Passende Innendämmsysteme
Dämmputzsysteme eignen sich für unebene und schwierige Untergründe, beispielsweise im Denkmalschutz. (Abb.: Saint-Gobain Weber)

Innendämmung 2012-12-10T00:00:00Z Passende Innendämmsysteme

Für die Funktionalität der meisten Konstruktionen von Innendämmungen liegen heute langjährige Praxisnachweise vor. Standardausführungen hinsichtlich Dämmstoffdicke und Wandaufbau sind in der Regel seitens der Hersteller nachgewiesen und freigegeben. Bei besonderen Randbedingungen sollte aber ein objektspezifischer Nachweis erfolgen.

Viele Bauherren, Planer und Handwerker betrachten Innendämmung noch immer mit einer gewissen Skepsis. Häufig wird davor gewarnt, dass sich der Taupunkt in die Wand verlagert und sich dadurch schädliche Feuchtigkeit wie Tauwasser oder Kondensat im Wandaufbau sammeln könne. Ein hoher Raumverlust, mangelnde Befestigungsmöglichkeiten an der Wand, Wärmebrücken oder die Schwierigkeiten beim Anschluss von Bauteilen gelten als Nachteile einer Wärmedämmung von innen. Neben der Befürchtung, keine der EnEV entsprechende Dämmung zu erzielen, ist auch der Mangel an Wissen auf dem Gebiet der Innendämmung ein häufig geäußertes Argument gegen entsprechende Dämm-Maßnahmen. Diese Vorbehalte halten sich hartnäckig, obwohl sie auf moderne Innendämmsysteme nicht mehr zutreffen.

Innendämmungen beeinflussen die Temperatur der Wand

Primärziel vieler Innendämm-Maßnahmen ist eine Erhöhung der Oberflächentemperatur der Innenwand, was eine höhere Behaglichkeit und die Senkung des Schimmelpilzrisikos mit sich bringt. Dabei gilt es zu bedenken: Eine innenseitig angebrachte Wärmedämmung beeinflusst die Temperaturverhältnisse in der Wand. Da das Mauerwerk nicht mehr so stark von innen aufgeheizt wird, ist im Winter die Temperatur in der Wand deutlich kälter.

Damit einhergehend ändern sich die Feuchteverhältnisse. Die Temperatur im Wandquerschnitt sinkt so weit, dass eindiffundierender Wasserdampf kondensieren kann (Tauwasserbildung). Dazu kommt, dass die Austrocknung der Wand nach Regenfällen langsamer vonstattengeht, da von innen keine Wärme mehr geliefert wird. Wird das Feuchtemanagement in der Planung berücksichtigt, stellt dies kein Problem dar. Ein ausreichender Schlagregenschutz der Außenfassade muss gewährleistet sein. Dieser Schutz sollte vor Beginn der Innendämm-Maßnahmen insbesondere bei Westfassaden gründlich geprüft werden. Falls Zweifel bestehen, sollten Zusatzmaßnahmen, wie das Aufbringen eines Anstrichsystems, ergriffen werden.

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zuletzt editiert am 09. April 2021
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