Die neue Bauproduktenverordnung wurde am 10. April 2024 vom Plenum des Europäischen Parlaments mit großer Mehrheit angenommen. Die Annahme durch den Rat wird zeitnah erwartet. In Kraft tritt sie voraussichtlich im Herbst.
Damit endet – zumindest vorerst – eine jahrelange Diskussion über die Umsetzungsschwierigkeiten des bisherigen Rechtsrahmens. „Die zentralen Akteure im Gesetzgebungsverfahren waren sichtlich bemüht, den stotternden Antrieb des Binnenmarktes für Bauprodukte mit der neuen Bauproduktenverordnung wieder zum Laufen zu bringen“, betont Martin Ludescher, Geschäftsführer für Government Affairs der Deutschen Bauchemie in einer Pressemitteilung des Verbands. „Es besteht nun die begründete Hoffnung, dass es hier mit einem klar geregelten Prozess und eindeutigen Verantwortlichkeiten einen neuen Schub gibt. So sollte die harmonisierte Zone – und damit der Kern des Binnenmarktes für Bauprodukte – schnell ausstaffiert werden. Ein funktionierender Binnenmarkt ist im Interesse aller am Bau Beteiligten.“
Die politische Agenda des Green Deals habe erwartungsgemäß Spuren im Rechtstext der neuen Bauproduktenverordnung hinterlassen: Die Deklaration von festgelegten Umweltindikatoren wird schrittweise verpflichtend. Diese Entwicklung habe die Deutsche Bauchemie mit den Muster-Umweltproduktdeklarationen (EPDs) bereits antizipiert. Darüber hinaus gehören produkt-inhärente Anforderungen sowie die konkrete Umsetzung des digitalen Produktpasses zu den Neuerungen.
Die Deutsche Bauchemie hat angekündigt, ihre Mitgliedsunternehmen bei der Umsetzung des neuen Rechtsrahmens vielseitig zu unterstützen. Zunächst würden die Mitglieder mit einem Leitfaden und zielgerichteten Webinaren über die Neuerungen informiert. Danach gelte es sicherzustellen, dass die Muster-EPDs des Verbands auch unter der neuen Bauproduktenverordnung akzeptiert und von den Unternehmen in Bezug genommen werden können. Die neue Bauproduktenverordnung wird in den kommenden Jahren mittels sekundärer Rechtsetzung konkretisiert und mit dem laufenden CPR-Acquis-Prozess implementiert werden. Diesen Prozess will die Deutsche Bauchemie eng begleiten.
