Anschaulich und übersichtlich präsentiert sich der Einstieg in „Auteras Lite“. Quelle: Screenshot Auteras-Website
Anschaulich und übersichtlich präsentiert sich der Einstieg in „Auteras Lite“. Quelle: Screenshot Auteras-Website

Gebäude + Energie

26. August 2021 | Teilen auf:

Per Konfigurator zum Smart Home

Eine Arbeitsgruppe der Technischen Universität Dresden hat einen Online-Konfigurator für die Planung eines smarten Gebäudes unter Berücksichtigung der gewünschten Energieeffizienzklasse entwickelt. Die Grundversion des Tools, „Auteras Lite“, kann kostenlos genutzt werden.

Wenn ein Gebäude smart wird, kann es bis zu 30 Prozent Energie einsparen. Dies gelingt aber nur, wenn die Gebäude- und Raumautomation ganz bestimmte Automatisierungsfunktionen ausführt. Beispielsweise müssen Heizung, Lüftung, Beleuchtung, Jalousien und andere Energieverbraucher präsenzabhängig arbeiten und dann in den Standby-Betrieb gehen, sobald sich keine Personen im Raum aufhalten. Die europäische Norm EN 15232 klassifiziert diese Einsparpotenziale nach dem Vorbild der Konsumgüter in die Klassen A bis D und wird demnächst in präzisierter Form als internationale Norm DIN EN ISO 52120 weitergeführt.

Für jede Effizienzklasse werden automatische Funktionen vorgegeben, die von der smarten Technik umgesetzt werden müssen. Wenn Bauherren beziehungsweise Architekten grundsätzlich über smarte Heizung, Lüftung, Beleuchtung, Jalousien und dergleichen entscheiden, ist ihnen dieser Zusammenhang zwischen den gewünschten Funktionen und der erreichbaren Effizienzklasse meist nicht klar. Dabei legen sie das Einsparpotenzial gerade in dieser frühen Entscheidungsphase bereits endgültig fest (Leistungsphase LP 1 nach HOAI). Hier wäre eine rechtzeitige Beratung durch Fachplaner oder Handwerker besonders notwendig und wirksam. Dafür fehlte aber bisher ein Instrument.

„Auteras“ ist auch für Laien nutzbar

Der kostenfrei nutzbare Konfigurator „Auteras“ ist nach Angaben der Entwickler um Prof. Klaus Kabitzsch solches Instrument: Es unterstützt die Kommunikation zwischen Experten und Kunden, ist aber so einfach gehalten, dass er von Laien auch autark genutzt werden kann. „Auteras“ stellt dem Nutzer schrittweise Fragen zu seinen funktionalen Wünschen für jedes einzelne Gewerk und zeigt nach jeder Antwort die bereits erreichte Energieeffizienzklasse (A bis D) an. Jede Funktion wird bei Bedarf durch Texte und Videos erläutert, so dass man das Tool auch als Lernplattform für Raumautomation nutzen könnte. Alle funktionalen Kundenwünsche werden dann in Standardfunktionen nach der VDI-Richtlinie 3813 übersetzt, so dass sie eindeutig und rechtssicher definiert sind und den anerkannten Regeln der Technik entsprechen. Das Tool erkennt auch, ob diese Funktionen noch durch eine konventionelle Elektroinstallation realisiert werden können oder ob man dafür smarte Komponenten braucht. In diesem Falle werden beispielhaft passende Produktkombinationen gezeigt, die alle funktionalen Kundenwünsche erfüllen könnten. Alle Kundenwünsche, resultierenden Standardfunktionen und Effizienzklassen werden protokolliert und können als Text oder Tabelle heruntergeladen werden. Die dadurch festgelegten Raumtypen können auch in Raumbücher exportiert werden, wie sie Architekten und Ausführende benutzen.

Weiterleitung in die folgenden Bauphasen ist möglich

Bei Bedarf kann der Konfigurator aus den Kundenwünschen ein Automatisierungskonzept für die LP 3 generieren. Dies ist nach VDI-Richtlinie 3813 (künftig auch VDI 3814 neu) noch neutral bezüglich Technologie oder Fabrikat (Hersteller). In Zukunft soll es auch einen datendurchgängigen Export zur Ausführungsplanung (endgültige Produktauswahl in LP 5) sowie zur Baustelle und den dortigen Integrations-Tools geben. Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Konfigurators.