Eine Styroporplatte liegt auf einem Tisch, umgeben von weißem und gelblichem Granulat.
PLA-Partikelschaum kann als nachhaltiger Dämmstoff in der Gebäudetechnik eingesetzt werden. (Quelle: Fraunhofer ICT)

Außendämmung 2025-01-15T12:35:11.597Z Nachhaltige und zirkuläre Dämmstoffe

Im Rahmen des neuen Projekts „CircularInFoam“ entwickeln Forschende des Fraunhofer CCPE Dämmstoffe auf Basis von Rezyklaten und Biopolymeren. Vorarbeiten werden bereits auf der BAU 2025 in München präsentiert.

Der Gebäudesektor in Deutschland ist nicht nur für rund 35 Prozent des Endenergieverbrauchs, sondern auch für 30 Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich. Um die Klimaneutralität bis 2045 zu erreichen, ist es unerlässlich, Wärmeverluste durch die Gebäudehülle zu reduzieren. Neben zahlreichen anderen Maßnahmen, wie dem Austausch von Heizungsanlagen, Fenstern und Türen, müssen Undichtigkeiten beseitigt sowie Fassaden und Dächer gedämmt werden. 

Dazu werden in Deutschland jährlich rund 11,5 Mio. Kubikmeter Polystyrol-Dämmstoffe verbaut – und die Nachfrage steigt. Sie haben derzeit einen Marktanteil von etwa 30 Prozent. Das Problem: Polystyrol muss mit halogenhaltigen Flammschutzmitteln behandelt werden, um die benötigten Brandschutzklassen zu erreichen. Und diese Flammschutzmittel sind nicht nur gesundheits- und umweltgefährdend, sondern weisen darüber hinaus eine hohe ⁠Persistenz⁠ und Anreicherung in der Umwelt auf. 

Nachhaltige Polymere und halogenfreie Flammschutzmittel 

Daher haben die Fraunhofer Institute LBF, ICT und IBP im Rahmen des Fraunhofer CCPE (Fraunhofer Cluster of Excellence Circular Plastics Economy) das Projekt „CircularInFoam“ gestartet. Ziel ist die Entwicklung von thermoplastischen Schäumen auf Basis von Rezyklaten und Biopolymeren für den Einsatz als nachhaltige Dämmstoffe. Hierbei steht der Einsatz nachhaltiger Polymere und halogenfreier Flammschutzmittel im Fokus. Angesichts strengerer regulatorischer Anforderungen optimiert das Projektteam die Flammschutzeigenschaften des neuen Dämmstoffs weiter. 

Das Projekt berücksichtigt nicht nur technische, sondern auch gesellschaftliche und regulatorische Anforderungen und bietet das Potenzial, nachhaltige Dämmstoffe weiter voranzubringen. Die Vorgehensweise gliedert sich in sechs Arbeitspakete, die von der Auswahl geeigneter Flammschutzmittel über die Prozessentwicklung bis zur Analyse und bauphysikalischen Bewertung der hergestellten Schäume reichen. Das Fraunhofer CCPE hat in einer Pressemitteilung interessierte Industrieunternehmen eingeladen, sich zu melden, um als Partner eingebunden zu werden und die Marktakzeptanz des neuen Dämmstoffs zu sichern. Die Ergebnisse des Projekts werden abschließend in einem Leitfaden veröffentlicht. Die Fraunhofer Institute ICT und das IBP präsentieren den aktuellen Stand der ins Projekt einfließenden Komponenten nachhaltige Dämmstoffe und halogenfreier Flammschutz derzeit auf der BAU in München, an Stand 528, in Halle C2. Weitere Informationen >>>

zuletzt editiert am 15. Januar 2025
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