Das Alte Hospiz auf dem Gotthardpass dient Reisenden nach Umbau und Aufstockung nun als Hotel. Da sich die alte Raumstruktur nicht für den Hotelbetrieb eignete, wurde das Gebäude vollständig entkernt.
Der Weg über den St. Gotthard ist einer der symbolträchtigsten Alpenübergänge der Schweiz. Auf der Passhöhe zeigt sich heute ein Gebäudeensemble, das sich im Laufe der Jahrhunderte entwickelt hat und das von der bewegten Geschichte des Passes zeugt.
Das Hotel St. Gotthard mit der Jugendherberge im ehemaligen Stall, das Alte Hospiz, mit Kapelle und Pferdestall und die Alte Sust stehen auf der gedrungenen Passhöhe eng beisammen zwischen zwei kleinen Seen. Eines der Gebäude, das Alte Hospiz wurde von 2008 bis 2010 umfassend in ein Hotel umgebaut, das heutigen Anforderungen entspricht.
Das architektonische Potenzial des Alten Hospizes liegt in der leicht trutzigen Stellung auf der Passhöhe mit der aufrechten, Richtung Süden zeigenden Fassade. Eine Aufstockung von eineinhalb Geschossen vergrößerte die Nutzfläche des Hospizes, Die Aufstockung der angrenzenden Kapelle wurde dagegen zurückgenommen. Stattdessen vereint nun ein gemeinsames mit Bleischaren gedecktes Dach die beiden Bauten, die in ihrer Nutzung autark bleiben. Das durch viele kleine Gauben zergliederte Dach weist eine unsymmetrische Form auf. Die steilen Dachneigungen und die silbergraue Farbe der Deckung fügen sich in die alpine Umgebung unaufdringlich ein. Nur wenige leine Fenster durchdringen das Massive Mauerwerk der Wände.
Die Architekten des Büros Miller & Maranta aus Basel und die Tragwerksplaner der Conzett Bronzini Gartmann AG aus Chur arbeiteten von Anfang an eng zusammen, um den Umbau detailliert vorbereiten zu können.
Neue Holzkonstruktion in den Bestand eingebaut
Die Außenwände des bestehenden Gebäudes aus gemauerten Steinen bleiben größtenteils stehen. Im Bereich der Fenster ersetzen Stahlbetonstürze die morschen Holzstürze. Die Außenwände wurden im Bereich der Aufstockung in Stahlbeton weiter hochgezogen.
Im Inneren wird die Anfang des 20. Jahrhunderts eingebaute Struktur dagegen bis auf das erste Obergeschoss komplett zurückgebaut, da sich in der kleinteiligen Struktur ein zeitgemäßer Hotelleriebetrieb nicht hätte realisieren lassen. Das Treppenhaus wurde aus Brandschutzgründen in Stahlbeton neu erstellt. Die Gästezimmer ordnen sich in einer eigenständigen Holzkonstruktion innerhalb der massiven Außenhülle an. Die Planer entschieden, die Ständer-Bohlen-Bauweise dafür einzusetzen. In Anlehnung an den historischen Pfostenbau, wie er aus dem nördlichen Gebiet des Gotthards bekannt ist, wird ein Grundgerüst aus Ständern errichtet.
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