Unterschiedliche Interpretationen eines Prüfberichts des Instituts für Baustoffprüfung und Fußbodenforschung (IBF) geben einem alten Streit neue Nahrung: Welche Methode soll darüber entscheiden, ob ein Estrich belegreif ist – KRL- oder CM-Messung?
Seit die Technische Kommission Bauklebstoffe (TKB) im Industrieverband Klebstoffe (IVK) 2018 die KRL-Methode als Stand der Technik bezeichnete, gibt es Diskussionen. Vor allem der Arbeitskreis Sachverständige im Bundesverband Estrich und Belag (BEB) hält die CM-Messung für praktikabler. An diesen Positionen hat sich nichts geändert. Vor kurzem hat eine technische Stellungnahme des IBF zu einem bereits 2020 veröffentlichten Prüfbericht des Instituts über die Eignung der KRL-Methode zur Ermittlung des Feuchtegehalts von Estrichen (IBF-Prüfbericht Nr. M 106/18 [1]) den alten Streit erneut entfacht.
Beide Seiten sehen sich bestätigt. So hat die TKB selbst einen Bericht zu den Untersuchungen des IBF veröffentlicht, der auf der Website des IVK eingesehen werden kann. Die Ergebnisse bestätigten, so die TKB in einer Pressemitteilung , dass die KRL-Methode eine sichere Methode sei, um „auch in Zukunft mit einer sicheren Methode messen zu können“. Einer der entscheidenden Vorteile in der Anwendung sei die Unabhängigkeit vom Material. Zwar sei die CM-Messung – Stand heute – in den deutschsprachigen Ländern und Italien zweifelsfrei die bewährteste Methode zur Ermittlung der Restfeuchte in klassischen Estrichen. Aber: „Ist es auch immer die richtige und sicherste Methode?“
Der Arbeitskreis Sachverständige im BEB interpretiert die Ergebnisse der IBF-Untersuchung ganz anders. In seiner Stellungnahme (siehe unten stehendes PDF) heißt es, die KRL-Methode sei nicht baustellen- und handwerksgerecht, die Messung erfordere einen erheblichen Mehraufwand und je nach Art und Beschaffenheit des mineralischen Estrichs liefere die KRL-Methode fragwürdige Ergebnisse. Ergo: „Handwerks- und Sachverständigenkreise verlassen sich weiterhin auf die bewährte CM-Methode.“ Es bleibt spannend.
