2013_07_209_Passivhaus - Protokollband 48_2
Der Protokollband 48 zeigt Lösungen für die Sanierung von Nichtwohngebäuden. (Abb.: www.passiv.de)

Gebäude + Energie 2013-07-09T00:00:00Z Nichtwohngebäude passiv sanieren

Je nach Art des Altbaus sind Besonderheiten bei der Sanierung mit Passivhaus-Technik zu beachten. Für die meisten Bauaufgaben gibt es inzwischen Lösungen. Das zeigt der „Protokollband 48 – Einsatz von Passivhaustechnologien bei der Modernisierung von Nichtwohngebäuden“ des Arbeitskreises kostengünstige Passivhäuser.

Die Art der Nutzung ist bei Nichtwohngebäuden in der Regel deutlich anders als bei Wohngebäuden. Ob Bürohaus, Schule oder Forschungsinstitut – tagsüber gibt es hohe interne Wärmequellen, etwa weil sich viele Personen in den Räumen aufhalten oder wegen umfangreicher Ausstattung mit Elektrogeräten. Nachts hingegen stehen die Gebäude oft leer.

Zeno Bastian, vom Passivhaus Institut in Darmstadt, untersucht im einleitenden Beitrag des Protokollbands, wie sich die nutzungsbedingten Parameter bei ähnlichem Wärmeschutzstandard der Bauteile in den Energiebilanzen niederschlagen. Dabei wird deutlich, dass bei der Sanierung von Verwaltungsgebäuden ein niedriger Heizwärmekennwert leichter erreicht werden kann als bei Wohngebäuden.

Bei Verwaltungsgebäuden ist im Bestand der Primärenergieverbrauch für Strom ähnlich hoch wie der für die Gebäudeheizung. „Im Rahmen einer Modernisierung sollte daher unbedingt auch die Elektroeffizienz verbessert werden“, sagt Prof. Dr. Wolfgang Feist, Leiter des Passivhaus Instituts. Neben Computertechnik falle meist auch die Beleuchtung stark ins Gewicht – der Lichtenergiebedarf könne den Heizwärmebedarf sogar übersteigen, wenn letzterer durch eine EnerPHit-Sanierung zum Beispiel um 90 Prozent verringert worden sei. Als Ansatz wird hier vor allem die Optimierung der Tageslichtnutzung empfohlen. Die weiteren Beiträge der Veröffentlichung behandeln etwa die Potenziale der nachträglichen Integration einer hocheffizienten Lüftung sowie die Herausforderungen bei der Reduktion des Wärmeverlusts an das Erdreich.

Als Richtschnur für die Qualität von Wärmeschutzmaßnahmen im Bestand hat sich der vom Passivhaus Institut eingeführte EnerPHit-Standard bewährt. Seit Mai 2012 können auch Nichtwohngebäude entsprechend zertifiziert werden.

www.passiv.de  

zuletzt editiert am 09. April 2021
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