Die 27. Internationale Passivhaustagung präsentiert unter der Überschrift „Sanieren, aber richtig“ die Wandlung von Häusern mit hohem Energieverbrauch hin zu klimafreundlichen Gebäuden mit niedrigen Energiekosten und hohem Wohnkomfort.
Die 27. Internationale Passivhaustagung präsentiert unter der Überschrift „Sanieren, aber richtig“ die Wandlung von Häusern mit hohem Energieverbrauch hin zu klimafreundlichen Gebäuden mit niedrigen Energiekosten und hohem Wohnkomfort. (Quelle: Passivhaus Institut)

Gebäude + Energie 2024-03-21T12:09:02.692Z Passivhaustagung: So werden Gebäude hoch energieeffizient

Die 27. In­ter­na­tio­na­le Pas­siv­haus­ta­gung fin­det am 5. und 6. April 2024 ­ auf dem Cam­pus Tech­nik der Leo­pold-Fran­zens-Uni­ver­si­tät in Inns­bruck statt. Am 7. April 2024 ha­ben die Teilnehmende dar­über hin­aus die Mög­lich­keit, an Ex­kur­sio­nen zu in­spi­rie­ren­den Pas­siv­hauspro­jek­ten in der Um­ge­bung teil­zu­neh­men.

Jedes Gebäude kann energetisch saniert werden und jeder Erneuerungsschritt zählt. Das will die 27. Internationale Passivhaustagung zeigen. Zum Fokus „Sanieren, aber richtig“ präsentiert die Tagung die Wandlung von Häusern mit hohem Energieverbrauch hin zu klimafreundlichen Gebäuden mit niedrigen Energiekosten und hohem Wohnkomfort. Darüber hinaus gibt es Exkursionen und Workshops. Die Fachausstellung mit Passivhaus-Komponenten ist an beiden Tagen auch öffentlich zugänglich. 

Die Veranstaltung findet überwiegend auf dem Campus Technik der Universität Innsbruck statt. Zum Schwerpunkt Sanierungen zum EnerPHit-Standard werden zahlreiche internationale Beispiele präsentiert, einige davon im Rahmen des EU-Projekts outPHit. Sie alle verbindet die Modernisierung mit hoch energieeffizienten Passivhaus-Komponenten. Spannend ist dabei auch die teilweise Gegensätzlichkeit der Gebäude. Der über 300 Jahre alte Mayerhof in Tirol wurde ebenso mit Passivhaus-Komponenten saniert wie das Hotel Marcel in Connecticut, USA, unweit der Yale Universität gelegen. Der markante Bürobau aus den 1960er-Jahren ist nun ein klimafreundliches Hotel mit hohem Raumkomfort für seine Gäste. Vorgestellt werden außerdem: Die Wandlung eines historischen Kutschenhauses in New York zu einem gemütlichen Wohngebäude, das weltweit erste EnerPHit-Museum in Griechenland sowie die energetische Sanierung mit Passivhaus-Komponenten von Wohnkomplexen in London und Innsbruck.

Das Hotel Marcel in Connecticut, USA, unweit der Yale Universität gelegen, wurde mit Passivhauskomponenten saniert.
Das Hotel Marcel in Connecticut, USA, unweit der Yale Universität gelegen, wurde mit Passivhauskomponenten saniert. (Quelle: Seamus Payne Hobhouse)

Wohnkomfort bei Hitze 

Der Aspekt Sommerkomfort gewinnt auch in unseren Breitengraden immer mehr an Bedeutung. Dabei setzt sich die Erkenntnis durch, dass hoch energieeffiziente Gebäude nicht nur im Winter, sondern auch in der warmen Jahreszeit von Vorteil sind: Der gute Wärmeschutz unterstützt dabei, die Hitze draußen zu halten. Projekte in warmen Klimazonen stellen besondere Anforderungen an die Planung, um einen guten Wohnkomfort zu gewährleisten. In der Vortragsreihe „Passivhaus in herausforderndem Klima“ wird unter dem Titel „Cooler Komfort“ im sonnigen Malaga ein Mehrfamilienhaus in Südspanien vorgestellt. 

In der Reihe Passivhaus und Nachhaltigkeit wird die Sporthalle Sande in Ostwestfalen präsentiert. Nach 15 Jahren Nutzung liegen zahlreiche Erfahrungen und Ergebnisse vor, die für weitere Projekte dieser Art wertvoll sind. In dieser Vortragsreihe werden auch Einblasdämmsysteme als Schlüsseltechnologie für die Altbausanierung betrachtet. Weitere Nichtwohngebäude im Passivhaus-Standard, die in Innsbruck gezeigt werden: Schulen in Schweden, das neue Freizeitzentrum in Exeter in Großbritannien sowie ein Kindergarten in Holzbauweise in Spanien.

Wird ebenfalls in Innsbruck vorgestellt: das neue Freizeitzentrum im britischen Exeter als ein Beispiel für ein Nichtwohngebäude im Passivhaus-Standard.
Wird ebenfalls in Innsbruck vorgestellt: das neue Freizeitzentrum im britischen Exeter als ein Beispiel für ein Nichtwohngebäude im Passivhaus-Standard. (Quelle: Exeter City Council)

Workshops und Netzwerken 

Im Vor­feld der Ta­gung, am 3. und 4. April 2024, kön­nen Zu­satz-Work­shops be­su­cht werden. Bei den Angeboten im Rahmen von outPHit stehen wiederum Sanierungen im Mittelpunkt. Ein weiterer Workshop richtet sich an Kommunen und Wohnbaugesellschaften: Am Donnerstag, 4. April 2024 erhalten diese mit dem Workshop „Energieeffizienz in öffentlichen Gebäuden“ Know-how für die kommunale Aufgabe, Gebäude zukunftsfähig zu realisieren. Die Teilnahme am Workshop ist gebührenfrei, es ist lediglich eine Anmeldung erforderlich. 

Auch die 27. Internationale Passivhaustagung bietet wieder zahlreiche Gelegenheiten zum Netzwerken mit internationalen Teilnehmenden. Dazu gehören die große Passivhaus-Party am Tagungsfreitag sowie das iPHA-Dinner des internationalen Passivhaus-Netzwerks am Samstag. Zum Abschluss der Tagung bieten die Veranstalter die Gelegenheit, sich die zahlreichen Passivhaus- und EnerPHit-Projekte in Innsbruck und Tirol selbst anzuschauen: Drei Exkursionen führen per Bus zu interessanten Sanierungs- und Neubauprojekten, eine Tour lädt zu Fuß dazu ein, Projekte im Innsbrucker Stadtgebiet kennenzulernen. 

Öffentliche Fachausstellung 

Gute Komponenten sind für eine erfolgreiche Sanierung unverzichtbar. Auf der Passivhaus-Fachausstellung können sich die Teilnehmenden der Tagung zwei Tage lang direkt vor Ort über hoch energieeffiziente Komponenten informieren. Präsentiert werden unter anderem Lüftungsgeräte mit Wärmerückgewinnung, Produkte für Luftdichtheit, Fenster sowie Wand- und Dachkonstruktionen. Auch das Passivhaus Institut ist hier mit einem Stand vertreten. Die Fachausstellung ist nicht nur für die Tagungsteilnehmenden, sondern für alle Interessierten öffentlich zugänglich. Weitere Informationen >>>

zuletzt editiert am 21. März 2024
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