Augen auf! Das Jahr 2022 bringt einige Änderungen für die Unternehmen und Versicherten der BG BAU mit sich. (Quelle: Jan-Peter Schulz – BG BAU)
Augen auf! Das Jahr 2022 bringt einige Änderungen für die Unternehmen und Versicherten der BG BAU mit sich. (Quelle: Jan-Peter Schulz – BG BAU)

Betrieb

12. January 2022 | Teilen auf:

Neues von der BG BAU

Der Jahreswechsel bringt Änderungen mit sich: Unter anderem einige neue Regelungen und Veröffentlichungen, die die Unternehmen und Versicherten der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) betreffen. Die BG BAU hat die wichtigsten in einer Übersicht zusammengefasst.

Bezugsgrößen der Sozialversicherung werden angepasst

Mit der Verordnung über die Sozialversicherungsrechengrößen 2022 wurden die maßgeblichen Rechengrößen der Sozialversicherung gemäß der Einkommensentwicklung im vergangenen Jahr (2021) turnusgemäß angepasst. Die Bezugsgröße West, die für den Höchstjahresarbeitsverdienst von Bedeutung ist, bleibt unverändert bei 3.290 Euro/Monat (West). Die Bezugsgröße Ost wird auf 3.150 Euro/Monat angehoben und damit einhergehend wird die Mindestgrenze des Jahresarbeitsverdienstes (Ost) angepasst. Als Jahresarbeitsverdienst (JAV) gilt das Arbeitsentgelt und das Arbeitseinkommen in den letzten zwölf Kalendermonaten vor dem Versicherungsfall. Der JAV ist die Berechnungsgrundlage für verschiedene Leistungen der Berufsgenossenschaft, wie zum Beispiel der Rente.

Überarbeitet: DGUV-Information für Arbeits-, Schutz- und Montagegerüste

Die DGUV-Information 201-011 zum Thema Arbeits-, Schutz- und Montagegerüste erscheint in einer überarbeiteten Version. Veröffentlicht wird die Aktualisierung in der ersten Jahreshälfte 2022. Die Informationsschrift erläutert praxisnah die Anforderungen der Betriebssicherheitsverordnung und der Technischen Regel für Betriebssicherheit TRBS 2121-1.

Neuer DGUV-Grundsatz zur „Qualifizierung und Beauftragung von Fahrern und Fahrerinnen von Hydraulikbaggern und Radladern“

Hydraulikbagger und Radlader werden in der Bauwirtschaft sehr vielfältig und unter Nutzung einer Vielzahl verschiedener Anbaugeräte eingesetzt. Baubetriebe müssen Maschinenführer und Maschinenführerinnen beschäftigen, die mobile Arbeitsmittel sicher, effizient und dem Zweck entsprechend verwenden. Anfang des Jahres erscheint der neue DGUV-Grundsatz 301-005, der die Auswahl und die Qualifizierung geeigneter Personen zum Führen von Hydraulikbaggern und Radladern erleichtert.

Erste-Hilfe-Kästen müssen ergänzt werden

Bis zum 30. April 2022 müssen Unternehmen die Standardfüllung ihrer kleinen und großen Erste-Hilfe-Material-Verbandkästen nach DIN 13157 und DIN 13169 aufstocken, wenn sie – zum Beispiel aufgrund vertraglicher Vorgaben – den aktualisierten Normen entsprechen müssen. Diese sind bereits am 1. November 2021 in Kraft getreten. Gesichtsmasken und Feuchttücher zur Reinigung unverletzter Haut sind neu in Erste-Hilfe-Kästen aufgenommen worden, ebenso mehr Pflaster. Der Kauf neuer Verbandskästen ist nicht notwendig. Es reicht aus, die Materialien normgerecht zu ergänzen. Gleichzeitig sollte der Kasteninhalt auf das Mindesthaltbarkeitsdatum einzelner Artikel und die Sterilität, zum Beispiel von Wundverbänden überprüft werden. Gegebenenfalls sind diese vom Unternehmen zu ersetzen.

Schädigung im Schultergelenk als „Wie-Berufskrankheit“

Ziehende oder stechende Schmerzen und Funktionseinschränkungen im Schulterbereich: Das können Symptome für eine „Läsion der Rotatorenmanschette“ sein. Vor allem Beschäftigte im Maler-, Stuckateur- oder Trockenbauhandwerk mit intensiven Schleif- oder Überschultertätigkeiten können davon betroffen sein. Im Dezember 2021 empfahl der Ärztliche Sachverständigenbeirat Berufskrankheiten, diese Erkrankung neu in die Berufskrankheiten-Liste aufzunehmen. Dieser Beschluss bildet für die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung sowie für Gutachterinnen und Gutachter bereits jetzt die Grundlage, um gemeldete Fälle zu prüfen. Liegen alle Voraussetzungen vor, kann eine Erkrankung als so genannte „Wie-Berufskrankheit“ anerkannt werden.

Neue Notfallkarte für die Unfallversicherung im Ausland

Ab Januar 2022 erhalten alle Versicherten der BG BAU, die im Ausland arbeiten, die Notfallkarte zur Auslandsversicherung (AUV). Mit der AUV-Notfallkarte wissen die Beschäftigten im Auslandseinsatz, wer ihre zuständige gesetzliche Unfallversicherung ist und welche Angaben nach einem Arbeitsunfall bei der ärztlichen Fachkraft notwendig sind. Zudem bietet die auf der Karte hinterlegte Notfallhotline eine schnelle Beratung im Falle eines Arbeitsunfalls.

Teilhabestärkungsgesetz verbessert die Betreuung von Rehabilitandinnen und Rehabilitanden

Mit dem Teilhabestärkungsgesetz sollen die Jobcenter und Arbeitsagenturen ab dem Jahr 2022 stärker als bisher in das Reha-Geschehen einbezogen und die Betreuung von Rehabilitandinnen und Rehabilitanden verbessert werden. Erwerbsfähige Leistungsberechtigte erhalten künftig Zugang zu sozialintegrativen Leistungen neben dem Reha-Verfahren, um ihnen eine nachhaltige Eingliederung, aber auch den Zugang zu sozialer Teilhabe zu ermöglichen.

Weitere Informationen sind unter www.bgbau.de zu finden.

zuletzt editiert am 12.01.2022