Versuchsaufbau_Innendaemmung
Bei einer Innendämmung wird die Wärmebrückenwirkung der in die Außenwand einbindenden Decken und Zwischenwände nicht beseitigt, gegebenenfalls sogar verstärkt. Besondere Vorsicht ist dann im Bereich von Holzbalkendecken oder Holzbalkenköpfen geboten.

Innendämmung 2013-09-24T00:00:00Z Nichts für Laien

Innendämmung funktioniert, die technischen und physikalischen Probleme sind gelöst. Die Anfangsfeuchtigkeit der Außenwand darf nicht zu hoch sein und sie muss gegen Schlagregen abgedichtet sein, lautet das Fazit von Andreas Holm, Christoph Sprengard und Holger Simon. Die Münchner Forscher stellen in diesem Beitrag ihre Untersuchung zur Bedeutung von Dämmstoffdicken und Wandfeuchtigkeiten bei Innendämmsystemen vor.

Die Innenanordnung von Wärmedämmstoffen ist eine technisch solide Lösung. Sie ist in manchen Fällen sogar die einzig mögliche, aber sie erfordert Detailkenntnisse bei der Planung und Ausführung. Die nachträgliche Innendämmung ist eine der zeitgemäßen energetischen Sanierungsmethoden, was die zahlreichen neuen Produkte und Systeme der Dämmstoffindustrie zeigen. Das Spektrum reicht hier von dampfdichten über relativ diffusionsoffene Systeme bis hin zu kapillaren Systemen. Dabei
stellen sich bei der schadensfreien Anwendung bei Baudenkmalen und Altbauten bzw.Bestandsgebäuden häufig die gleichen Fragen. Aus bauphysikalischer Sicht gilt die Innendämmung als schwierige Methode bei der energetischen Sanierung von Außenwänden. Insbesondere dann, wenn auf die damit verbundenen Risiken nicht fachgerecht angegangen und die Innendämmungslösung nicht darauf abgestimmt wird. Bei der Ausrüstung eines Bestandsgebäudes mit einer Innendämmung auf eine noch baufeuchte Außenwand kann es während der Austrocknungsphase zu erhöhten Feuchtebelastungen im Dämmstoff kommen. Auch als Folge von Schlagregenbeanspruchung und erhöhter Feuchtelast durch die Nutzung des Gebäudes können kurzfristig erhöhte Feuchtezustände auftreten. Wenn gleichzeitig hohe Temperaturen auftreten, kann dies die Dauerhaftigkeit des Dämmaterials beeinträchtigen. Ohne Frage stellt die Dämmung einer Außenwand von innen höhere Anforderungen an die Planung, die Auswahl geeigneter Materialien und die fachgerechte Ausführung. Die Fehlerrisiken sind größer, allerdings bedingen Innendämmungen nicht automatisch eine erhöhte Schadensanfälligkeit. Mit den hygrothermischen Bauteilberechnungen [2, 3, 4 -Abbildungen im Archiv-PDF] stehen dem Planer neue Werkzeuge zur Verfügung, mit denen die Abschätzung der Auswirkungen einer Innendämmung möglich ist. Es gibt verschiedene Qualitätssicherungssysteme, sie bilden auch allgemein anerkannte Standards ab, aber sie sind leider nicht einheitlich. Es bleibt daher nichts anderes übrig, als die Möglichkeiten und Grenzen von Innendämmungen transparent zu machen und den gesamten Prozess über eine ganzheitliche Qualitätssicherung zu kommunizieren.

Energie- und Feuchtetransport sind die beiden wichtigsten Parameter

Mithilfe des vom Fraunhofer-Institut für Bauphysik in Holzkirchen entwickelten Verfahrens zur Berechnung des Wärme- und Feuchtetransports in Bauteilen WUFI R wird das hygrothermische Verhalten einer typischen Wandkonstruktion mit verschiedenen Innendämmvarianten untersucht. Dadurch können Auswirkungen verschiedener Randbedingungen und Materialparameter auf das hygrothermische Verhalten des die zeitliche Entwicklung der Wassergehaltsverteilung im gesamten Bauteil und in den einzelnen Materialschichten über einen Zeitraum von acht Jahren. Beobachtet wird ferner der Verlauf der Temperatur und der relativen Feuchte an kritischen Stellen innerhalb der Konstruktion. Für die hier gezeigten Untersuchungen werden Bauteilaufbauten verwendet, wie sie typisch für in Deutschland zwischen 1950 und 1970 errichtete Gebäude sind.

Dies er Beitrag ist Teil eines Artikels au s   TrockenBau Akustik , Ausgabe 7-8. 2013

Autor: Prof. Andreas Holm

zuletzt editiert am 09. April 2021
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