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Alle Abb.: Sika Deutschland GmbH

Betoninstandsetzung 2011-07-26T00:00:00Z Parkbauten rundum schützen

Die Fahr- und Parkflächen in Parkhäusern werden durch dauerhafte thermische, chemische und mechanische Belastungen stark beansprucht und verschleißen: Schadstoffe lassen Bewehrungsstähle in Decken, Wänden und Stützen korrodieren. Weitere Schadensbilder sind Risse im Beton, die zur Korrosion der Bewehrung führen. Jeder dieser Schäden kann im schlimmsten Fall die Standsicherheit des Parkhauses gefährden.

Die Sika Deutschland GmbH hat sich dieser umfassenden Problematik angenommen und sich auf den Schutz von Parkbauten spezialisiert. Das Sika Parkhaus-Konzept unterscheidet zwischen Frei- und Zwischendecks sowie Tiefgaragen und erdberührten Flächen. Alle Parkhausprodukte von Sika erfüllen die Anforderungen des DAfStb und der DIN EN 1504 unter Berücksichtigung der DIN V 18026.

Böden mit System beschichten

Bodenbeschichtungen schützen den Stahlbeton zuverlässig, da sie das Eindringen von Wasser und den darin gelösten Tausalzen in die Geschossböden von Freidecks, Zwischendecks und erdberührte Flächen verhindern. Außerdem müssen sie Fahrverkehr und Temperaturschwankungen standhalten. Für eine lange Nutzungsdauer ist eine robuste Flächenbeschichtung entscheidend. Die 2-komponentigen "Sika CarDeck-Systeme" auf Kunstharzbasis erfüllen diese Anforderungen abgestimmt auf die spezifischen Bereiche: Auf Freidecks kommen Systeme nach OS 11a zum Einsatz, die besonders gut gegen Witterungs- und Umwelteinflüsse schützen. Der Zweischicht-Aufbau ist hochgradig rissüberbrückend, und abriebfest. Er besteht aus Grundierung, hauptsächlich wirksamer Oberflächenschutzschicht (hwO), Verschleißschicht und Versiegelung.

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Bodenbeschichtungen schützen den Stahlbeton vor dem Eindringen von Wasser.

Zwischendecks hingegen sind anderen Gefahren ausgesetzt: Die thermische Belastung spielt hier eine untergeordnete Rolle. Problematisch ist eher die Rissbildung in der filigranen Stahlbeton-Bauweise. Bei dynamischer Wechsellastbeanspruchung durch den Fahrzeugverkehr kommt es zu Rissen, die es aggressiven Medien wie Tausalzen ermöglichen, in konstruktive Elemente einzudringen und sie zu schädigen. Da kaum Belastungen durch Temperaturunterschiede hinzukommen, hat sich der einschichtige OS 11b-Aufbau als gute Schutzmaßnahme für das Stahlbetontragwerk bewährt. Er verfügt über eine hohe dynamische Rissüberbrückung von 0,05 bis 0,35 mm sowie eine hohe mechanische Belastbarkeit und Langlebigkeit. Der Schichtaufbau setzt sich aus Grundierung, Verschleißschicht und Versiegelung zusammen. Sika hat für den Schutz und die Instandsetzung von Zwischendecks mehrere OS 11b-Systeme im Portfolio. Darüber hinaus bietet der Hersteller ein OS 13-System mit einer statischen Rissüberbrückung von 0,1mm für oberflächennahe Risse an.

Tragende Bodenplatten und erdberührte Flächen unterliegen ebenfalls Beanspruchungen durch Auftausalze und Feuchtigkeit und müssen ebenso vor aggressiven Medien geschützt werden. In diesem Bereich treten allerdings keine dynamischen Belastungen auf. Aus diesem Grund bieten sich hier starre und mechanisch besonders belastbare OS 8-Systeme an. Vorteilhaft sind die leichte Erkennbarkeit und die genaue Lokalisierung eines Risses, der durch geeignete Maßnahmen wie Verpressen, Tränken oder Spachteln behandelt und instand gesetzt werden kann. Das verwendete Kunstharzsystem kann nach der Risssanierung einfach und kostengünstig erneuert werden.

Anschlüsse und Fugen gefunden

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An Details werden hohe Anforderungen gestellt. Neben Flächenbeschichtungen ist die Ausbildung von Anschlüssen, Fugen und Einläufen entscheidend.

Die vielseitigen Belastungen im Parkhaus stellen auch an die Details hohe Anforderungen. Für eine lange Nutzungsdauer ist neben der reinen Flächenbeschichtung die sorgfältige Ausbildung von Anschlüssen, Fugen und Einläufen entscheidend. Im Bereich der aufgehenden Wand oder auch im Bereich von Gehsteigen, Schrammborden und Fußwegen wird das Bodenbeschichtungssystem übergangslos angeschlossen.

Bei Leichtbaukonstruktionen und schwimmenden Konstruktionen sind hingegen Bewegungen im Randbereich zwischen den Bauteilen zu erwarten. Aus diesem Grund müssen auch die Sockelanschlüsse beweglich verfugt werden bei leichter Beanspruchung mit "Sikaflex-PRO 3 WF", bei höherer Bewegung können die Hohlkehlen mit "Sikadur-Combiflex Kleber" und "Sikaflex-Combiflex Streifen" ausgebildet.

In die Konstruktion eingelassene Ablaufsysteme wie Rinnen und Gullys müssen dauerhaft wasserdicht in das Beschichtungssystem angeschlossen werden. Ein optimaler Haftverbund verhindert hier Ablösungen zwischen den Systemen. Der Sockel für den Randabschluss besteht aus einem mit "Sikafloor-156/Quarzsand" verfüllten Mörtel und wird dauerelastisch mit "Sikaflex-PRO 3 WF" verfugt.

In stark frequentierten Parkbauten und Tiefgaragen, beispielsweise gewerblich genutzte Abstellflächen von Kaufhäusern, Park & Ride-Stationen oder Flughäfen, ist ein wesentlich höherer Fahrverkehr gegeben. Konstruktive und mechanische Belastungen gehen weit über die an Privatbauten gestellten Anforderungen hinaus. Der Übergang von Gebäudeteilen erfolgt hier mit befahrbaren Profilen.

Das rauf und runter belastet Rampen und Spindeln

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Bauteile wie Rampen werden wesentlich stärker belastet als andere Bereiche in einem Parkhaus.

Höhenunterschiede in Parkdecks werden mit Rampen und Spindeln überwunden. Diese Bauteile werden aufgrund des Anfahrens und Abbremsens der Fahrzeuge wesentlich stärker belastet als andere Bereiche in einem Parkhaus. Deshalb sind die Anforderungen an Verschleißbeständigkeit und auch an Rutschfestigkeit bei Nässe besonders hoch: Eine sichere Auf- und Abfahrt zwischen den einzelnen Decks muss jederzeit gewährleistet sein.

Eine starre Beschichtung wird den hohen mechanischen Belastungen gerecht. Die "Sika CarDeck Static Systeme" sind dafür geeignet, wenn genügend Zeit zur Verfügung steht. In einer Schichtdicke über 2,5 mm bieten diese Systeme gute Voraussetzungen, die auftretenden Beanspruchungen über lange Nutzungszeiträume sicher aufzunehmen und langfristig optisch ansprechend zu bleiben. Ebenfalls möglich ist der Einsatz des "Sikafloor-Pronto Systems": Muss es mal schnell auf einer Parkhausbaustelle voran gehen ob aus Kostengründen oder aufgrund einer unsicheren Wetterlage , bietet dieses System die wirtschaftlichen und technologischen Vorteile einer PMMA-Beschichtung. Die "Sikafloor PMMA-Produkte" basieren auf der schnell härtenden Polymethyl-Methacrylat-Technologie. Sie bieten damit die optimale Basis für eine schnelle Überarbeitung von Ausbrüchen, sind aber auch im Flächengeschäft ideal, wenn die Stillstandszeiten möglichst gering sein müssen. "Sikafloor-Pronto" ist UV-stabil und bietet neben der zügigen Verarbeitung und schnellen Nutzbarkeit eine mechanisch sehr beständige Oberfläche, die sogar den besonderen Anforderungen auf Rampen und Spindeln entspricht. Der starre Aufbau des Systems besteht aus der Grundierung, einer verschleißfesten Deckschicht und einer Kopfversiegelung, die in verschiedenen Farbtönen lieferbar ist.

Gelegentlich muss für einen zügigen Arbeitsfortschritt der Beton beschichtet werden, obwohl die erforderliche Restfeuchte von < 4% noch nicht erreicht wurde. Möglicherweise besteht auch die Gefahr, dass Feuchte aus dem Untergrund in das Bauwerk drückt. Um Schäden durch eine Blasenbildung zu vermeiden, ist die Anwendung des "Sikafloor EpoCem-81/82 Systems" möglich. Es handelt sich um einen schnell aushärtenden ECC-Belag. Dieser ermöglicht ein Beschichten mit Epoxidharz, trotz erhöhter Betonrestfeuchte bis 10%.

Sanieren von Beton und Abdichtungssysteme

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Neben Rissen in Böden bei Stahlbetonbauteilen können auch Wände und Decken betroffen sein.

Abgesehen von den Bodenplatten können sich Risse in jedem Stahlbetonbauteil bilden. Sie betreffen auch Wände und Decken. Die Risse, die durch Spannung, Zwang und Zugkraft entstehen, werden durch Injektionen geschlossen, damit keine schädigenden Substanzen und Feuchtigkeit eindringen können. Die Injektionen werden in Risse und Hohlräume eingepresst und verschließen sie sicher vor anstehendem Wasser und stabilisieren zugleich den Untergrund. Die Injektionsprodukte aus der "Sika Injektion-Serie" eignen sich sowohl zum temporären Abdichten von Bauwerken bei strömendem Wasser als auch zur nachträglichen Abdichtung erdüberdeckter Bewegungs- und Arbeitsfugen.

Dynamisch beanspruchte Stahlbeton-Konstruktionen müssen durch nachhaltige Betoninstandsetzung, beispielsweise durch Betonersatz, geschützt werden. Wird aus Kostengründen auf Beschichtungen, Verstärkungen bzw. Instandsetzungsmaßnahmen verzichtet, kann die Statik auf lange Sicht beeinträchtigt werden. Dies kann zur Sperrung einzelner Parkebenen oder gar zur Komplettschließung von Parkhäusern führen.

Diese Schäden lassen sich mit Mörtelsystemen instand setzen. Anschließend erfolgt ein optisch ansprechender Oberflächenschutz. Die Betonersatzsysteme eignen sich für die senkrechte und waagerechte Verarbeitung sowie für großzügige Flächen. Der" Sika MonoTop-Aufbau" für senkrechte Flächen setzt sich mit seinen 1-komponentigen Einzelschichten aus Korrosionsschutz, Haftbrücke, Betonersatz, Egalisierspachtel und dem abschließenden Oberflächenschutz zusammen. Er kann zudem über Kopf verarbeitet werden. Der Werktrockenmörtel "SikaTop" ist hingegen ist für waagerechte Flächen geeignet und besteht aus Haftbrücke, Korrosionsschutz und Betonersatz. Er eignet sich als vollflächiger Gradientenausgleich oder zur partiellen Instandsetzung. Bei großflächiger Anwendung kann die zwei Mörtelsysteme der "SikaCem Gunit-Serie" im Trockenspritzverfahren verwendet werden. Für den Schutz und die ansprechende Optik der Betonflächen sorgen abschließend die "Sikagard-Oberflächenschutzsysteme".

Kathodischer Korrosionsschutz für Stahlbeton (KKS)

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Die häufigste Form der Schädigung an Verkehrsbauwerken stellt die chloridinduzierte Bewehrungskorrosion dar, ausgelöst durch Tausalze.

Die typischen Schäden an Stahlbetonbauwerken werden in Bewehrungs- und Betonkorrosion unterschieden. Die schützende Oxidschicht des Bewehrungsstahls wird in beiden Fällen angegriffen. Die häufigste Form der Schädigung an Verkehrsbauwerken stellt die chloridinduzierte Bewehrungskorrosion dar ausgelöst durch Tausalze. Das Eindringen von schädigenden Medien und Wasser in die konstruktiven Elemente des Bauwerks verursacht bereits nach relativ kurzer Zeit Flächen- bzw. Lochfraßkorrosion. Häufig resultieren hieraus Betonabplatzungen und Hohllagen, die nicht nur eine optische Beeinträchtigung bedeuten. Durch den Verlust des Bewehrungsquerschnitts kann die Standsicherheit gefährdet sein. Die herkömmlichem Schutz- und Instandsetzungsmaßnahmen von Stahlbeton regelt die Richtlinie für den Schutz und die Instandsetzung von Stahlbetonbauteilen sowie die ZTV ING. Weiterhin gilt die deutsche Restnorm DIN V 18026. Nach diesen Regelwerken ist ein massiver Eingriff in das Bauwerk in Form eines großräumigen Betonabtrags in den chloridverseuchten Bereichen erforderlich. Der entscheidende Vorteil des Kathodischen Korrosionsschutzes (KKS) liegt darin, dass das Fortschreiten der Korrosion dauerhaft verhindert wird, solange das System funktionsfähig ist. Durch das Anlegen einer Fremdspannung über eine spezielle platinoxidbeschichtete Titannetzanode wird eine Potenzialverschiebung erzeugt, die eine weitere Korrosion vermindert beziehungsweise verhindert. Anschließend wird die Anode in eine Schutzschicht eingebettet. Nach Einbau des KKS-Systems und Überprüfung der Funktionstüchtigkeit ist darauf folgend eine Beschichtung möglich.

Metallische Bauteilen vor Korrosion schützen

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Deckbeschichtungen in Korrosionsschutzsystemen sind in zahlreichen Farben eintönbar.

Stahlbauten und Stahlanbauteile brauchen einen langlebigen Korrosionsschutz. Denn wenn metallische Werkstoffe am Bau mit den Stoffen in der umgebenden Atmosphäre reagieren, führt das zu einer Veränderung der Eigenschaften dieser Werkstoffe. Wieder leiden sowohl die Standsicherheit, als auch die Optik. Umso wichtiger ist ein dauerhafter und nachhaltiger Korrosionsschutz.

Korrosionsschutzbeschichtungen kommen bei unterschiedlichen Bauteilen wie Masten, Stütz- und Trägerkonstruktionen, Geländer, Fassaden etc. zur Anwendung. Diese metallischen Bauteile sind entsprechend ihrer Umgebungsbedingungen ganz speziellen Korrosionsbelastungen ausgesetzt. Die große Auswahl einer technisch sinnvollen und unter wirtschaftlichen Aspekten optimalen Korrosionsschutzbeschichtung befriedigt Ansprüche aller Art. Viele der Deckbeschichtungen in Korrosionsschutzsystemen sind in zahlreichen Farben eintönbar, sodass sich mit einer Korrosionsschutzbeschichtung durch geschickt gewählte Farbkombinationen besondere Akzente mit konstruktiven metallischen Elementen setzen lassen.

Autor: Dipl.-Ing. (FH) Benjamin Stöhr, Produktingenieur Flooring/Waterproofing, Sika Deutschland GmbH, Stuttgart

Die Sika Deutschland GmbH hat die passende Broschüre zum Thema herausgebracht: "Perfekter Rundum-Schutz für Parkhäuser und Tiefgaragen Bewährte und dauerhafte Systemlösungen von Sika".

zuletzt editiert am 09. April 2021
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