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Aufnahmen mit dem Elektronenmikroskop zeigen: Mit einem höheren Anteil "Metapor" ist die Mikrostruktur der Kalkmischung deutlich dichter (Abb. unten). (Abb.: Dennert Poraver GmbH)

Bauwerkserhaltung 2012-04-13T00:00:00Z Ökologisch bauen mit natürlichem Kalk

Rund zwei Millionen Wohnungen in Deutschland sind von Schimmel befallen Alt- wie Neubauten. Kalkputz ist eine natürliche Methode, Schimmel aus der Wohnung fern zu halten. Neuer Zusatzstoff erhöht die mechanischen Eigenschaften von zementfreiem Kalkputz

Das natürliche Bindemittel Kalk wirkt Schimmel hemmend, feuchtigkeitsregulierend und sorgt somit für ein gesundes Raumklima. Allerdings weist Kalkputz eine relativ geringe Festigkeit auf und ist daher für manche Anwendungen ungeeignet. Die Dennert Poraver GmbH stellt mit "Metapor" einen Zusatzstoff her, der sich in kalkbasierten Bindemittelsystemen positiv auf die mechanischen Eigenschaften auswirkt. Dies belegen wissenschaftliche Untersuchungen der Universität Halle.

Kalk ist ein natürlicher Baustoff mit positiven bauphysikalischen Eigenschaften, der bereits vor 12.000 Jahren als Baumaterial eingesetzt wurde. Nun, da die gesundheitlichen Vorteile des biologischen Bauens nicht mehr von der Hand zu weisen sind, rückt Kalk als Bindemittel immer mehr in den Vordergrund. Dies hänge vor allem damit zusammen, dass sich ökologische Bauweisen immer mehr durchsetzen. Für Bauherren ist bei der Wahl des Baumaterials inzwischen auch der Einfluss auf das Raumklima ausschlaggebend.

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Während Zementputz wenig sorbtionsfähig ist, zeichnet sich Kalkputz durch ein besonders gutes Sorbtionsverhalten aus: Überschüssige Feuchtigkeit im Raum wird aufgenommen, gespeichert und dann gleichmäßig wieder abgegeben. Auf diese Weise wird die Luftfeuchtigkeit im Raum reguliert. Zudem wirken Kalkputze wie ein Luftfilter: Schadstoffe wie Kohlendioxid und Schwefeldioxid werden von den diffusionsoffenen Poren der Wandoberfläche aufgenommen und abgebaut. Darüber hinaus hat Kalk dank seiner natürlichen Alkalität eine antiseptische Wirkung, sodass Schimmelpilze auf der Oberfläche keinen Nährboden finden.

Neuer Zusatzstoff macht Kalkputze stark für Beanspruchungen

Ein Nachteil von Kalkputz war bisher seine geringe Festigkeit. Für höhere mechanische Beanspruchungen musste deshalb zusätzlich auf Zement als Bindemittel zurückgegriffen werden. Die Dennert Poraver GmbH, bietet daher mit "Metapor" einen festigkeitssteigernden Zusatzstoff an.

"Metapor" besteht aus Metakaolin mit einem geringen Anteil an feinem Blähglas. Der Zusatzstoff verbessert die mechanischen Eigenschaften von Bindemittelsystemen auf Kalkbasis deutlich. Dies wurde nun in einer Studie des Instituts für Geowissenschaften der Universität Halle bestätigt.

Ein Jahr lang haben Mineralogen "Metapor" als Zusatz zu kalkbasierten Bindemittelsystemen untersucht. Forschungsgegenstand waren mehrere Zusammensetzungen aus unterschiedlichen Mengen Kalk, Metakaolin und "Metapor". Dabei zeigte sich, dass mit der Kombination Kalk und "Metapor" Druckfestigkeiten bis 18 N/mm² und Biegefestigkeiten bis 5 N/mm² erreicht werden. Anhand von REM-Aufnahmen konnte zudem nachgewiesen werden, dass eine deutliche Verdichtung des Gefüges und somit eine hohe und schnelle Aktivität bei der Kalkbindung erfolgt. Die Ergebnisse der Studie wurden kürzlich bei der internationalen Zementtagung in den USA vorgestellt.

Bei einer vergleichenden Untersuchung von Kalkleichtputzen kam man zu ähnlichen Ergebnissen. Der Blähglasanteil begünstigt zudem die isolierenden Eigenschaften des Putzes, macht diesen leichter und verbessert die Verarbeitungseigenschaften.

Herstellung ohne zusätzlichen Energieaufwand und Schadstoffausstoß

Der ökologische Aspekt von "Metapor" beginnt bereits bei der Herstellung. Beim Herstellungsprozess im Drehrohrofen Kaolin als Trennmittel zugegeben wird. Das Granulat aus fein gemahlenem Recycling-Glas wird bei Temperaturen von etwa 800 Grad gebläht. Durch die Prozesstemperaturen kommt es dabei zur Bildung von Metakaolin, welcher Restanteile von Blähglas enthält.

www.poraver.com/

zuletzt editiert am 09. April 2021
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