Für eine feste Verbindung der Deckensystemmodule sorgen Steckverbindungen sowie neuartige Bonding-on-Demand-Klebebändern, die kurz vor dem Zusammenfügen über ein integriertes, elektrisches Kontaktiersystem aufgeheizt werden.
Für eine feste Verbindung der Deckensystemmodule sorgen Steckverbindungen sowie neuartige Bonding-on-Demand-Klebebändern, die kurz vor dem Zusammenfügen über ein integriertes, elektrisches Kontaktiersystem aufgeheizt werden. (Quelle: Fraunhofer WKI / Manuela Lingnau)

Nachhaltigkeit 2024-05-02T08:23:34.287Z Nachhaltiges Deckenmodul

Das Fraunhofer-Institut für Holzforschung hat auf der Hannover Messe Ende April ein neuartiges Deckensystemmodul auf Holzschaumbasis präsentiert. Das Modul soll künftig als Ersatz für hellhörige, nicht ausreichend tragfähige oder marode Zwischendecken in Altbauten zum Einsatz kommen.

Bei seiner diesjährigen Präsentation auf der Hannover Messe (22. bis 26. April) hat sich das Institut auf innovative Leichtbauprodukte aus Holz und Hybridwerkstoffen konzentriert. Zu den Highlights zählte ein neuartiges Deckensystemmodul, das zu einem hohen Anteil aus nachwachsenden Rohstoffen besteht. 

Ganz ohne Stahlbeton 

Das Besondere: Es handelt sich um eine einfache Deckenlösung, die ganz ohne Stahlbeton auskommt. Das Anwendungsfeld ist groß, denn von den rund 9 Millionen Altbauten in Deutschland sind etwa 70 Prozent noch nicht energetisch saniert. 

Entwickelt wurde das Deckensystemmodul von Forschenden des Fraunhofer-Instituts für Holzforschung (Fraunhofer WKI) und des Instituts für Füge- und Schweißtechnik (IFS) der Technischen Universität Braunschweig. Der äußere Kasten des Moduls besteht aus Konstruktionsvollholz mit jeweils einer Decke und einem Boden aus OSB-Platten. Gefüllt ist der Kasten mit Holzschaum, einem Material, das ebenfalls am Fraunhofer WKI entwickelt wurde. Dieser Werkstoff aus aufgeschäumten Holzfasern, der als Bindemittel nur holzeigenes Lignin enthält, ist nicht nur besonders leicht, sondern erhöht gleichzeitig die Wärme- und Schalldämmung des Deckenelements. 

Außergewöhnlich tragfähig 

Aus den einzelnen, vorgefertigten Modulen wird auf der Baustelle eine Kassettendecke zusammengesetzt, die nach Angaben des Fraunhofer WKI eine mit Stahlbeton vergleichbare Tragfähigkeit aufweist. Für eine feste Verbindung zwischen den Einzelmodulen sorgen hölzerne Steckverbindungen sowie neuartige Bonding-on-Demand-Klebebänder, die man kurz vor dem Zusammenfügen über ein integriertes, elektrisches Kontaktiersystem aufheizen kann (weitere Infos im BaustoffWissen-Beitrag „Schaltbarer Klebstoff für Spanplatten“ ). 

Verschiedene Deckschichten sind möglich – beispielsweise OSB-Platten, Spanplatten oder leichter, dünner Textilbeton. Darüber hinaus lässt sich eine Fußbodenheizung integrieren. Die Gesamt-Konstruktion ist leichter als eine vergleichbare (Stahl-)Betondecke. Das spart Transportenergie und damit verbundene Treibhausgas-Emissionen. Um die Ressourceneffizienz zu erhöhen, wurden bei der Entwicklung der Module vor allem Laubhölzer wie Buchenschwachholz aus Durchforstungen verwendet. Dank ihres geringen Gewichts und ihrer kompakten Größe können die Deckenmodule von zwei Personen durch ein Treppenhaus transportiert werden. Dies sei ein weiterer großer Vorteil bei der Sanierung von oft schwer zugänglichen Altbauten, so das Fraunhofer WKI. Weitere Informationen >>>

zuletzt editiert am 02. Mai 2024
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