Ein Dämmstoff, der bei gleicher Dicke den fünffachen Dämmwert wie herkömmliche Dämmsysteme bietet – mit Vakuum arbeitende Systeme bieten diese Möglichkeiten. FLIESEN & PLATTEN stellt Ihnen exklusiv ein solches System vor und berichtet gleich über die Baustellenerfahrungen eines Ihrer Kollegen.
Wer kennt das nicht aus eigener Erfahrung: Grundsätzlich machen limitierte Aufbauhöhen sowohl bei der Renovierung von Altbauten als auch mitunter schon beim Neubau Bodenbelagsarbeiten häufig zur kniffligen Angelegenheit. Erschwerend kommt noch hinzu, dass die ständig wachsenden Anforderungen an die Gebäudedämmung gleichzeitig die Dicke des Dämmmaterials buchstäblich in die Höhe treiben. In diesem Zusammenhang gewinnen Dämmstoffe, die einen hohen Dämmwert bei gleichzeitig besonders geringer Aufbauhöhe bieten, zunehmend an Bedeutung.
Auf der Baustelle bewährt
Ein Beispiel für solch einen innovativen Dämmstoff ist die „Vacupor“-Dämmung von Porextherm, die Rudolf Münkel für sich und sein Unternehmen entdeckt hat. Münkel hat sich mit seinem Fliesenfachbetrieb auf Balkone und Terrassen spezialisiert, eigens dafür das „Fliese-auf-Folie“- System entwickelt, (Lesen Sie hierzu auch „500 Balkone können nicht lügen“, FLIESEN & PLATTEN 3/2010, S. 10 ff.) und setzt die Vakuumdämmung in Verbindung mit diesem System bereits seit 2007 mehrfach erfolgreich ein. Aufmerksam darauf wurde der Unternehmer aus dem hessischen Großentaft durch einen Tipp, den ihm ein Architekt gab. „Der größte Vorteil des Systems ist der hohe Dämmwert“, erklärt Münkel. „So entspricht eine 20 Millimeter dicke Vakuum-Dämmung einer 100-Millimeter- Dämmung herkömmlicher Art.“
Geringe Aufbauhöhe überzeugt in der Praxis
Wie genau die Verarbeitung dieser Dämm-Paneele erfolgt, verdeutlicht das Beispiel einer Baustelle in Aschaffenburg: Hier bestand für Münkel und seine Mitarbeiter die Aufgabe darin, drei kleinere Balkonflächen – eine davon als Loggia ausgeführt – mit einer Gesamtfläche von 20,5 Quadratmetern zu sanieren.
Da die alte Konstruktion undicht war, war es zu Schäden in den darunterliegenden Wohnräumen gekommen. Entsprechend musste zunächst der vorhandene Belag samt Unterbau – ein Polymer-Estrich mit Epoxidharz-Beschichtung, eine Vakuum-Dämmung und eine darunter liegende selbstklebende Bitumenbahn – entfernt werden. Anschließend wurde nach Anflämmen der Bitumenbahn und Abstreuen mit Sand darauf ein dünner Verbundestrich mit Gefälle zum Ablauf hergestellt. Die Epoxidharzbeschichtung am Sockel wurde abgestemmt und neu verputzt.
Dieser Beitrag ist Teil eines Artikels aus Fliesen und Platten , Ausgabe 12. 2012
Autor: Michael Schmidt-Driedger
