Die 25. Internationalen Passivhaustagung soll auch „vor Ort“ in der historischen Stadthalle in Wuppertal stattfinden. Quelle: Passivhaustagung
Die 25. Internationalen Passivhaustagung soll auch „vor Ort“ in der historischen Stadthalle in Wuppertal stattfinden. Quelle: Passivhaustagung

Gebäude + Energie

01. September 2021 | Teilen auf:

Passivhaustagung: Ein Standard geht in Serie

Die 25. Internationale Passivhaustagung soll ab dem 10. September 2021 sowohl vor Ort in Wuppertal als auch online stattfinden. Sollte dies aufgrund der Covid-19-Pandemie doch nicht möglich sein, ist eine reine Online-Veranstaltung geplant. Tickets lassen sich dann umbuchen, der Differenzbetrag wird erstattet.

Aktuell erlaubt die Corona-Schutzverordnung in Nordrhein-Westfalen die Veranstaltung in der Historischen Stadthalle Wuppertal unter Einhaltung der 3G-Regeln. „Wir haben von Anfang an ein flexibles Konzept mit Vor-Ort-Veranstaltungen und Online-Angeboten umgesetzt. Und natürlich freuen wir uns, dass wir nach aktueller Lage unter Auflagen tatsächlich unsere Jubiläumstagung in Wuppertal feiern können“, erklärt Jan Steiger, Mitglied der Geschäftsführung des Passivhaus Instituts.

Preisverleihung wird im Live-Stream für alle zu sehen sein

Sollte die Veranstaltung aufgrund behördlicher Anordnung kurzfristig doch nicht vor Ort stattfinden können, wird der erste Teil der Tagung vom 10. bis 12. September nur online angeboten. Der zweite Teil der Tagung am 14. und 15. September 2021 ist ausschließlich als Online-Veranstaltung geplant. Der erste Höhepunkt der Jubiläumsveranstaltung ist die Verleihung des Passive House Award 2021 am ersten Tagungstag, die ebenfalls in der Historischen Stadthalle stattfinden und zusätzlich als Live-Stream auch online zu sehen sein wird.

Das Programm der Internationale Passivhaustagung soll deutlich machen, dass Energieverbrauch und Emissionen drastisch reduziert werden können – aber dafür, so die Macher der Tagung, müsse einiges passieren. Gebäude im Passivhaus-Standard, die nur äußerst wenig Energie zum Heizen und Kühlen benötigen und dadurch effektiv das Klima schützen, seien zwar längst weit verbreitete Realität und böten gleichzeitig Wohngesundheit und einen hohen Komfort.

Die Masse macht‘s

Jetzt aber gehe es um den nächsten Schritt. „Wir zeigen, dass klimaschonende Gebäude nicht nur einzeln, sondern in Quartieren ungesetzt werden können. Auch flächendeckende Sanierungen mit sehr guter energetischer Qualität sind ein unverzichtbarer Bestandteil, um im Gebäudesektor das Ruder noch rumreißen. Denn äußerst energieeffiziente Gebäude sind gleichzeitig eine Grundvoraussetzung für eine flächendeckende Versorgung mit erneuerbarer Energie“, so Jan Steiger weiter.

Insgesamt 16 Vortragsreihen bietet die 25. Internationale Passivhaustagung. Das Schwerpunktthema lautet „Passivhaus - der Schlüssel zum nachhaltigen Bauen“. Im Fokus stehen internationale Projekte rund um den Globus, Sommerkomfort, Lüftungskonzepte sowie ökologische Baustoffe. Sozialer Wohnungsbau und Energieberatung sind weitere Themen. Die Vortragssprachen sind Deutsch und Englisch.

Der Passivhausstandard als Ziel seriellen Sanierens im Bestand

Auch zum Thema Sanierung wartet das Programm der Passivtagung mit einigen interessanten Blöcken auf. In der 5. Session, am Samstag den 11. September wird die ganze Bandbreite der in Deutschland möglichen Einsparungen durch Effizienzsteigerungsmaßnahmen im Sanierungs- und Neubaubereich vorgestellt. Die Referenten zeigen gelungene Lösungen anhand erfolgreich durchgeführter Projekte auf und berichten von ihren Erfahrungen aus der Energieberatung für Gebäude aller Klassen in Deutschland. So stellt Bernd Steinmüller ein Modellprojekt vor, bei dem ein fast 100-jähriger Altbau nutzungsflexibel Effizienzhaus-/Passivhaus-Premium-Neubau-Niveau erreicht hat und so als Modellvorhaben die Weiterentwicklung künftiger Sanierungs- und Förder-Standards stimuliert. Darüber hinaus wird die Sanierung einer Turnhalle mit TES-Fassadenelementen vorgestellt. Bei diesen vorgefertigten Holzbauelementen sind Wärmedämmung und Fenster bereits integriert und Oberflächenbekleidung fertig.

Nachdem in Session 6 ökologische Baustoffe thematisiert wird geht es in Session 7, die ebenfalls noch am Samstag angesetzt ist, um serielle Sanierung im Allgemeinen und das Projekt outPHit im Speziellen. outPHit begegnet der Ineffizienz in bestehenden Gebäuden, indem es Vorfertigung und effiziente Prozesse mit den strengen Anforderungen des EnerPHit-Standards für Sanierungen nach Passivhausprinzipien verbindet. Das Projekt wird von 10 Organisationen in sieben EU-Ländern unter der Leitung des Passivhaus-Instituts durchgeführt. In der Session berichten die Referenten von verschiedenen Projekten, in denen sich das Konzept bewährt hat. Anwendungsbereiche der vorgefertigten Sanierung und Erfahrungsberichte aus in verschiedenen Ländern realisierten Projekten beleuchten unterschiedliche Aspekte und Herangehensweisen je nach Baustoff und Anforderungen der Auftraggeber an das Projekt. Das gesamte Programm können Sie hier einsehen.

Fachausstellung ist schon seit dem 1. September online

Darüber hinaus werden bei der 25. Internationalen Passivhaustagung Exkursionen angeboten: zwei Online-Termine sowie zwei Exkursionen vor Ort statt. Und auch eine Fachausstellung darf nicht fehlen: Qualitätsgeprüfte Bauteile für äußerst energieeffizientes Bauen und Sanieren werden im Rahmen der 25. Internationalen Passivhaustagung bei der begleitenden Passivhaus-Fachausstellung präsentiert: Die Online-Ausgabe der Fachausstellung startete bereits am Mittwoch, 1. September um 10 Uhr mit einer Eröffnungsveranstaltung im Netz für alle Interessenten. Dort werden virtuelle Rundgänge angeboten und der Kontakt mit den Herstellern digital ermöglicht. Vor Ort in Wuppertal öffnet die Fachausstellung für alle Teilnehmenden am ersten Tagungstag ihre Türen. Weitere Informationen über die 25. Internationale Passivhaustagung finden Sie auf der Website der Veranstaltung.