Montessori-Schule Berlin Köpenick
Die Montessori-Schule in Berlin Köpenick wurde über drei Jahre hinweg im laufenden Betrieb energetisch saniert. (Abb.: Sven Lambert)

Gebäude + Energie 2015-03-20T00:00:00Z Nutzer in die Energetische Sanierung einbezogen

Die Montessori-Schule in Berlin Köpenick wurde als BAKA-Modellprojekt ausgeführt. Die fünf Gebäude benötigen heute 95 Prozent weniger Energie. Das Sanierungskonzept sah vor, Schüler und Pädagogen intensiv in den Bauablauf einzubeziehen: Einzelne Aspekte der Modernisierung wurden in den Unterricht aufgenommen, und die Schülervertretung beteiligte sich an der Aufklärung rund um die Bauarbeiten im laufenden Schulbetrieb.

Die in den 1960er Jahren erbauten Schulgebäude werden seit 2004 als Montessori-Schule genutzt. 2009 erwarb die Montessori-Stiftung die Räumlichkeiten. In den ersten Jahren hatte der Elternförderverein einige Verschönerungen und Modernisierungen vorgenommen. Mit dem Erwerb der Gebäude eröffnete sich die Möglichkeit, die Zukunft der Immobilie selbst zu gestalten. Aufgrund der steigenden Energiekosten beschloss man, die Gebäudehüllen und die Haustechnik energetisch so zu optimieren, dass über mindestens 20 Jahre kein Modernisierungsbedarf mehr besteht.

Nachdem die Finanzierung sichergestellt und das Projekt ausgeschrieben war, erstellten der Architekt und Energieexperte Ulrich Zink, die KPI Planungsgesellschaft, der Bauleiter Ralf Bednarz und die Schul-Geschäftsführerin Antje Heppelmann ein Baukonzept. Dieses basierte auf dem Ansatz, die gesamte Gebäudehülle als eine Berechnungseinheit zu betrachten.

Die Berechnung und Optimierung der Energieeffizienzwerte bei den Bauteilen Dach, Fassade, Fenster und Keller erfolgte im exakten Abgleich mit der gesamten Gebäudetechnik. Das Energieeffizienzkonzept lieferte letztendlich die Basis für die Bewilligung der Fördermittel. Durch den Nachweis der Energieeinsparung von 53 l/m²a auf 2,8 l/m²a/Qe im Vergleich zu Heizöl wurden die Fördermittel bewilligt. 

Zur Beheizung und Trinkwasserversorgung wurden zwei Wärmepumpen der Firma Stiebel Eltron eingebaut. Eine Fußbodenheizung wurde in den Bestandsestrich integriert. Eine Lüftungsanlage sorgt in den sanierten Gebäuden für eine bedarfsgerechte, kontrollierte Lüftung. Die Außenwände dämmte man mit einem rein mineralischen Wärmedämm-Verbundsystem in erhöhter Dicke. Für die Verwendung des Produkts in dieser Dicke musste eine Sonderzulassung eingeholt werden.

Im März 2011 fiel der Startschuss für die auf drei Jahre angelegte Sanierung. Um den Bauablauf besser in den Schulalltag integrieren zu können, wurde zunächst eine Teamfahrt und Klausur mit allen Kollegen organisiert, bei der über das Projekt informiert und über seine Integration in den Alltag gesprochen wurde. Zusätzlich wurden auch während der Ausführung regelmäßig Elterninformationsabende veranstaltet.

Auch die Schüler sollten eingebunden werden. So hat die Schülervertretung etwa die Baufortschritte fotografisch dokumentiert, um die Beteiligten zu informieren, zu sensibilisieren und zu motivieren, die lange Bauzeit mitzumachen. Im Unterricht wurde die Sanierung im Unterricht einbezogen –sowohl in klassischen Fächern wie Biologe aber auch in Politik, zum Beispiel anhand von Facharbeiten zum Thema EU- Fördermittel. In einem weiteren Projekt wurde ein halbes Jahr lang ein Werkstattunterricht mit den Klassenstufen 4 bis 6 abgehalten, um so die Sanierung einzelner Bauabschnitte zu ermöglichen.

zuletzt editiert am 09. April 2021
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