Auf 62 Seiten und anhand von acht realisierten Projekten setzt sich der neue dena-Leitfaden mit den Möglichkeiten von Wärmepumpen in älteren Mehrfamilienhäusern auseiander.
Auf 62 Seiten und anhand von acht realisierten Projekten setzt sich der neue dena-Leitfaden mit den Möglichkeiten von Wärmepumpen in älteren Mehrfamilienhäusern auseiander. (Quelle: dena)

Anlagentechnik 2024-04-01T21:37:04.561Z Praxisleitfaden Wärmepumpen in Mehrfamilienhäusern

Der neue Praxisleitfaden der Deutschen Energie-Agentur dena präsentiert Lösungsansätze für den Einbau von Wärmepumpensystemen in älteren und größeren Mehrfamilienhäusern. Anhand von gelungenen Praxisbeispielen werden Hinweise und Handlungsempfehlungen für Konzeption, Planung und Betrieb der Anlagen abgeleitet.

Der Leitfaden entstand im Rahmen des Projekts „Gebäudeforum klimaneutral“ der dena in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Wärmepumpe, dem Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW sowie dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme. Die Kooperation ist eine Maßnahme aus der Wärmepumpen-Offensive der Bundesregierung. 

„Mit dem Wärmeplanungs-, dem Gebäudeenergiegesetz und der Bundesförderung für effiziente Gebäude ist nun der Rahmen für die erforderlichen Investitionen in den Gebäudebestand gesetzt. Wärmepumpen werden eine zentrale Rolle spielen“, erklärt Christian Stolte, Bereichsleiter Klimaneutrale Gebäude bei der dena. Allerdings bringe es besondere Herausforderungen mit sich, sie in Mehrfamiliengebäuden im Wohnungsbestand einzusetzen. Unter anderem fehle es an Erfahrung. „Austausch und Vernetzung der Fachakteure müssen daher weiter intensiviert und ausgeweitet werden, zum Beispiel im Bereich der Betriebsüberwachung und -optimierung. Mit dem neuen Leitfaden bilden wir den derzeitigen Wissens- und Erfahrungsstand der Praxis ab und wollen Fachleute mit den gebündelten Erkenntnissen in der Umsetzung unterstützen.“ 

Erprobte Wärmepumpenlösungen für die Herausforderungen von Mehrfamilienhäusern 

Neben der fehlenden Erfahrung seien zum Beispiel die enge Bebauung in innerstädtischen Gebieten oder die Umstellung von dezentralen Systemen wie Gasetagenheizungen oder Einzelöfen sowie die hohen Temperaturen bei zentraler Trinkwarmwassererwärmung besondere Herausforderungen. Aber auch für diese Bedingungen gebe es Lösungen mit innovativen Komponenten wie thermisch nutzbare Photovoltaik, dezentrale Wärmepumpen und Wohnungsstationen. Weiterhin böten sich netzgebundene Quartierslösungen an. Der Leitfaden führt auch für Gebäude mit geringem Wärmeschutz und mit Heizkörpernutzung vielfältige Lösungsvarianten mit verschiedenen Wärmequellen aus Luft, Erdreich sowie Wasser an. Ausschlaggebend für den effizienten Betrieb und geringe Betriebskosten ist die Absenkung der Heiztemperaturen. Wärmepumpen können dabei durch Spitzenlastkessel unterstützt werden. Eine Verbesserung des Wärmeschutzes ermögliche perspektivisch die alleinige Wärmepumpenversorgung. In den acht für den Leitfaden untersuchten Projekten sei auch die Mieterschaft mit der Umstellung zufrieden. Hier habe sich eine frühe Einbindung und Kommunikation als Schlüsselfaktor herausgestellt.  

„Aus technischer Sicht spricht vieles dafür, Wärmepumpen in Bestandsgebäuden einzusetzen“, so Peter Engelmann, Mitautor und Leiter der Gruppe Gebäudesystemtechnik am Fraunhofer ISE. „Wärmepumpen können etwa mit Bestandsheizkörpern sehr gut arbeiten, die Quellerschließung von Umweltwärme ist häufig problemlos möglich.“ Der Praxis-Leitfaden für Wärmepumpen in Mehrfamilienhäusern steht als Download auf der Seite des Gebäudeforums klimaneutral und auf dena.de zur Verfügung.

zuletzt editiert am 01. April 2024
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