Illustration der Schritte zur energetischen Sanierung eines Gebäudes, einschließlich Energieberatung und Sanierungspläne.
So geht der im Rahmen von „building-dialogue“ entwickelte Online-Wegweiser vor. (Quelle: Building Dialogue 2025, mit Illustrationen von B. Sturm und B. Lancien)

Gebäude + Energie 2026-01-15T10:58:00Z Online-Wegweiser für die energetische Sanierung

Beim Thema energetische Gebäudesanierung gibt es Informationsdefizite – das gilt besonders für geeignete Heizungstechnologien, Förderbedingungen und gesetzliche Verpflichtungen. Das zeigt das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) geförderte Forschungsprojekt „building-dialogue“. Das Projektteam hat einen Online-Wegweiser für die energetische Sanierung entwickelt.

Neue Heizung, neues Dach oder eine Wärmedämmung – bei der energetischen Sanierung von Wohngebäuden gibt es viele Maßnahmen und jeweils passende Förderprogramme. In „building-dialogue“ wurde untersucht, welche Hemmnisse und Hürden private Hausbesitzer:innen, Wohnungseigentümergemeinschaften (WEGs) und Wohnungsunternehmen bei energetischen Sanierungen erleben und wie ihr Informationsbedarf sowie ihre Einstellungen die Bereitschaft für eine Sanierung prägen. Darüber hinaus wurden die Wertschöpfungseffekte in Kommunen durch Sanierungsmaßnahmen analysiert. Forschende des Reiner Lemoine Instituts (RLI), des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), des Unabhängigen Instituts für Umweltfragen (UfU) und der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie Berlin Brandenburg (DGS) haben bei dem Projekt zusammengearbeitet. 

„Wir haben festgestellt, dass fehlende Orientierung für passende Sanierungsmaßnahmen, Unsicherheiten wegen finanzieller Belastung und die technische Akzeptanz, zum Beispiel von neuen Technologien wie Wärmepumpen, als zentrale Hinderungsgründe für Sanierungsmaßnahmen wirken“, sagt Marie-Claire Gering, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Projektleiterin am RLI. 

Online-Wegweiser zeigt Maßnahmen, Förderung und Wertschöpfung 

Auf Grundlage ihrer Erkenntnisse haben die Forschenden einen Online-Wegweiser entwickelt. Nutzende erhalten dort eine Schritt-für-Schritt Anleitung, die ihnen bei der energetischen Sanierung hilft und Zugang zu verständlichen Informationen über die Themen Modernisierungsmöglichkeiten, Heizungswechsel, Förderprogramme und Rechtliches liefert. 

Der Wegweiser ist ein Tool, das Eigentümerinnen dabei unterstützt, den Ausgangszustand ihres Gebäudes sowie ihren individuellen Sanierungsbedarf einzuschätzen. Es vermittelt leicht verständliches Wissen zur energetischen Gebäudesanierung und zeigt kostenlose Beratungsangebote und weitere Tools. Er ist frei verfügbar. „Nutzerinnen können damit optimal vorbereitet in eine Energieberatung gehen, etwas für ihre Immobilie und die Energiewende tun und im besten Fall Geld sparen“, so Gering. 

Sanierung fördert Wertschöpfung in den Kommunen 

Energetische Sanierungsmaßnahmen können außerdem Wertschöpfung und Beschäftigung für regionale Unternehmen und damit Steuereinnahmen für Kommunen bedeuten. Werden in einer Kommune mit 2000 Gebäuden circa 20 Gebäude saniert, was einer Sanierungsquote von einem Prozent entspricht, kann im regionalen Wirtschaftskreislauf jährlich eine Wertschöpfung von über 380.000 Euro entstehen. Dies kann zu kommunalen Einnahmen von circa 26.000 Euro pro Jahr führen. Auch hierzu finden Interessierte, wie zum Beispiel Mitarbeitende in kommunalen Verwaltungen, Informationen im Wegweiser. 

Bedarf an verständlichen und praxisnahen Informationen 

Die Forschenden haben in dem Projekt den Bedarf unterschiedlicher Gruppen analysiert. Die Ergebnisse zeigen: Während professionelle Akteurinnen wie Wohnungsunternehmen und Energieberatende über umfassende Kenntnisse und Ressourcen verfügen, bestehen Defizite bei privaten Eigentümerinnen und WEGs. 

Die Analyse zeigt das Bedürfnis dieser Gruppen nach verständlichen, praxisnahen Informationen, die Umsetzungsschritte sowie Stolperfallen und Entscheidungsoptionen beinhalten. Fragen der Budgetoptimierung, Orientierung zu Technologie-Kombinationen und die Integration regionaler Besonderheiten stehen dabei im Vordergrund. Das Online-Tool adressiert diese Bedarfe direkt und unterstützt bei der Planung und Umsetzung energetischer Gebäudesanierungen, um die Wärmewende weiter umzusetzen.

zuletzt editiert am 15. Januar 2026