2-Emissionen, insbesondere die der unvermeidbaren Calcinierung in der Kalksandsteinindustrie zu kompensieren, untersuchen die Forschenden im Projekt in einem zweiten Forschungsansatz neben der Verwendung der Karbonisate auch die direkte Einbindung von CO2 in Kalksandsteine bereits während deren Herstellung. „Mit dem ganzheitlichen und industriebezogenen Ansatz bündeln wir im Projekt ,ZEROES' unsere Expertisen in den Bereichen der Baustoffherstellung, Karbonisaten, Reststoffnutzung und stoffliche CO2-Nutzung – insbesondere Mineralisierung –, was den Industriestandort NRW im Bereich Umweltwirtschaft enorm stärken kann“, ist sich Projektleiter Dr. Michael Prokein von Fraunhofer UMSICHT sicher. Weitere Informationen >>>

zuletzt editiert am 01. August 2024
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