Die neue ift-Fachinformation „2 stufiger Einbau von Fenstern und Türen mit Vorab-Montagezargen“ gibt Bauherren, Planern, Herstellern und Montagebetrieben auf 54 Seiten Tipps zu Planung, Ausschreibung, Vertrieb, Anwendung und Baurecht. (Quelle: ift Rosenheim)
Die neue ift-Fachinformation „2 stufiger Einbau von Fenstern und Türen mit Vorab-Montagezargen“ gibt Bauherren, Planern, Herstellern und Montagebetrieben auf 54 Seiten Tipps zu Planung, Ausschreibung, Vertrieb, Anwendung und Baurecht. (Quelle: ift Rosenheim)

Bauwerkserhaltung

23. February 2022 | Teilen auf:

Montagezargen: Auf dem Vormarsch

Immer häufiger werden beim Einbau von Fenstern und Türen Montagezargen eingesetzt. Das ift Rosenheim hat deshalb nun die kostenlose ift-Fachinformation MO-06/1 „2 stufiger Einbau von Fenstern und Türen mit Vorab-Montagezargen“ veröffentlicht.

Montagezargen bieten nach Ansicht des ift Rosenheim zahlreiche Vorteile beim Einbau von Fenstern und Türen: vereinfachte Montage, beschleunigter Bauablauf durch kurze Lieferzeiten, schnellerer Austausch von Bauelementen bei Schäden oder Modernisierung, weniger Bauschäden und um 9,1 Prozent geringere Fenstermontagekosten während eines „Gebäudelebens“. Die neue ift-Fachinformation MO-06/1 gibt Bauherren, Planern, Herstellern und Montagebetrieben auf 54 Seiten Tipps zu Planung, Ausschreibung, Vertrieb, Anwendung und Baurecht. Im dazugehörigen Begleitheft geben Experten aus Architektur, Bau /Immobilienwirtschaft und Ingenieur-/Sachverständigenwesen ihre persönliche Einschätzung wieder.

Moderne Fenster sind hochwertige und komplexe Bauteile, die einen großen Einfluss auf Wohnkomfort und Energieeinsparung haben. Allerdings führt die „traditionelle“ Fenstermontage in der „nassen Rohbauphase“ oft zu erheblichen Bauschäden mit teuren Reparaturen sowie zur Verzögerung des Bauablaufs. Diese Probleme würden durch eine zweistufige Montage vermieden, so das ift Rosenheim. Dabei bei der zuerst ein Montagerahmen – eine Montagezarge – gesetzt, der das Gebäude durch eine temporäre Füllung (wie zum Beispiel Platten oder Folien) witterungsfest macht. Die Fenster werden dann erst nach Abschluss der Roh- und Ausbauarbeiten eingesetzt, so dass Schäden vermieden werden – genauso wie bei neuen Elektro- und Sanitäreinbauten.

Über die gesamte Lebensdauer eines Gebäudes rechnen sich Montagezargen

Das häufig zitierte „Vertriebshemmnis“ der Mehrkosten werde bei einer ehrlichen Gesamtkostenrechnung entkräftet, so das ift Rosenheim. Der Mehraufwand für eine Montagezarge werde meistens durch den sonst üblichen Aufwand für Abkleben, Schutz und Endreinigung der Fensterelemente sowie Reklamationsbearbeitung und Bauverzögerungen kompensiert. Eine Kosten-Nutzen-Vergleichsstudie der Technischen Hochschule Rosenheim zwischen der Montage mit beziehungsweise ohne Montagezarge habe bei einer einfachen Betrachtung Mehrkosten zwischen 4,6 und 12,9 Prozent (je nach Kalkulation und Häufigkeit von Bauschäden) ergeben. Aber bei Montagen mit hohem Gefahrenpotenzial (zum Beispiel Winterbaumaßnahme oder lange Bauphase) lagen die Mehrkosten nur noch zwischen 0,2 und 7,2 Prozent. Wenn dann noch eine Modernisierung einkalkuliert wird, hätten die Berechnungen der Hochschule unter der Annahme realistischer Inflations- und Zinssätze Minderkosten für einen Fenstertausch nach 40 Jahren Nutzungszeit von 7,1 9,1 Prozent ergeben. Damit seien Montagezargen eine wertvolle Investition in Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Werterhaltung, weil beim Fenstertausch (der mindestens zweimal in einem üblichen Gebäudeleben anfällt) der Kosten-, Zeit- und Materialaufwand deutlich niedriger ist. Mit der geplanten Bewertung der Gesamtlebenszykluskosten durch die Ampelregierung im digitalen Gebäuderessourcenpass würden daher Montagezargen weiter an Bedeutung gewinnen. Viele Qualitätshersteller bieten bereits heute die Montage nur noch mit Montagezarge an, weil diese Montageart in der Gesamtbetrachtung sicherer und günstiger ist.

Dennoch werden in Deutschland Fenster oft noch in der „nassen“ Bauphase montiert und einem hohen Schadensrisiko ausgesetzt. Den Grund sieht das ift Rosenheim vor allem darin, dass Planer, Handwerker und Bauherren alternative Montagemöglichkeiten zu wenig kennen und nicht aktiv anbieten. Die neue Fachinformation soll dies nun ändern. Weitere Informationen finden Sie auf unter diesem Link.

zuletzt editiert am 23.02.2022