2013_07_16_Holzschutz durch Nano-Partikel verbessern
Nano-Materialien verbessern zunehmend die Eigenschaften von Holzschutzmitteln. (Abb.: Empa)

Holzschutz 2013-07-18T00:00:00Z Nano-Beschichtungen für den Holzschutz

Die Nano-Technologie bietet vielversprechende Möglichkeiten, um die Qualität von Holzbeschichtungen zu verbessern. Dies betrifft insbesondere die Funktionen: Schutz vor Flüssigwasser und Reinigungseigenschaften, UV-Schutz, Kratzfestigkeit und Abriebbeständigkeit sowie fungizide und algizide Wirkung.

Der Begriff „Nano“ ist vom griechischen Wort νάνος (nanos), der Zwerg, abgeleitet. Er wird normalerweise als Vorsilbe für SI-Einheiten verwendet und beschreibt die Größeneinheit 10–9. In der heutigen Nano-Technologie und in den Nano-Wissenschaften werden jene Stoffe als Nano-Materialien bezeichnet, die Nano-Objekte mit Abmessungen kleiner als 100 nm enthalten. Die genauen Begriffe werden in der Norm ISO/TS 27687: 2008 geregelt.

Auch in der Baubranche hat der Begriff „Nano“ längst Einzug gehalten. Angeboten werden beispielsweise diverse Nano-Beton-Versiegelungen, speziell mit Nano-Materialien versetzte Zemente oder auch Nano-Putze. Und es ist eine große Palette von Nano-Beschichtungen für die Anwendung auf Holzoberflachen erhältlich.

Bislang gibt es keine Deklarationspflicht

Klaren wir zuerst den Begriff Nano-Beschichtung: Im Allgemeinen versteht man darunter Anstrichstoffe, die Nano-Objekte enthalten und/oder nanostrukturierte Oberflachen ausbilden können. Die speziellen Nano-Objekte verleihen der Beschichtung durch ihre Art, Form und Große die spezifischen, gewünschten Eigenschaften. Bei Anstrichen sind das vor allem Pigmente, Additive und diverse Füllstoffe, die sowohl die funktionellen Eigenschaften als auch die Verarbeitbarkeit des Anstrichs verbessern sollen.

Außerdem lassen sich mit bestimmten Substanzen, wie beispielsweise Polymeren oder Co-Polymeren, spezielle Oberflächeneffekte erreichen. Denn diese Substanzen sind durch ihre chemische Struktur und räumliche Ausrichtung in der Lage, nanostrukturierte Oberfläche auszubilden. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist der Lotuseffekt, bei dem durch eine optimale Kombination aus Rauigkeit und chemischer Beschaffenheit eine extrem wasser- und schmutzabweisende Oberfläche entsteht.

Es wäre generell, aber besonders für die gesundheits- und umweltrelevanten Aspekte wichtig, unterscheiden zu können, ob eine Beschichtung tatsachlich Nano-Objekte enthalt oder nicht! Dies ist derzeit jedoch kaum möglich, da noch keine Deklarationspflicht für Nano-Materialien in Anstrichprodukten besteht und diese aufgrund der geringen Mengen in der Regel auch nicht im Technischen Merkblatt oder im Sicherheitsdatenblatt aufgeführt sind. So kann bei den zurzeit am Markt verfügbaren Nano-Beschichtungen zum einen ein potenzielles Risiko für Mensch und Umwelt und zum anderen die Wirksamkeit der Beschichtung oft nur schwer abgeschätzt werden.

zuletzt editiert am 09. April 2021
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